Storytime

Gründen ist bunt!

"Finden, was man liebt!"

FHWS-Alumna Aisulu Kartabaev (c) Maria Chistyakova

Die FHWS-Alumna und Social Media Marketing Managerin Aisulu Kartabaev erzählt von ihrem Weg in die Selbstständigkeit

Wie findet man nach dem Studium einen Karriereweg, der den eigenen Interessen und Fähigkeiten wirklich gerecht wird? Kaum eine Frage passt so gut zur Zukunftsplanung vieler junger Hochschulabsolvierender wie diese. Kreatives, selbstständiges Arbeiten ist gefragt und der Wunsch nach freier Zeiteinteilung und Selbstverwirklichung groß. Dass die Wege zum Ziel manchmal reich an Wendungen sind, zeigt ein Blick in den Werdegang vieler junger Absolventinnen. Aisulu Kartabaev ist FHWS-Alumna im Studiengang BWL – und inzwischen Gründerin einer eigenen Social Media Agentur. Im Gespräch mit dem Projekt EntrepreneurSHIP berichtet sie von ihren persönlichen Erfahrungen – und von ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Wie findet man nach dem Studium einen Karriereweg, der den eigenen Interessen und Fähigkeiten wirklich gerecht wird? Kaum eine Frage passt so gut zur Zukunftsplanung vieler junger Hochschulabsolvierender wie diese. Kreatives, selbstständiges Arbeiten ist gefragt und der Wunsch nach freier Zeiteinteilung und Selbstverwirklichung groß. Dass die Wege zum Ziel manchmal reich an Wendungen sind, zeigt ein Blick in den Werdegang vieler junger Absolventinnen. Aisulu Kartabaev ist FHWS-Alumna im Studiengang BWL – und inzwischen Gründerin einer eigenen Social Media Agentur. Im Gespräch mit dem Projekt EntrepreneurSHIP berichtet sie von ihren persönlichen Erfahrungen – und von ihrem Weg in die Selbstständigkeit.

Ein multikultureller Hintergrund

Dabei wird schnell klar: Aisulus Lebenslauf ist faszinierend und alles andere als konventionell. Im Jahr 2004 zieht ihre Familie von Kirgistan, einem kleinen Land in Zentralasien, nach Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt ist sie 15 Jahre alt und spricht noch kein Wort deutsch – was umso überraschender ist, wenn man sie heute nahezu akzentfrei sprechen hört. „Meine Urgroßeltern sind, beziehungsweise waren, Deutsche“, erzählt Aisulu. „Ich kann mich noch an meine Uroma erinnern. Sie sprach immer Deutsch mit mir, was ich aber natürlich nie verstand. Meine Urgroßeltern haben auch einen langen Migrationsweg hinter sich – über Sibirien, Moskau bis nach Zentralasien. Ironischerweise waren sie damals ‚die Fremden‘ mit den Vornamen Anna und Christian. Meine Oma hieß Lydia. Nun bin ich diejenige, deren Name, wie die meisten sagen, exotisch klingt.“ 

Eigenschaften einer Gründerin

Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse aus Kirgistan, Russland und Deutschland haben auch bei Aisulu ihre Spuren hinterlassen. Sie vergleicht den Prozess der Migration mit einer Mühle: „Man muss sich wortwörtlich neuformen – Kultur, Ansichten, Traditionen, Einstellungen. Eigentlich alles“, berichtet sie. Das frühzeitige Erlernen der Landessprache ist für sie darum unverzichtbar – wovon sie noch heute profitiert. Und ihrer bewegten Familiengeschichte kann sie viel positives abgewinnen: „Die Abenteuerlust und Drang nach Neuem kommen wahrscheinlich von meiner Familie und meinen Vorfahren, genauso wie Kampfgeist, Ehrgeiz, Mut und Ausdauer“, betont sie – und benennt damit Eigenschaften, die auch für den Weg in die Selbstständigkeit unverzichtbar sind, wie sich im Lauf des Gesprächs noch zeigen wird. 

Die FHWS als Sprungbrett

Von Deutschland erhofft sie sich vor allem die Chance auf eine gute Bildung – und macht sich das auch rasch zum selbstgesteckten Ziel. „Über die Hauptschule, Mittlere Reife, FOS, kaufmännische Ausbildung bis hin zum Studium an der FHWS habe ich alle Bildungsstufen, die es in Deutschland gibt, mitgenommen“, erzählt Aisulu. Angetrieben wird sie von dem Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit – und von der Suche nach persönlichen Herausforderungen. Bereits während der Ausbildung wird ihr klar, dass ihr Weg in die Selbstständigkeit führt. Das Studium an der FHWS betrachtet sie als Sprungbrett: „Ich wollte erst einmal verstehen, wie dieses System funktioniert, zumindest in der Theorie.“ 

Gründen lernen

Trotz der damit verbundenen Unsicherheiten ist Aisulu zu jedem Zeitpunkt klar, dass sie ihr Gründungsvorhaben in die Tat umsetzen möchte: „Ich hätte es bereut, wenn ich es nicht wenigstens versucht hätte“, betont sie selbstbewusst. Neben ihrem BWL-Studium nutzt sie darum alle Möglichkeiten, die die FHWS bietet, um ihren Wunsch nach der Selbstständigkeit voranzubringen: Sie besucht die Ringvorlesung Gründen@FHWS im allgemeinen Wahlpflichtmodul und die Campus Startup Night, außerdem vernetzt sie sich im regionalen Gründungsökosystem mit den Gründerzentren, der Gründerwerkstatt Würzburg und der IHK. 

Der Weg zum Social Media Business

Dass Social Media Marketing Schwerpunkt des eigenen Vorhabens wurde, ist das Ergebnis eines Findungsprozesses. „Während der Pandemie habe ich unterschiedlichste Ideen und Konzepte ausprobiert“, erzählt Aisulu. „Eines Tages kam der Vorschlag einer jungen Unternehmerin, an einem Social Media Marketing Pilotprojekt zusammen zu arbeiten. Ich habe nicht lange gezögert.“ Die Kooperation scheitert, doch der erste Grundstein ihrer Social-Media-Karriere ist gelegt. Nach ihrem Studium besucht Aisulu insgesamt drei Fortbildungen mit Social-Media-Schwerpunkt, die sie in ihr eigenes Business-Konzept integriert: Heute bietet Aisulu selbst Schulungen und Workshops, operative Unterstützung und strategische Dienstleistungen an, wobei ihr letztere besonders am Herzen liegen: „Dabei geht es um die systematische Herangehensweise, dass man die sozialen Medien mit Sinn und Verstand bedient und nicht einfach drauf loslegt irgendwelche Inhalte hochzuladen – oder, was noch schlimmer ist, Social Media Ads zu schalten.“ Angst vor dem Shitstorm hat sie nicht – und ermutigt auch Unternehmen dazu, sich von Vorbehalten gegenüber den sozialen Medien zu lösen: „Wenn man als Unternehmen gute, hochwertige Produkte oder Dienstleistungen liefert, hat man nichts zu befürchten. Gepaart mit einwandfreiem Kundenservice und schneller Reaktionszeit, ist man der Konkurrenz weit voraus.“ Für einen professionellen Auftritt lohnt sich für viele Unternehmen dennoch Unterstützung „von außen“: „Alle, die es aus eigener Kraft nicht schaffen oder es nicht besser wissen, sollten sich Unterstützung holen.“ 

Finden, was man liebt

Für Aisulu erfüllt sich mit der eigenen Social Media Marketing Agentur ein lebenslanger Wunsch. Es selbst mit der Gründung zu versuchen, ist allerdings eine individuelle Frage, wie sie betont: „Jeder sollte für sich entscheiden, was ihm oder ihr wichtig ist und was und wie man in diesem Leben etwas erreichen möchte. Man muss finden, was man liebt. Das ist alles.“ 

 

Aisulu findet ihr online auf LinkedIn!

Von Felix Liedel


International gründen und studieren an der FHWS

Der Hochschulservice Internationales und das Projekt EntrepreneurSHIP besuchen die deutsche Schule Sevilla. Ein Reisebericht.

EntrepreneurSHIP wirkt – diese Botschaft senden wir aus unserem Projekt zur Gründungsunterstützung und -sensibilisierung an der FHWS immer wieder an Studierende und in das regionale Gründungsökosystem. Seit zwei Jahren beteiligen wir uns intensiv an der Lehre, führen Veranstaltungen mit regionalen Partnern durch und begleiten einzelne Teams ganz individuell bei ihren Wegen in die Selbstständigkeit. Kann diese Strategie sogar international Früchte tragen? Diese Frage stellt sich, als Juan Pablo Juárez Castro vom Hochschulservice Internationales mit einer – auch für uns ungewöhnlichen – Frage auf uns zukommt: Ob wir Lust haben, an der deutschen Schule Albrecht Dürer in Sevilla mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen, Wege der studienbegleitenden Gründung aufzuzeigen und einen eigenen Workshop anzubieten? Haben wir! 

Obwohl wir zeitgleich selbst eine große „Startup! Competition“ in Lohr veranstalten, lassen wir uns diese Chance natürlich nicht entgehen: Für die FHWS ist Internationalisierung in den vergangenen Jahren ein wichtiges Anliegen geworden – und auch wir vom EntrepreneurSHIP-Team freuen uns immer wieder über internationale Gründerinnen und Gründer, die wir durch unsere Arbeit bestmöglich unterstützen möchten. Also fliege ich gemeinsam mit Juan Pablo nach Sevilla und freue mich auf zwei Tage Sensibilisierung und Qualifizierung – diesmal in einem ganz anderen Umfeld, als gewohnt.

Eine Innovationsmesse für Schülerinnen und Schüler

Doch zunächst sind einige Details zu klären – eine richtige Vorstellung davon, was uns in Sevilla erwartet, habe ich nämlich nicht. Juan Pablo erzählt mir, dass die deutsche Schule Sevilla bereits zum dritten Mal diese bedeutende Messe für Innovation und Unternehmertum veranstaltet: Aus ganze Spanien kommen Schülerinnen und Schüler zusammen, um ihre Gründungsideen vorzustellen. Eine Jury mit Mitgliedern aus Politik und Wirtschaft der Region Andalusien, sowie Hochschulpartnern (darunter die FHWS) entscheidet dann über die innovativsten und erfolgversprechendsten Ansätze. Begleitend werden Workshops und Seminare durchgeführt, die den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, ihre Ideen auszubauen und Perspektiven für ihre weiteren Karrieren zu entwickeln. Mein Workshop trägt den Titel „Von der Idee zum Konzept: Gründen an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften“. Ich möchte ein Planspiel mit den Schülerinnen und Schülern durchführen und gemeinsam mit ihnen fiktive Gründungsideen ausformulieren. Doch es kommt anders – dazu später mehr.

Zurück in den Reisemodus

Aber der Reihe nach: Nach zwei Jahren „stay at home“ hat das Reisen, jedenfalls für mich, einiges von seiner Selbstverständlichkeit verloren. Zwar war ich vor der Pandemie geschäftlich und privat viel unterwegs, doch die nach wie vor hohen Inzidenzen bringen einige Herausforderungen mit sich: Von den langen Fahrten und Flügen mit Maske bis hin zu spezifischen und sich stetig wandelenden Ein- und Ausreisebedingungen ist viel zu beachten. Ich bin froh, dass Juan Pablo mich bei der Organisation und in allen Phasen der Reise mehr als nur professionell unterstützt. Trotzdem läuft, zumindest bei der Hinreise, nicht alles glatt: Erst meldet die S-Bahn in München einen technischen Defekt, dann müssen wir sogar das Flugzeug wechseln, als ein Fehler an der Enteisungsanlage festgestellt wird. Es wirkt fast so, als müssten nicht nur wir wieder zurück in den „Reisemodus“ finden. Als ich endlich in meiner Pension in Sevilla ankomme, stelle ich fest, dass der telefonische Check-In ohne Spanischkenntnisse genauso schwierig ist, wie es sich anhört. Irgendwie klappt es schließlich trotzdem – und so endet der Anreisetag mit ein paar Tapas in einer netten Bar, ganz nahe an der berühmten Kathedrale von Sevilla.

Projekte für die Nachhaltigkeit

Am Donnerstag geht es dann endlich los: Juan Pablo und ich besuchen die deutsche Schule, nehmen an der repräsentativen Einführungsveranstaltung teil und informieren uns über die Schülerprojekte. Es gibt Ideen für Beleuchtungsanlagen mit Bakterien, eine App zur Erleichterung der Studienwahl und ein Nachhaltigkeitspaket zur Verbesserung der Meerwassersituation. Ich bin beeindruckt von der Innovationsfreude und Vielseitigkeit, aber auch von der Hilfsbereitschaft und wechselseitigen Wertschätzung der spanischen Schülerinnen und Schüler. Außerdem wird deutlich, dass der Nachhaltigkeitsgedanke in vielen der vorgestellten Gründungsideen eine zentrale Rolle spielt. „Es ist nicht immer einfach, technologiebasierte Projekte und gesellschaftlichen Auftrag miteinander zu verbinden“, berichtet eine spanische Kollegin beim Mittagessen. Umso wichtiger ist es aber, Wirtschaft und soziales Zusammenleben nicht als natürliche Feinde zu begreifen, sondern beides ineinander aufgehen zu lassen.

Studieren an der FHWS

Darüber sprechen wir auch am kommenden Tag in meinem Workshop: Gestaltungswille ist eine wesentliche Eigenschaft, die angehende Gründerinnen und Gründer mitbringen sollten und die maßgeblich dazu beiträgt, gegenwärtige Verhältnisse durch innovative Projekte zu verbessern. Doch was bringt Schülerinnen und Schüler eigentlich dazu, über Entrepreneurship als Zukunftsperspektive nachzudenken? „Freie Zeiteinteilung“ wird genannt, „der eigene Chef, bzw. die eigene Chefin sein“ und die „Möglichkeit, sich kreativ auszuleben“. Schnell wird klar: Die spanischen Schülerinnen und Schüler denken gar nicht so anders, wie die Gründerinnen und Gründer, die wir im Projekt EntrepreneurSHIP kennenlernen dürfen. Gleich mehrere Kursteilnehmer erzählen mir von ihrem großen Interesse an den Wissenschaften und technologiebasierter Forschung. Für viele wird die Wahl eines Studienortes bald relevant werden. Spontan entschließe ich mich dazu, das Konzept des Workshops etwas anzupassen: Statt den Freitagmittag zu nutzen, um ein weiteres Businessmodell durchzugehen, spreche ich lieber über die Möglichkeiten, die die FHWS bietet, innovative Gründungsprojekte studienbegleitend zu unterstützen und zeige einige Beispiele technologiebasierter Ausgründungen. Dann erzähle ich von unseren Lehrveranstaltungen und Vernetzungsformaten, von Einzelberatungen und Fördermittelanträgen und dass der Hochschulservice Internationales gerne dabei hilft, internationalen Studierenden den Start an der FHWS leicht zu machen. Dass für die Schülerinnen und Schüler bei der Wahl des Studienortes auch ganz andere Argumente eine Rolle spielen, wundert mich aber nicht: Ob man an unseren Standorten auch rudern kann, möchte ein Schüler beispielsweise von mir wissen. Ja, kann man! Punkt für Würzburg-Schweinfurt.

Auf Wiedersehen!

Auch unsere Gastgeber aus Sevilla zeigen sich am Freitagnachmittag mit der Veranstaltung zufrieden und äußern Interesse an künftigen Kooperationen. Juan Pablo und ich versprechen in Kontakt zu bleiben. Für uns hat sich der Sevilla-Besuch gleich mehrfach gelohnt: Wir konnten nicht nur eine spannende Institution deutsch-spanischen Bildungsaustauschs besser kennenlernen, sondern darüber hinaus mit potenziellen künftigen Studierenden ins Gespräch kommen und so gleichermaßen einen Beitrag zur Internationalisierung, wie auch Sensibilisierung für die unterfränkische Gründungskultur leisten. Mit diesem guten Gefühl treten wir schließlich auch die Heimreise an – und freuen uns schon heute auf ein mögliches Wiedersehen. 

Von Felix Liedel

Juan Pablo Juárez Castro und Felix Liedel in Sevilla (c) EntrepreneurSHIP

Female Entrepreneurship bei TV Mainfranken

TV Mainfranken besucht das EntrepreneurSHIP-Team im Pavillon.

Sandra Hechelmann von TV Mainfranken besucht unseren EntrepreneurSHIP-Pavillon und spricht mit unseren Gründerinnen Lisa Wolf und Eileen Rößler über Female Entrepreneurship!

Lisa Wolf erzählt von ihrer Idee für den 3D Druck- und Scan Service ihres StartUps. Die 23-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen im Master Studiengang an der FHWS und möchte mit ihrem Business die additive Fertigung im Metalldruck revolutionieren. Anschließend spricht Eileen Rößner über ihre Idee für ein eigenes Business. Die 23-jährige Studentin für International Management hat bereits einen Businessplan für ihr Produkt erstellt. Hierbei handelt es sich um ein Alltags-Gadget, mit dem sie das Frühstück eines Jeden verbessern möchte.

Den kompletten Beitrag findet Ihr auf den Seiten von TV-Mainfranken!


Remindfully - Mindful Work

Remindfully -  wir glauben an die Kraft von guten Gefühlen.

Das Gründungsteam Remindfullly gibt dir die Möglichkeit, kontinuierlich und in kleinen Schritten zu einem achtsameren Lebensstil zurückzufinden oder ihn neu zu lernen - ganz bequem ahand ihrer App. Sie sind der Überzeugung, dass Menschlichkeit, Ursprünglichkeit und Verbindung unsere Welt einen großen Schritt nach vorne bringen kann. Um genauer zu sprechen: nicht nach vorne, sondern zurück. Zurück zu Gemeinschaft. Zurück zu Empathie. Zurück zu Dankbarkeit. Zurück zu Freude, Ehrlichkeit und guten Gefühlen. Diesen Weg möchten Remindfully wieder begehbar machen, das ist ihre Mission.


Nachfolge ist weiblich


einfach mensch - Lili Schleebach und Benedikt Korkmaz

Die beiden FHWS-Absolventen schaffen mit „einfach mensch“ eine Plattform, die vorurteilsfrei aufklärt und so allen Menschen die Möglichkeit gibt, sich und seine/ihre Sichtweise zu erweitern oder auch zu repräsentieren. Die Themen, die „einfach mensch“ beschäftigen, sind wichtige Themen unserer Gesellschaft.

Wie „einfach mensch“ Verantwortung trägt und Haltung zeigt und wie man beispielsweise durch den Kauf eines T-Shirts das soziale Startup unterstützen kann, findet man im Shop.

 

 

 

Urheber:innen Vivian Becker

Stipendiaten von WeSort.AI verbessern Abfall-Sortierung

Abfälle noch besser als bisher sortieren und recyclen: Dieses Vorhaben realisiert das Startup „WeSort.AI” mit den Stipendiaten Martin Körner, Nathanael Laier, Johannes Laier, Christian Schärf, Simon Diener, Philipp Väth und Tobias Scheuer.

 Ihnen stehen hierfür Räumlichkeiten im Chancen-Center Maintal in Schweinfurt zur Verfügung, das auch von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) genutzt wird. Jan Hofmann vom Projekt EntrepreneurSHIP begrüßte gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Schiffler das Start-Up „WeSort.AI” im Chancen-Center. Das Team entwickelt KI-Systeme zur Analyse von Abfall, um mehr Stoffe deutlich reiner und kostengünstiger zu sortieren und den Ressourcenkreislauf zu optimieren. Für das Projekt erhält das Start-Up eine Förderung über das bayerische FLÜGGE-Programm.

Optische Sensorik und Machine-Learning-Algorithmus

Um einen wesentlichen Schritt in eine nachhaltige Zukunft zu gehen, so Martin Körner, entwickelt das Team eine KI-basierte Müllanalyse- und Sortiermaschine: Diese sortiere den Abfall reiner, signifikant kostengünstiger und in granularen Klassen. Die optische Sensorik über den Förderbändern erkenne mittels KI als Analysemodul Objekteigenschaften der Müllstücke, z.B. mit den Attributen PET, Flasche, transparent, 60 g, Coca Cola. Anschließend, so der Stipendiat weiter, „steuert in einer mit Luftdruckdüsen bestückten Trennkammer ein Machine-Learning-Algorithmus die Düsen, um das Müllstück in den korrekten Stoffkanal abzublasen. Die Kontrollkameras in den Stoffkanälen senden zur selbstlernenden Optimierung des Algorithmus ein Feedbacksignal, ob das Müllstück im richtigen Kanal gelandet ist.“

In den Räumen des Projektes EntrepreneurSHIP und mit der Unterstützung durch Professor Schiffler von der Fakultät Maschinenbau kann das zukünftige Unternehmen in einer innovationsfördernden Umgebung seine Prototypen testen und seinen Ideen freien Lauf lassen. Dafür steht u.a. im Labor Additive Fertigung ein 3D-Metalldrucker zur Verfügung.


App für die Barrierefreiheit: FHWS-Studenten entwickeln „HandicApp“

Bedürfnisse äußern, ohne zu sprechen, Spiele spielen, ohne die Hände zu benutzen und Videoclips auswählen, ohne die Finger zu bewegen: Das alles soll eine App möglich machen, die ein ambitioniertes Gründerteam an der FHWS entwickelt. Die Zielgruppe: Menschen mit „Handicaps“. „HandicApp“, so der Name des Projekts, soll Kommunikation für Menschen mit körperlichen Einschränkungen künftig erleichtern. Eine innovative Idee, die auf großen Anklang stößt: Jetzt wurden Janik Ehrhardt und Tobias Moritz dafür mit dem Gründungsstipendium „Exist“ ausgezeichnet.

Von der Abschlussarbeit zum „Business Case“

Die Idee zu HandicApp geht auf die Bachelor-Arbeit von Tobias Moritz im Fach Wirtschaftsinformatik am Lehrstuhl für Sozioinformatik von Prof. Dr. Nicholas Müller zurück: In dieser Arbeit untersuchte er, inwieweit es möglich ist, ein Medium dazu zu bringen, auf Körperbewegungen der Nutzenden zu reagieren. Zusammen mit Janik Ehrhardt, Absolvent der BWL und Wirtschaftsmathematik, wurden verschiedene Anwendungsfälle identifiziert – von E-Learning-Umgebungen bis zum autonomen Fahren. Doch mit einer barrierefreien Navigationsapp für körperlich eingeschränkte Nutzende wurde schließlich der ideale „Usecase“ identifiziert. Es folgten erfolgreiche Teilnahmen bei Wettbewerben – beispielsweise der Sieg beim Würzburg Accelerator Track: Pitch Battle. Vor allem aber die Auszeichnung als innovativste soziale Idee Deutschlands bei der Red Bull Basement Challenge im November 2020 sollte sich als wegweisend herausstellen: „Da wurde mir klar, dass HandicApp mehr ist als eine „nette soziale Idee“, sondern dass dahinter ernsthaftes, auch ökonomisches, Potenzial steckt“, erinnert sich Janik Ehrhardt.

Mehr als eine Navigationsapp

Schon jetzt ist HandicApp für den pflegerischen Bereich quasi einsatzbereit: Die App registriert Kopfbewegungen der Nutzenden wie Nicken, Drehen und Neigen und übersetzt sie in Anweisungen. „So können Gefühlsäußerungen ermöglicht werden, die beispielsweise in einem Pflegeumfeld üblich sind. Die App kann also dazu benutzt werden, um Gefühle wie Hunger, Schmerzen oder persönliches Wohlbefinden zu artikulieren“, erklärt Janik Ehrhardt. Dabei möchten es die beiden Gründer aber nicht belassen: Mit fortschreitender Entwicklungszeit sind auch Schnittstellen zu anderen Smartphone-Apps wie Youtube oder Facetime geplant, die sich über HandicApp ansteuern lassen. „So werden eigenständige Entscheidungen der Nutzenden möglich, die nicht von Pflegekräften abhängig sind“, betont Janik Ehrhardt. Gerade im Entertainment-Bereich wird HandicApp schließlich besonderes Potenzial entfalten: Eigenständige Minigames sollen künftig direkt in die App integriert werden.

Mit dem Exist-Stipendium zur Gründung

Das Exist-Stipendium soll Janik Ehrhardt und Tobias Moritz nun dabei helfen, ihr Projekt in die nächste Phase zu bringen. „Exist“ ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Start-Ups-to-be in der Vorgründungsphase, das jährlich an ca 200 Gründungsteams vergeben wird: Ein Jahr lang wird handicApp nun in Form von Stipendien für die beiden Gründer und erheblichen Zuwendungen für Sachmittel und Coachings unterstützt. Das Stipendium ermöglicht den beiden Gründern, die App weiterzuentwickeln und in die Gründungsphase zu überführen. Zusätzliche Unterstützung erhalten sie dabei durch den als Mentor fungierenden Prof. Dr. Nicholas Müller und einem Netzwerk von Beratern, unter anderem aus den Bereichen Kommunikation, Gründung und Sonderpädagogik.

Einen vorläufigen Businessplan gibt es schon, der nun detailliert ausgearbeitet wird: Das Geschäftsmodell soll dabei B2B- und B2C-Zielgruppen kombinieren: Einerseits sollen Pflegeeinrichtungen angesprochen werden, andererseits wird HandicApp künftig auch im Google App Store verfügbar sein.

Weitere Unterstützung ist übrigens mehr als willkommen, wie die beiden Gründer betonen. So soll es für Studierende der Bereiche Informatik, Design, E-Commerce und Marketing die Möglichkeit geben, Projekt- und Abschlussarbeiten im Rahmen von HandicApp durchzuführen und ihre im Studium erworbenen Fähigkeiten anwendungsbezogen, eigenverantwortlich und in einem gesellschaftlich relevanten Themengebiet einzubringen.


StadtTagebücher

Vielfältige und kreative Mitmach-Stadtkultur für alle. Dafür steht das non-profit 

Projekt StadtTagebücher Würzburg. 

Gefördert von der Stadt Würzburg als gemeinnütziges und interdisziplinäres Citizens-Science Projekt starten wir 2021 in die Umsetzung.


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Eine Servicefachkraft für das Smartphone: Studierende der FHWS entwickeln AR-Leitsystem 


Hesperos

HESPEROS: Wir bewundern das Licht – und vergessen dabei die natürliche Dunkelheit, die für das Ökosystem so wertvoll ist? Light on demand kann hier die Lösung sein.