Ausstellungsplakat "LAB 13"

Die Stammzellen des Fuchsbandwurms

19.04.2018, 16:00-16:30 Uhr, Raum D
Vortrag, Michaela Herz

Stammzellen bestimmen Entwicklung und Regeneration in allen mehrzelligen Organismen, indem sie sich teilen und schließlich spezialisierte Zellen mit ganz verschiedenen Aufgaben hervorbringen. Warum sind nun aber ausgerechnet die Stammzellen des Fuchsbandwurms so wichtig? Der Fuchsbandwurm ist der gefährlichste Parasit in Europa. Wenn sich Menschen mit dem Fuchsbandwurm infizieren, wächst der Parasit in der Leber und bildet dort ein blasenförmiges Gewebe, das im Lauf der Zeit die gesamte Leber zerstört. Wir wissen inzwischen, dass das Wachstum des Parasiten ausschließlich auf der Vermehrung von Stammzellen beruht. Aber was macht eigentlich die Stammzellen aus? Wie unterscheiden Sie sich von „normalen“ Zellen? Um diese Fragen zu beantworten, untersuche ich die Stammzellen auf der Ebene von Genen. Durch raffinierte Vergleiche von verschiedenen Proben kann ich herausfinden, welche Gene in den Stammzellen aktiv sind. Dieses Wissen hilft uns, das Verhalten und die Funktion der Stammzellen und den Fuchsbandwurm insgesamt besser zu verstehen. Als Medizinerin hoffe ich aber auch, dass sich aus diesem Wissen Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Medikamente gegen den Fuchsbandwurm ergeben.

Dr. med. Michaela Herz studierte an der Universität Würzburg Medizin und Experimentelle Medizin. Für ihre medizinische Doktorarbeit zum Thema Serotonin- und cAMP-Signalweg des Fuchsbandwurms erhielt sie 2016 den Klug und Sichler Preis. Seit 2015 erforscht sie im Rahmen einer naturwissenschaftlichen Doktorarbeit an der Graduiertenschule für Lebenswissenschaften der Universität Würzburg in der Arbeitsgruppe von Prof. Brehm die aktiven Gene der Stammzellen des Fuchsbandwurms.

Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!

Vortragsreihe:19.04., 17.05., 07.06., 14.06., 19.07., 09.08., 06.09., 13.09. und 04.10., jeweils von 16:00-16:30 Uhr

Liebe Besucherinnen und Besucher der Gartenschau und des LAB13,

Doktorandinnen und Doktoranden haben einen großen Anteil an der Forschungsleistung der Universitäten weltweit. Alleine an der Universität Würzburg sind gegenwärtig rund 2700 Promotionsvorhaben registriert. Diese Personengruppe trägt mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erkenntnisfortschritt in allen Wissenschaften bei.

Im LAB13 möchten wir Ihnen mit der Vortragsreihe "Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!“ neun dieser Leistungsträger der Wissenschaft vorstellen. Zusammen präsentieren sie Ihnen einen kleinen aber bunten Strauß von Promotionsthemen aus den fachübergreifenden Graduiertenschulen der Universität Würzburg. Wir hoffen, Ihnen bereits anhand dieser wenigen Beispiele die Begeisterung vermitteln zu können, mit der sich die Promovierenden der Forschung widmen.

Die Vortragenden freuen sich sehr darauf, Ihnen davon zu berichten, was sie erforschen und mit Ihnen über Ergebnisse und Ausblicke zu diskutieren. Sie sind sich dabei der Herausforderung bewusst und nehmen diese gerne an, Wissenschaft allgemeinverständlich zu vermitteln. Dabei folgen Sie der Maxime von Albert Einstein, der sinngemäß sagte: „Man muss Dinge so einfach machen wie möglich, aber nicht einfacher.“

Lassen Sie sich also ein auf jeweils 30 Minuten aktuelle Forschung und lernen Sie die Personen dahinter kennen.
 
Dr. Stephan Schröder-Köhne
Graduiertenschulen der Universität Würzburg