Ausstellungsplakat "LAB 13"

Afrika und Europa: Es geschah zu jener Zeit, als ein politischer Mord die Welt auf den Kopf stellte

13.09.2018, 16:00-16:30 Uhr, Raum D
Vortrag, Julien Bobineau

Die Demokratische Republik Kongo in der Nacht des 17. Januar 1961: Mitten in der Savanne wird ein Mann an einen Baum gefesselt. Ein belgischer Geheimagent gibt ein Zeichen. Schüsse fallen, und der Gefesselte sackt tot in sich zusammen. Er wird verscharrt, und zwei Tage später wieder ausgegraben, um seine sterblichen Überreste in Säure aufzulösen. Nichts soll mehr an diesen Mann erinnern. Was sich wie ein Agententhriller liest, ist in Wahrheit die Geschichte von Patrice Lumumba, dem ersten gewählten Ministerpräsidenten der ehemaligen belgischen Kolonie im Kongo. Sein blockneutrales, politisches Programm unmittelbar im Anschluss an die kongolesische Unabhängigkeit im Jahr 1960 missfiel den Belgiern und deren Verbündeten. Deshalb planten der belgische Geheimdienst und die CIA die Ermordung des Politikers – aus Angst, das geostrategisch wichtige Land an die Sowjetunion zu verlieren. Die Erinnerungskultur jedoch lebt: Noch heute wird Lumumba im kulturellen Gedächtnis des Kongo als Held und Vorkämpfer der Unabhängigkeit verehrt. In meiner Dissertation steht die Darstellung der Figur Lumumba in Literatur, Kunst, Film und Musik im Vordergrund. Daraus ergeben sich Rückschlüsse auf die belgisch-kongolesischen Beziehungen, die auch allgemein für das Verständnis und die weitere Entwicklung europäisch-afrikanischer Beziehungen von Bedeutung sein können.

Zum Vortragenden: Dr. Julien Bobineau hat Galloromanische Philologie, Öffentliches Recht und Philosophie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert. Kürzlich schloss er mithilfe einer Förderung des Bayerischen Elitenetzwerks seine Promotion an der Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften der JMU ab. Derzeit ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Neuphilologischen Institut/Romanistik und gleichzeitig im International Office der JMU tätig.

Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!

Vortragsreihe:19.04., 17.05., 07.06., 14.06., 19.07., 09.08., 06.09., 13.09. und 04.10., jeweils von 16:00-16:30 Uhr

Liebe Besucherinnen und Besucher der Gartenschau und des LAB13,

Doktorandinnen und Doktoranden haben einen großen Anteil an der Forschungsleistung der Universitäten weltweit. Alleine an der Universität Würzburg sind gegenwärtig rund 2700 Promotionsvorhaben registriert. Diese Personengruppe trägt mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erkenntnisfortschritt in allen Wissenschaften bei.

Im LAB13 möchten wir Ihnen mit der Vortragsreihe "Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!“ neun dieser Leistungsträger der Wissenschaft vorstellen. Zusammen präsentieren sie Ihnen einen kleinen aber bunten Strauß von Promotionsthemen aus den fachübergreifenden Graduiertenschulen der Universität Würzburg. Wir hoffen, Ihnen bereits anhand dieser wenigen Beispiele die Begeisterung vermitteln zu können, mit der sich die Promovierenden der Forschung widmen.

Die Vortragenden freuen sich sehr darauf, Ihnen davon zu berichten, was sie erforschen und mit Ihnen über Ergebnisse und Ausblicke zu diskutieren. Sie sind sich dabei der Herausforderung bewusst und nehmen diese gerne an, Wissenschaft allgemeinverständlich zu vermitteln. Dabei folgen Sie der Maxime von Albert Einstein, der sinngemäß sagte: „Man muss Dinge so einfach machen wie möglich, aber nicht einfacher.“

Lassen Sie sich also ein auf jeweils 30 Minuten aktuelle Forschung und lernen Sie die Personen dahinter kennen.
 
Dr. Stephan Schröder-Köhne
Graduiertenschulen der Universität Würzburg