Eine Gruppe FHWS-Angehöriger aus der Vogelperspektive

Musiktherapie der FHWS beim 2. Würzburger Demenztag sowie in Cambridge und Oslo

25.09.2015 | Pressemeldung, FAS
Forschung, Entwicklung und Anwendung von Musiktherapie

Die Musiktherapie zeigte bei mehreren Veranstaltungen ihre Präsenz: So beteiligte sie sich beim 2. Würzburger Demenztag ebenso wie beim 8. Nordic Music Therapy Congress in Oslo und in Kooperation mit der Erasmus-Partneruniversität Anglia Ruskin University Cambridge.

Im August 2015 fand in Oslo der 8. Nordic Music Therapy Congress statt. Auf diesem war die Musiktherapie der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) mehrfach vertreten. Zum einen präsentierte Professor Dr. Thomas Wosch den Stand der Forschung zu Mikroanalysen in der Musiktherapie. Für dieses Forschungsfeld der Messung kleinster Veränderungen in der Musiktherapie nimmt die FHWS weltweit die Leitungsrolle ein. Zum anderen sind es die Mikroanalysen, die für die Praxis von Interesse für die Entwicklung musiktherapeutischer Diagnostik sind. Dies führte in Oslo dazu, daß Wosch an der Gründung einer Forschergruppe beteiligt war, die die weltweit im Aufbau befindliche musiktherapeutische Diagnostik besser vernetzt und unterstützt (International Music Therapy Assessment Consortium - IMTAC). Die Teilnehmer konnten norwegische Anwendungen von Musiktherapie erleben in der Gemeinwesenarbeit wie z.B. von Chören von Bewohnern von Altenheimen. Darüber hinaus erfuhren sie, dass durch gesetzliche Regelungen in Norwegen zur Musiktherapie in der Psychiatrie gerade ein enormer Fachkräftemangel entsteht, der z.B. durch deutsche Musiktherapeuten abgefedert werden kann.

Im September 2015 wurde die Kooperation zwischen der FHWS und ihrer Erasmus-Partneruniversität Anglia Ruskin University Cambridge / Großbritannien (ARU) vertieft. Das geschah zum einen durch Erasmus-Lehre von Wosch zu Musiktherapie bei Demenz und zur Regulativen Musiktherapie in der Psychosomatik im Masterstudium Musiktherapie der ARU sowie der Beratung von Doktoranden der ARU. Zum anderen gab es mehrere Beiträge auf der ersten britischen Konferenz zu Musiktherapie in der Demenzversorgung, die an der ARU veranstaltet wurde. Wosch war Mitglied im scientific committee dieser Konferenz und damit auch in deren Vorbereitung und Durchführung direkt tätig.

Das geschah vor dem Hintergrund, dass die FHWS den weltweit einzigen Masterstudiengang mit einer Spezialisierung auf Demenz (und Behinderung) anbietet, der von Wosch geleitet wird. Auf der Konferenz gab Wosch auch Beiträge im round-table „Perspectives of ICT, Neurosciences and Music in Dementia Care“ (ICT=Informatik), dessen Thema den Kernpunkt der gemeinsamen Forschung der FHWS und ARU bildet.

Die FHWS- Studierende Evelyn Seidel (Master Musiktherapie für Menschen mit Behinderung und Demenz) präsentierte ihr angenommenes Poster zu den sogenannten S3-Leitlinien Demenz, in dem sie die europaweit erste Aufnahme von Musiktherapie in die medizinischen Leitlinien zur Demenzbehandlung in Deutschland beschreibt. Sie erläuterte den Stand der Musiktherapie in der britischen Demenzversorgung, z.B. mit der Einrichtung von Musiktherapieabteilungen mit bis zu knapp vollen zwanzig Stellen jeweils regionaler Wohlfahrtsverbände in der Demenzpflege.

Das Wachstum des Interesses an dieser Versorgung auch in Deutschland zeigte der 2. Würzburger Demenztag im Vorfeld des Welt-Alzheimertages 2015. Dieser Würzburger Demenztag wurde zum zweiten Mal von der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp in Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Würzburg ausgerichtet. Im Eröffnungsvortrag wurden Zwischenergebnisse der großen Vogel-Studie des Uniklinikums Würzburg zur Früherkennung von Demenz (2010-2020) präsentiert. Im Folgenden referierte u.a. Wosch zum Stand der Forschung, Entwicklung und Anwendung von Musiktherapie bei Demenz.

Eine Absolventin des Masterstudiengangs Musiktherapie an der FHWS, Jasmin Werner (die gerade Ergebnisse ihrer Masterarbeit in „Aging & Mental Health“ veröffentlichte), und Wosch standen am Stand des Studiengangs für Fragen zur Verfügung. Die bereits bestehende Zusammenarbeit zur Demenz zwischen der FHWS und dem Uniklinikum Würzburg wurde vertieft.

Weitere Informationen unter Musiktherapie.