Studierende vor dem Haupteingang der FHWS in Schweinfurt

36 Architektur-Absolventen entwickelten Modelle für die geplante „i-factory“ an der FHWS in Schweinfurt

Ziel: eine digitale Fabrik als interdisziplinäre Modellwerkstatt der Hochschule und der Industrie auf dem „FHWS i-Campus“

36 Architekturabsolventen der Hochschule Würzburg-Schweinfurt stellten sich der Aufgabe, im Rahmen einer Studie im Sinne der angewandten Forschung, ein Konzept für die künftige i-factory der Hochschule auf dem Campus des Schweinfurter i-Campus` zu entwickeln. Diese soll in Form einer Musterfabrik als interdisziplinäre Austausch- und Produktions-Plattform der angewandten Wissenschaften mit der Industrie dienen und die Prozesse der Planung, Realisation, Steuerung und Optimierung der relevanten Fabrikationsprozesse in Verbindung mit dem Produkt auf dem Areal bündeln.

„Die Fabrik der Zukunft für die 4. Industrielle Revolution“, so Professor Stefan Niese, „ist vor allem geprägt durch eine erhebliche digitale Vernetzung zwischen den Innovationsplattformen und den für die Herstellung notwendigen Maschinen und Werkzeugen. Die Motivation des Projektes ist einerseits das sogenannte `Prototyping`, also Produktentwicklung `just in time` in wirtschaftlichen Kleinserien. Andererseits bietet das Konzept `rent a factory` die Möglichkeit, für eine beschränkte Zeit Entwicklungs- und Produktionsflächen zu mieten.“

Aufgabe der Architektur-Absolventen ist es, in ihren Bachelorarbeiten auf eine hohe Flexibilität der Produktions- und Innovationsplattformen zu achten. Neben der Modularität und Veränderbarkeit der vorgeschlagenen Struktur sei das Augenmerk auf den interdisziplinären Austausch innerhalb der Bereiche Büro und Labore zu legen, darüber hinaus sei die Vernetzung und Transparenz ein weiteres wichtiges Kriterium. Das Programm beinhaltet sogenannte „Shop-Floor-Flächen“ für die Produktion, Flächen für Labore und Büros, Seminar- u. Tagungsräume für Schulungen und Räumlichkeiten für die Verwaltung.

Die i-factory ist als Neubauprojekt geplant auf dem ehemaligen Gelände der Ledward-Barracks in Schweinfurt nahe des FHWS-Campus`I. Sie liegt an der Achse zwischen der Industrie und dem Innovations-Cluster im Nord-Westen der Stadt und dem künftigen „i-Campus“ der FHWS im Süd-Osten des Areals. Das Raumprogramm der Konzepte sollte folgende Nutzungen integrieren: die digitale Entwicklung und Fertigung, eine Produktions-, Kreativ- und Innovationsplattform, ein Forum sowie einen „Marktplatz der Ideen“.

Nachdem die angehenden Architekten ihre Abschlussarbeiten den Professoren präsentiert hatten, wählte eine achtköpfige Jury mit Professorin Dr. Gabriele Saueressig, Vizepräsidentin der FHWS, den Professoren Dr. Volker Bräutigam, Stefan Niese, Gunther Benkert und Dorothea Voitländer sowie Stefan Funk, Ropertz & Partner Planungsgesellschaft mbH, Thilo Brandel, Wittenstein AG, und Christian Trips, TRIPS group, die überzeugendsten Projektentwürfe aus. Die Bewertungskriterien waren die Umsetzung der Konzeptidee, die städtebauliche Setzung, die bauliche Gestalt, die Funktionalität und Organisation, das Energiekonzept und die Gebäudehülle, die Einheit von Konstruktion, Energie und Gestalt, die Durcharbeitung und Vollständigkeit sowie der Vortrag und die Präsentation.

Aufgrund der hohen Anzahl von qualitätvollen Arbeiten wurden Preisgruppen gebildet. Fünf erste Preise (Dario Tosolini, Ulrich Weis, Lisa Hepp, Maximilian Rüdling, Stephanie Saam) drei zweite Preise (Alisa Endres, Raphael Zehntner, Patrick Rothweiler) sowie ein Sonder-Ankauf (Madlene Hespelein) wurden vergeben. Die Modelle sowie die ausführlichen Erläuterungen der i-factory-Entwürfe werden während des Tages der Offenen Tür in der FHWS heute (10. Juli) in Schweinfurt ausgestellt.