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Die Technologie des Bitcoin, die Blockchain, und ihre Möglichkeiten in Wissenschaft und Wirtschaft

17.01.2018 | Pressemeldung, FIW
„Blockchain ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst“

Über die Möglichkeit sowie Zukunft des Bitcoins als digitale Währung und Zahlungssystem mag man unterschiedliche Meinungen haben; die Technologie – die Blockchain - auf der sie basiert, kann aufgrund ihrer hohen, dezentralisierten Daten- und Manipulationssicherheit genutzt und eingesetzt werden vor allem in den sensiblen Bereichen der Kryptowährungen und sogenannten Smart Contracts (Computerprotokollen, die Verträge darstellen oder überprüfen).

„Die Blockchain“, so zitiert Andreas Schütz, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt den Autor, Berater und Sprecher Maik Klotz, „ist im Grunde ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen Parteien, das jede Veränderung transparent erfasst.“ Schütz erläutert in seinen Vorträgen sowie auf seiner Homepage die Frage, wann Blockchains u.a. zum Einsatz kämen: beim Einsatz digitaler Transaktionen, bei der Notwendigkeit, eine Transaktionshistorie einsehen zu können sowie als eine weitere Möglichkeit, eine zentrale Vertrauensinstanz zu ersetzen bei gleicher Sicherheit.

Es gäbe viele Möglichkeiten der Nutzung, u.a. in der Finanzbranche, dem E-Government, dem Rechtswesen, dem Internet of Things, der Energie- und Medienbranche, der Medizin und Logistik. Aktuell wird diese Technologie der kontinuierlich erweiterbaren Liste von Datensätzen, die über kryptographische Verfahren miteinander verbunden sind, beispielsweise genutzt bei slock.it, einer Infrastruktur im Sharing-Sektor, modum.io, einer Optimierung von Supply Chain Prozessen; wetrust.io, dezentralisierten Finanzdienstleistungen); steemit.com, einer Community, in der Nutzer für das Teilen ihrer Stimme belohnt werden; joincivil.com, einem Nachrichtenportal oder cryptokitties.co, einem Spiel und Kauf von und mit Kryptokatzen als Lernplattform für wirtschaftliche Prozesse.

Im Jahr 2016 lud Professor Dr. Michael Müßig, Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, zum ersten Mal an der FHWS ein zum Blockchain-Barcamp – die Technologie war eher Insidern ein Begriff, der Veranstaltungsraum entsprechend klein. Ein Jahr später erhält Blockchain einen überwältigenden Zulauf, die Referenten buchen große Säle, die voll sind mit interessierten Zuhörern. Auch in den Lehrveranstaltungen findet diese Technologie immer mehr Nachhall: Im Rahmen des India Gateway Programs der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik führen deutsche und indische Studierende Projekte zur Blockchain durch. Die Gesellschaft für Informatik lädt zu zahlreichen thematischen Schwerpunkten ein. Im Rahmen der Würzburger „web week“ vom 5 bis 12. März soll das Thema referiert werden ebenso wie auf der Würzburger Messe Green Fair am 28. und 29. April. Eine geschlossene Facebook-Gruppe für Interessierte gäbe es bereits, so Andreas Schütz, ein „Kryptostammtisch“ sei geplant.