Ausstellungsplakat "LAB 13"

Uenesnächde, nächde ond höid: Veränderungen einer Mundart

17.05.2018, 16:00-16:30 Uhr, Raum D
Vortrag, Christine Bahlo

Christine Bahlo berichtet vom Dialektabbau in ihrem Heimatort Oberweißenbrunn (Rhön). "Schon immer beschäftigten mich die Eigenheiten unseres Dialekts, den ich in meinem Elternhaus erlernte," so ihr Rückblick. Erst durch ihr Studium fand sie heraus, dass es sich beim "Wäissebrönner Platt" um einen fränkisch-hennebergischen Dialekt handelt. Zur Arbeit von Christine Bahlo gehört eine Grunderhebung des Basisdialekts von Oberweißenbrunn bei älteren Sprechern. Diese orientiert sich am "Sprachatlas von Unterfranken", für den von 1989 bis 1995 die Mundarten von 186 Orten untersucht wurden. Dazu geht die Referentin auf Besonderheiten bei Lauten, Formen und Wortschatz ein. Sie zeigt auch, inwieweit Unterschiede im Dialektgebrauch zwischen den Generationen bestehen. Wie bewerten die Sprecher selber den fortschreitenden Dialektabbau und wie sehen sie die weitere Entwicklung der Ortssprache? Zu allem gibt sie einen kurzen Einblick in die Methoden, mit denen Sprachforscher heute ihre Befunde als Grundlage der Analyse ermitteln. Christine Bahlo versteht ihre Arbeit als Beitrag zur Systematik von Sprachwandelerscheinungen, mit der sie auch die Bedeutung von Mundarten als wertvolles Kulturgut für die Identität von Menschen hervor hebt.

Zur Vortragenden: Christine Bahlo, 1949 in Oberweißenbrunn (Rhön) geboren, ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Getreu dem Motto "Zum Lernen ist man nie zu alt" begann sie im Alter von 55 Jahren mit dem Studium der Germanistik an der Universität Mannheim. Nach einem Bachelor- und Master-Abschluss ist sie seit 2016 Promovendin an der Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften der Universität Würzburg.

Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!

Vortragsreihe:19.04., 17.05., 07.06., 14.06., 19.07., 09.08., 06.09., 13.09. und 04.10., jeweils von 16:00-16:30 Uhr

Liebe Besucherinnen und Besucher der Gartenschau und des LAB13,

Doktorandinnen und Doktoranden haben einen großen Anteil an der Forschungsleistung der Universitäten weltweit. Alleine an der Universität Würzburg sind gegenwärtig rund 2700 Promotionsvorhaben registriert. Diese Personengruppe trägt mit ihrer Arbeit wesentlich zum Erkenntnisfortschritt in allen Wissenschaften bei.

Im LAB13 möchten wir Ihnen mit der Vortragsreihe "Faszination Wissenschaft: Einfach spannend!“ neun dieser Leistungsträger der Wissenschaft vorstellen. Zusammen präsentieren sie Ihnen einen kleinen aber bunten Strauß von Promotionsthemen aus den fachübergreifenden Graduiertenschulen der Universität Würzburg. Wir hoffen, Ihnen bereits anhand dieser wenigen Beispiele die Begeisterung vermitteln zu können, mit der sich die Promovierenden der Forschung widmen.

Die Vortragenden freuen sich sehr darauf, Ihnen davon zu berichten, was sie erforschen und mit Ihnen über Ergebnisse und Ausblicke zu diskutieren. Sie sind sich dabei der Herausforderung bewusst und nehmen diese gerne an, Wissenschaft allgemeinverständlich zu vermitteln. Dabei folgen Sie der Maxime von Albert Einstein, der sinngemäß sagte: „Man muss Dinge so einfach machen wie möglich, aber nicht einfacher.“

Lassen Sie sich also ein auf jeweils 30 Minuten aktuelle Forschung und lernen Sie die Personen dahinter kennen.
 
Dr. Stephan Schröder-Köhne
Graduiertenschulen der Universität Würzburg