Blick vom Vorplatz auf den FHWS Standort Sanderheinrichsleitenweg in Würzburg

Veranstaltungsreihe „Denker treffen Lenker“ zum Thema „Innovationen im Grünen“ in Lohr

25.07.2019 | fhws.de, Pressemeldung
Präsident Professor Dr. Grebner: FHWS wird bundesweit ersten Robotik-Studiengang mit 1.000 Studienplätzen anbieten

„Innovationen im Grünen“ lautete das Motto der Veranstaltungsreihe „Denker treffen Lenker“, zu der die „Region Mainfranken GmbH“ eingeladen hatte nach Lohr. 120 Teilnehmer diskutierten über die Digitalisierung als Chance für Unternehmen im ländlichen Raum, unter ihnen der Präsident der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Professor Dr. Robert Grebner.

In ihrer Einführungsrede zeigte sich Judith Gerlach, Staatsministerin für Digitales, zuversichtlich, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland von der Digitalisierung profitieren könne: „Wir waren immer gut darin, Veränderungen mitzugestalten. Das müssen wir auch jetzt, damit aus Helden der analogen Welt Helden der digitalen Welt werden“, so Staatsministerin Gerlach, die aber gleichzeitig warnte: „Der Erfolg der letzten Jahre hat dazu geführt, dass wir in eine Art Dornröschenschlaf gefallen sind, während sich die Welt um uns herum immer schneller verändert. Gerade auf dem Sektor der Künstlichen Intelligenz schlummern enorme Potenziale, die wir noch stärker ausschöpfen müssen und werden – beispielsweise mit einem entsprechenden Aufschlag durch die Staatsregierung im Herbst.“ Möglichkeiten, von denen insbesondere auch der ländliche Raum mit Lösungen in den Bereichen Arbeit, Mobilität, Gesundheit oder Bildung profitieren und sich als Alternative zu Großstädten aufstellen könne.

Die von Staatsministerin Gerlach attestierten Startbedingungen Unterfrankens ins digitale Zeitalter konnte Steffen Winkler von der Bosch Rexroth AG bestätigen: „Unsere Vision der Fabrik der Zukunft lautet: Nur sechs Dinge sind fix – der Boden, die Decke und die vier Wände; alles andere ist komplett flexibel und wandlungsfähig.“ Seit der Begriff Industrie 4.0 im Jahr 2011 das erste Mal aufgetaucht sei, habe sich die Produktivität in Deutschland um lediglich 0,4 Prozent gesteigert, außerdem seien derzeit mehr als siebzig Prozent der Bestandsmaschinen noch nicht vernetzt. „Gesamtwirtschaftlich gesehen hat sich bisher also noch nicht allzu viel getan, was auch daran liegt, dass zu stark in Einzellösungen gedacht wird und Automatisierungstechnologien zu wenig von der Anwenderseite her betrachtet werden. Dabei geht es um nichts weniger als um die Sicherung des Produktionsstandorts Deutschland.“

Wie Hochschulen, Start ups, klein- und mittelständische Unternehmen sowie Kommunen als Gestalter des ländlichen Raums wirken können, wurde in der abschließenden Talkrunde diskutiert. „Produktion ist das, was Werte schafft, und hier müssen wir als Region weiterhin innovativ sein. Und da Innovation in Köpfen entsteht, müssen wir in der Ausbildung Trends früh aufgreifen. Die FHWS wird deshalb im kommenden Jahr den bundesweit ersten Robotik-Studiengang mit 1.000 Studienplätzen anbieten“, so FHWS-Präsident Professor Dr. Robert Grebner über die Rolle der Hochschule.

Einen Trend aufgegriffen hat auch die Stadt Lohr mit ihrem digitalen Gründerzentrum „Starthouse Spessart“. „Es soll nicht nur Inkubator für Neugründungen sein, sondern Unternehmen auch Orientierung geben, in welche Richtung sie bei der Digitalisierung gehen können. Mit einem starken mainfränkischen Netzwerk im Hintergrund verstehen wir uns als Anlaufstelle für Wissensströme, die sonst oft nur in Metropolen kreisen“, machte Bürgermeister Dr. Mario Paul deutlich.

Wie erfolgreich gründen im ländlichen Raum funktioniert, berichtete Patrick Kiesel, Geschäftsführer des Start ups treeIT aus Sandberg: „Ganz abgesehen davon, dass die Gründungskosten im ländlichen Raum niedriger sind, hat sich das mainfränkische Netzwerk aus Hochschulen, Gründerzentren, Wirtschaftsjunioren oder Plattformen wie Denker treffen Lenker als enorm hilfreich erwiesen. Und wenn man dann noch wie wir mit dem Rechner im eigenen Garten arbeiten kann, dann macht Gründen noch mehr Spaß.“

Dass man im ländlichen Raum auch als Hidden Champion die Nase vorne haben könne, zeigte die Wenzel Group aus Wiesthal auf. „Natürlich haben wir gewisse infrastrukturelle Hürden zu überwinden, fühlen uns in Mainfranken insgesamt aber gut unterstützt und sehen die Digitalisierung als große Chance. Wichtig war es uns, die Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen – etwa über einen Ideenwettbewerb – und nichts von oben aufzusetzen“, so Geschäftsführerin Dr. Heike Wenzel.

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Region Mainfranken GmbH)