Ausstellungsplakat "LAB 13"

Strahlentherapie, eine Frage der Dosis

09.08.2017, 16:00-16:30 Uhr, Raum D
Vortrag, Sonja Wegener

1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die nach ihm benannte Strahlung. "Geröntgt" zu werden, ist eine Erfahrung, die wohl jeder schon einmal gemacht hat. Röntgenstrahlung benutzt der Arzt aber nicht nur, um Bilder aus dem Inneren des Körpers zu erhalten. Strahlentherapeuten setzen Röntgenstrahlen auch zur Behandlung von Krebs ein, dann jedoch solche mit sehr viel höherer Energie. Jeder Patient erhält dafür einen individuellen Bestrahlungsplan, der den Tumor optimal erfasst und in der Nähe liegende gesunde Organe bestmöglich schont. Je nachdem, wo der Tumor liegt und wie er geformt ist, können die Feldformen äußerst kompliziert werden. Computer berechnen theoretisch, wie die Strahlen mit der richtigen Stärke an die richtigen Stellen kommen und steuern das Bestrahlungsgerät. Allerdings muss man den Erfolg der Bestrahlung auch noch messen, also herausfinden, wieviel Strahlung jede einzelne Stelle im Bestrahlungsfeld tatsächlich erhält. Diese als Dosimetrie bezeichnete Messung ist jedoch schwierig, wenn die Bestrahlungsfelder sehr klein sind oder man an Feldkanten messen muss. Oftmals kommen die erhältlichen Detektoren dann nämlich an ihre Grenzen. Sie sind teils einfach zu groß, um die nötige Feinheit bei der Ortsauflösung zu erreichen, oder aber das Detektormaterial selbst stört das zu vermessende Strahlungsfeld in teils unverstandener Art und Weise. In meinem Dissertationsprojekt versuche ich, die Probleme der Dosimetrie physikalisch besser zu verstehen, Lösungen zu finden und dadurch die Genauigkeit der Dosisbestimmung im Interesse der Patienten zu erhöhen.

Zur Vortragenden: Sonja Wegener studierte Physik in Bielefeld und Medizinische Physik in Kaiserslautern. Seit 2013 arbeitet sie am Universitätsklinikum Würzburg in der Klinik für Strahlentherapie als Medizinphysikerin. Aktuell ist sie überwiegend im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes tätig und promoviert dabei im Rahmen der Graduate School of Science and Technology der Universität Würzburg.

Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!

Vortragsreihe:19.04., 17.05., 07.06., 14.06., 19.07., 09.08., 06.09., 13.09. und 04.10., jeweils von 16:00-16:30 Uhr

Liebe Besucherinnen und Besucher der Gartenschau und des LAB13,

Doktorandinnen und Doktoranden haben einen großen Anteil an der Forschungsleistung der Universitäten weltweit. Alleine an der Universität Würzburg sind gegenwärtig rund 2700 Promotionsvorhaben registriert. Diese Personengruppe trägt mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erkenntnisfortschritt in allen Wissenschaften bei.

Im LAB13 möchten wir Ihnen mit der Vortragsreihe "Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!“ neun dieser Leistungsträger der Wissenschaft vorstellen. Zusammen präsentieren sie Ihnen einen kleinen aber bunten Strauß von Promotionsthemen aus den fachübergreifenden Graduiertenschulen der Universität Würzburg. Wir hoffen, Ihnen bereits anhand dieser wenigen Beispiele die Begeisterung vermitteln zu können, mit der sich die Promovierenden der Forschung widmen.

Die Vortragenden freuen sich sehr darauf, Ihnen davon zu berichten, was sie erforschen und mit Ihnen über Ergebnisse und Ausblicke zu diskutieren. Sie sind sich dabei der Herausforderung bewusst und nehmen diese gerne an, Wissenschaft allgemeinverständlich zu vermitteln. Dabei folgen Sie der Maxime von Albert Einstein, der sinngemäß sagte: „Man muss Dinge so einfach machen wie möglich, aber nicht einfacher.“

Lassen Sie sich also ein auf jeweils 30 Minuten aktuelle Forschung und lernen Sie die Personen dahinter kennen.
 
Dr. Stephan Schröder-Köhne
Graduiertenschulen der Universität Würzburg