Mit Strom in die Zukunft
Kooperative Promotion an der FHWS und der FAU: Harald Wießmann ist der akademische Grad des Doktor-Ingenieurs verliehen worden
Harald Wießmann ist der zweite Masterabsolvent, der seine Dissertation an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt angefertigt hat und dem nun in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) der akademische Titel des Doktor-Ingenieurs verliehen wurde.
Wie bereits Marcus Liebschner, erster Doktor-Ingenieur der FHWS, hat auch er den Masterstudiengang Elektro- und Informationstechnik erfolgreich abgeschlossen. Harald Wießmann wurde dann die Chance eröffnet, im Labor für Leistungselektronik der Hochschule Würzburg-Schweinfurt bei Professor Dr. Ansgar Ackva zu forschen und das Promotionsverfahren an der Universität Erlangen erfolgreich zu durchlaufen. In seiner Promotion werden neue Stromregelverfahren für die Energietechnik untersucht, die z.B. in der Elektromobilität, der Photovoltaik sowie in intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) eingesetzt werden können. Im Rahmen öffentlicher und industriefinanzierter Forschungsprojekte, insbesondere auch mit regionalen Partnern, bearbeiten zurzeit neun Mitarbeiter verschiedene Forschungsaufgaben. Die beiden Projektleiter Professor Ackva und Professor Kempkes konnten so in den letzten vier Jahren Forschungsaufträge mit einem Gesamtvolumen von über 1,5 Millionen € gewinnen.
Dr. Liebschner und Dr. Wießmann profitierten davon, dass an der FHWS über einen forschungsorientierten Studiengang ein Masterabschluss erreicht werden kann, der wie universitäre Masterabschlüsse zur Promotion berechtigt. Im Juli 2009 hatten sich die bayerischen Universitäten zudem darauf verständigt, so genannte „kooperative Promotionen“ mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften einzuführen: Professoren der Universität und der Hochschulen betreuen im Zuge dieser Vereinbarung gemeinsam die Promotion eines Hochschul-Absolventen und fungieren als Gutachter im Promotionsverfahren an einer Universität. Die angewandte Forschung kann künftig in der Hochschule für angewandte Wissenschaften stattfinden, das weitere Verfahren wird an der Universität abgeschlossen. Über diesen Weg konnten Dr. Liebschner und Dr. Wießmann zu ihrer Promotion gelangen.
Inzwischen befinden sich eine Reihe weiterer Wissenschaftler an der FHWS in vergleichbaren Promotionsverfahren. Aktuell werden in der Wissenschaft und Wirtschaft dringend Talente vor allem in den Ingenieur-Wissenschaften gesucht: So haben zahlreiche, insbesondere technische Universitäten Vereinbarungen und Kooperationen mit Hochschulen für angewandte Wissenschaften getroffen, um deren hervorragenden Absolvierenden die Möglichkeit zur Promotion zu eröffnen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Wintersemester 2010/2011 200.400 Promotions-Studierende an deutschen Hochschulen – unter ihnen zwei Prozent aus Hochschulen für angewandte Wissenschaften. 25.600 schlossen die Promotion mit Erfolg ab.

