Transform.RMF

Transformationsoffensive Regiopolregion Mainfranken

Short Facts

  • Laufzeit: 01.07.2022 - 30.06.2025
  • Förderträger: Transformationsstrategien für Regionen der Fahrzeug- und Zulieferindustrie
  • Projektpartner: Verbundpartner ist die Region Mainfranken GmbH: Region Mainfranken GmbH (RMF) Ludwigstraße 10 a 97070 Würzburg
  • Fördersumme: 1,5 Mio €

Kurzzusammenfassung

Hier sehen Sie Inhalte des Projekts Transform.RMF.

Die Regiopolregion Mainfranken ist im Hinblick auf die regionale Wirtschaftsstruktur im besonderen Maße abhängig von der Automobilwirtschaft. Megatrends wie Digitalisierung, Dekarbonisierung, automatisiertes Fahren, Elektro- und Wasserstoffmobilität bzw. alternative Antriebe erfordern eine zukunftsweisende Weichenstellung in der Automobilbranche und stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Besonders die eng miteinander verzahnten Leitbranchen Maschinenbau und Automotive sind in Mainfranken starken Transformationsprozessen ausgeliefert. Der hohe Beschäftigungsanteil in der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie, die enorme Abhängigkeit vom konventionellen Antriebsstrang sowie der demographische Wandel belasten vor allem kleine und mittlere Unternehmen in der Region. Die starke Spezialisierung sowie der geringe Digitalisierungsgrad im ländlichen Raum kommen erschwerend hinzu. Diesem Innovations- und Veränderungsdruck gilt es nun entgegenzusteuern, um die Wirtschaftskraft der Regiopolregion Mainfranken langfristig zu sichern und zu erhalten.

Im Rahmen einer gesamtbayerischen Initiative kooperiert die RMF mit weiteren Modellregionen (Regensburg, Ingolstadt, Europäische Metropolregion Nürnberg). Die Sozialpartner IG Metall und bayme vbm (Bayerische Metall & Elektro-Arbeitgeber), vertreten durch ffw GmbH (Gesellschaft für Personal und Organisationsentwicklung) und f-bb GmbH (Forschungsinstitut betriebliche Bildung), werden Auswirkungen auf die Beschäftigung analysieren und Qualifizierungsmaßnahmen in den vier Modellregionen durchführen. Die Bayern Innovativ GmbH wird als „Klammer“ die Prozesse methodisch begleiten und die überregionale und bayernweite Vernetzung und den Transfer gestalten.

Die Transformationsoffensive Regiopolregion Mainfranken (transform.RMF) sieht die Entwicklung zahlreicher Unterstützungsangebote für KMU vor und wirkt dem bereits spürbaren Fachkräfteengpass durch die Gewinnung, Bindung und Qualifizierung von Humanressourcen entgegen. Die Identifizierung von regionalen Chancenfeldern und die Ermittlung des Unterstützungsbedarfs der KMU münden in eine Zukunftsstrategie. Daraus wird eine mainfränkische Transformations-Roadmap abgeleitet, die den Handlungsbedarf bis 2030 aufzeigt.

Im Mittelpunkt steht das Transformationsnetzwerkt, das Kooperationen und den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft fördert, die Resilienz der Region gegenüber Veränderungsprozessen stärkt und die Innovationskraft der KMU vorantreibt. Das Erfolgskonzept des Transformationsnetzwerkes beruht darauf, den digitalen Wandel der Leitbranchen durch die Nutzung regionaler Potenziale und kollektiver Intelligenz aktiv zu gestalten. Damit verbunden ist das übergreifende Ziel, Mainfranken als starken Standort für intelligente, ressourcensparende und nachhaltige Schlüsseltechnologien zu etablieren. Mit Hilfe einer kompetenzbasierten Vernetzungsplattform (KMU, Expertenpool, Gesellschaft) gelingt es erstmalig, die vorhandenen Fähigkeiten der Region transparent zu machen und Barrieren zwischen den Akteursgruppen abzubauen.

Zur Erschließung der regionalen Handlungsbedarfe und für das Verbinden der Unternehmen mit dem Expertenpool werden Transformations-Coaches eingesetzt, die das Netzwerk kontinuierlich aufbauen und erweitern. Veranstaltungsformate, wie mobile Roadshows mit interaktiven Lernformaten, Living Labs und zahlreiche Austauschformate fokussieren den fachlichen Dialog, bauen Ängste ab und unterstützen ein voneinander und miteinander Lernen. Somit wird nicht nur ein starkes Transformationsnetzwerk etabliert, sondern der Transfer in alle Richtungen unter Beteiligung aller Akteursgruppen sichergestellt.

Die mit dem Wandel einhergehenden neuen Kompetenzen und Anforderungen der Beschäftigten werden mit Hilfe eines Tätigkeitsscreenings, das federführend von ffw und f-bb durchgeführt wird, analysiert. Die RMF und die FHWS übernehmen im Bereich Qualifizierung das Thema „Nutzenzentrierte Transformation der KMU durch angewandte und menschzentrierte F&E in den Bereichen Maschinenbau, Robotik/Automatisierung sowie angewandte KI und kognitive-immersive Assistenzsysteme“. Aufbauend auf das Tätigkeitsscreening erfolgt die Ableitung von Qualifizierungspfaden und Qualifizierungsmaßnahmen. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden, unter Einbezug weiterer Qualifizierungsakteure, kleinteilige Weiterbildungsmaßnahmen, sogenannte Learning-Nuggets, entwickelt und erprobt. Die Lernelemente werden anwendungsorientiert, entlang des gesamten Lebenszyklus eines Mitarbeitenden, erstellt und auf die individuellen Bedürfnisse der regionalen KMU zugeschnitten.

Projektziele und -inhalt

Ziel der Transformationsoffensive Regiopolregion Mainfranken (transform.RMF) ist es, den disruptiven Wandel der Leitbranchen Automotive und Maschinenbau aktiv und erfolgreich zu gestalten. Die Region Mainfranken GmbH (RMF) und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) haben sich hierfür zu einem Verbundvorhaben zusammengeschlossen. Gemeinsam mit weiteren relevanten Akteuren und Akteurinnen der Region (kommunale Wirtschaftsförderer, Arbeitsagenturen, Wirtschaftskammern, Hochschulen, Unternehmen aus betroffenen Schlüsselbranchen (vorwiegend KMU), Gewerkschaften (DGB/IG Metall) und die „Allianz für Fachkräfte Mainfranken“) werden im partizipativen Bottom-Up Prozess Strategien für die regionale Transformation erarbeiten. Die Initiative richtet sich an die Wissenschaft, die Politik, die Industrie bzw. Unternehmen (insbesondere KMU und deren Beschäftigte) sowie an die Gesellschaft und stellt sicher, dass sich diese Akteursgruppen aktiv am Transformations- und Innovationsprozess beteiligen.

Projektkontakt

Prof. Dr.-Ing. Volker Bräutigam