Blick in einen Flur am FHWS Standort Sanderheinrichsleitenweg in Würzburg

Schnuppertage zeigen den jungen Mädchen ein erweitertes Studien- und Berufsspektrum auf

Rund 100 Schülerinnen nutzten ihre Herbstferien, um naturwissenschaftlich-technische Aspekte kennenzulernen

Rund 100 interessierte Schülerinnen aus dem Landkreis Würzburg und Kitzingen haben sich im Rahmen der zweitägigen naturwissenschaftlich-technischen „Schnuppertage“ an der Hochschule in Würzburg über Studien- und Berufsmöglichkeiten in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fachbereichen informiert. In 33 Workshops zu Themen an der FHWS wie z.B. der „Schnitzeljagd mit Satelliten“, der „Magie des Wassers“, dem „Crowdsourcing: Wenn viele wenig machen“ oder dem „Einkauf und Verkauf im Internet: Was passiert hinter den Kulissen“ oder in Unternehmen mit Workshops u.a. zu den Aspekten „Von der Idee zum Entwurf: Produktentstehung am Computer“ (Brose), „In der Ferne ist Licht – Bau eines Leuchtturms“ (Koenig & Bauer AG) oder die „Navigation mit Garmin – Wir zeigen euch den Weg“ (Garmin) konnten Schülerinnen der Klassen 9 bis 12 verschiedenen Fragen auf den Grund gehen.

In diesem Jahr fanden die Schnuppertage in den Herbstferien neben dem Hochschulstandort Schweinfurt auch in Würzburg und bei regionalen Unternehmen (Brose, Koenig & Bauer, Terex, Salt Solutions, Süddeutsches Kunststoff-Zentrum, Garmin, noxum und rockenstein) statt. In Schweinfurt nutzen die Schnuppertage seit 14 Jahren jährlich mehr als 300 Schülerinnen. Das Angebot für junge Mädchen wird organisiert von der FHWS zusammen mit den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Würzburg, des Landkreises Würzburg und Kitzingen sowie der Agentur für Arbeit Würzburg. Finanziell unterstützt wurden die Schnuppertage von der Sparkasse Mainfranken Würzburg und vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Ziel dieses regionalen Info-Angebotes ist es, Vorurteile und fehlende Informationen gegenüber Technik und Naturwissenschaften - einer vermeintlich klassischen „Männerdomäne" – abzubauen und das mögliche Berufswahlspektrum für Mädchen zu erweitern, um insbesondere den Anteil von Frauen aus Realschulen, Fachoberschulen und Gymnasien in diesen Studiengängen zu erhöhen. Der Bustransfer aus den Landkreisen Würzburg und Kitzingen sowie zwischen den Standorten der Hochschule war für die Schülerinnen kostenfrei.

Im Anschluss an die Grußworte der Bürgermeisterin der Stadt Würzburg, Marion Schäfer-Blake, der Frauenbeauftragten der FHWS, Professorin Dr. Gudrun Täuber, schilderte als sogenanntes Role Model Manuela Gehringer ihren Werdegang sowie ihre Motivation, als Ingenieurin in der Kunststoff- und Elastomertechnik beim Unternehmen Allod Werkstoff GmbH & Co. KG in Burgbernheim tätig zu werden. Im Erzählcafé erläuterten Studentinnen sowie Ingenieurinnen den Schülerinnen Aspekte der Studiengänge wie der Praxis in Firmen und stellten sich den Fragen.

Am ersten Tag lernten die Schülerinnen die Fakultäten Architektur- und Bauingenieurwesen, Kunststofftechnik und Vermessung, Informatik und Wirtschaftsinformatik an der Hochschule kennen. Ihnen wurde gezeigt, wie es in einem Architekturbüro abläuft, sie konnten auf Schnitzeljagd mit Satelliten gehen. Sie hatten zudem die Möglichkeit, nicht nur die Theorie, sondern auch die praktische Anwendung und Umsetzung auszuprobieren, zu schrauben, leimen oder über das Internet „Datenschnüffler“ aufzuspüren. Am zweiten Tag besuchten die Mädchen Workshops bei Würzburger Unternehmen und konnten ihre individuellen Neigungen und Begabungen erkennen, Erfahrungen und Erkenntnisse auf verschiedenen Ebenen der Technik und Naturwissenschaft gewinnen.

Trotz der steigenden Anzahl weiblicher Studierenden hat sich im Laufe der Jahre die typische Fächerwahl beider Geschlechter nicht wesentlich verändert: Männer und Frauen studieren nach wie vor überwiegend geschlechtertypische Fächer: Während sich Studienanfängerinnen deutlich häufiger für ein Fach aus den Sprach- und Kulturwissenschaften, den Sozialwissenschaften, für einen Studiengang im Bereich Gesundheit und soziale Dienste oder für ein Lehramtsstudium entscheiden, wählen die Jungs mehrheitlich ingenieurwissenschaftliche sowie naturwissenschaftliche Fächer.

Weitere Informationen unter Schnuppertage Würzburg.