Ausstellungsplakat "LAB 13"

Lebensgefahr durch Therapie: Die Transplantat-gegen-Wirt Erkrankung

14.06.2018, 16:00-16:30 Uhr, Raum D
Vortrag, Musga Qureischi

Bei Leukämien (Blutkrebs) vermehren sich manche Zellen des Immunsystems völlig unkontrolliert. Diese entarteten Immunzellen nehmen dann im Knochenmark den Platz der funktionierenden Immunzellen ein. So werden ausgerechnet die Zellen, die für die Abwehr von Krankheiten zuständig sind, zum Problem. Ärzte können das kranke Immunsystem und damit die Krebszellen zwar weitgehend abtöten, allerdings würde ein Mensch ohne Immunsystem an jedem Schnupfen sterben. Deshalb erhalten Patienten eine Stammzellspende, um ihr krankes Immunsystem durch ein gesundes Immunsystem eines Spenders zu ersetzen. Das transplantierte Immunsystem schützt den Empfänger nicht nur vor Infektionen, sondern es bekämpft auch die restlichen, entarteten Immunzellen (Krebszellen), die zuvor nicht vollständig abgetötet wurden (sog. Anti-Krebsantwort). Bei der Transplantation der Spenderzellen kommt es jedoch manchmal zu einer - im schlimmsten Fall tödlich verlaufenden - Komplikation: Lebenswichtige Organe des Empfängers werden geschädigt, weil sich das neue Immunsystem noch nicht ausreichend an den Körper des Empfängers - des Wirts – angepasst hat. Diese Komplikation heißt demgemäß „Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung“. Unsere Forschungsgruppe arbeitet an neuen Behandlungsansätzen, mit denen wir versuchen, die gefährliche Komplikation zu verhindern, ohne dabei gleichzeitig auch die sehr erwünschte Anti-Krebsantwort zu unterdrücken. Wie wir dabei vorgehen, erfahren Sie in meinem Vortrag.

Zur Vortragenden: Musga Qureischi hat Biologie in Würzburg studiert und ist seit 2016 Doktorandin an der Universitätsklinik Würzburg im Zentrum für Experimentelle Stammzelltransplantation. Sie promoviert im Rahmen der Graduiertenschule für Lebenswissenschaften der Universität Würzburg und wird dabei von einem Stipendium der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder unterstützt.

Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!

Vortragsreihe:19.04., 17.05., 07.06., 14.06., 19.07., 09.08., 06.09., 13.09. und 04.10., jeweils von 16:00-16:30 Uhr

Liebe Besucherinnen und Besucher der Gartenschau und des LAB13,

Doktorandinnen und Doktoranden haben einen großen Anteil an der Forschungsleistung der Universitäten weltweit. Alleine an der Universität Würzburg sind gegenwärtig rund 2700 Promotionsvorhaben registriert. Diese Personengruppe trägt mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erkenntnisfortschritt in allen Wissenschaften bei.

Im LAB13 möchten wir Ihnen mit der Vortragsreihe "Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!“ neun dieser Leistungsträger der Wissenschaft vorstellen. Zusammen präsentieren sie Ihnen einen kleinen aber bunten Strauß von Promotionsthemen aus den fachübergreifenden Graduiertenschulen der Universität Würzburg. Wir hoffen, Ihnen bereits anhand dieser wenigen Beispiele die Begeisterung vermitteln zu können, mit der sich die Promovierenden der Forschung widmen.

Die Vortragenden freuen sich sehr darauf, Ihnen davon zu berichten, was sie erforschen und mit Ihnen über Ergebnisse und Ausblicke zu diskutieren. Sie sind sich dabei der Herausforderung bewusst und nehmen diese gerne an, Wissenschaft allgemeinverständlich zu vermitteln. Dabei folgen Sie der Maxime von Albert Einstein, der sinngemäß sagte: „Man muss Dinge so einfach machen wie möglich, aber nicht einfacher.“

Lassen Sie sich also ein auf jeweils 30 Minuten aktuelle Forschung und lernen Sie die Personen dahinter kennen.
 
Dr. Stephan Schröder-Köhne
Graduiertenschulen der Universität Würzburg