Eine Gruppe FHWS-Angehöriger aus der Vogelperspektive

4. Menschenrechtswoche: Melanie Ziegler referierte zur „Versorgungsplanung am Lebensende“

08.12.2017 | Pressemeldung, FAS
Ziel müsse eine ganzheitliche Sterbe- und Trauerbegleitung sein für Schwersterkrankte wie das begleitende Umfeld

Melanie Ziegler, FHWS-Absolventin der Fakultät Pflegemanagement und tätig in der Stabsstelle Qualitätsmanagement für die Hospiz- und Palliativversorgung der Würzburger Seniorenwohnanlage am Hubland, referierte zum Thema „Versorgungsplanung am Lebensende“. Professorin Dr. Tanja Henking moderierte den Vortrag im Rahmen der 4. Menschenrechtswoche an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

Der Tod, so Ziegler, sei heute weniger präsent. Im Zuge der Frage, ob man sterben dürfe oder müsse, seien Beteiligte wie z.B. Schwersterkrankte, Angehörige, (Haus-)Ärzte, Senioren- und Pflegeheime aufgerufen, den Tod „in die eigenen Hände zu nehmen“. Die Ein- bzw. Fortführung einer Hospizkultur sei notwendig mit einer ganzheitlichen Sterbe- und Trauerbegleitung, die dann mit Palliative-Care-Maßnahmen beginnen müsse, wenn heilende Maßnahmen nicht mehr sinnvoll seien. Möglich sei es dann, die Lebensqualität der Sterbenden zu optimieren, u.a. mit Musik, Aromen, Kälte- bzw. Wärmebehandlungen, einer ansprechenden Umgebungsgestaltung, Mundpflege, dem Zubereiten des Lieblingsessens oder –getränks sowie Besuch von vertrauten, geliebten Menschen.

Nach dem Vorbild des amerikanischen „Advance Care Planning-Modells“ (ACP) sei, so Ziegler, 2015 in Deutschland die „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ (GVP) initiiert worden zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung erläutert dieses Angebot: „Zunehmendes Lebensalter oder chronisch fortschreitende Erkrankungen machen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen insbesondere zu pflegerischen Maßnahmen und medizinischen Behandlungen sowie psychosozialer Unterstützung in Vorbereitung auf die letzte Lebensphase erforderlich. Vor diesem Hintergrund können zugelassene Pflegeeinrichtungen eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten.

Inhalt der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist ein individuell zugeschnittenes Beratungsangebot über die medizinisch-pflegerische Versorgung und Betreuung in der letzten Lebensphase. Dabei soll bedürfnisorientiert auf medizinische Abläufe in der letzten Lebensphase und während des Sterbeprozesses eingegangen, mögliche Notfallsituationen besprochen und geeignete Maßnahmen zur palliativen und psychosozialen Versorgung dargestellt werden. Bestandteil der Beratungsgespräche soll auch das Angebot zur Aufklärung über bestehende rechtliche Vorsorgeinstrumente (insbesondere Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsvollmacht) bzw. die Möglichkeit ihrer Aktualisierung sein. Die Finanzierung erfolgt für gesetzlich Versicherte über die Krankenkasse.“

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Teilnehmenden Fragen stellen und sich an der Podiumsdiskussion, moderiert von Professorin Dr. Theresia Wintergerst, beteiligen am Austausch mit den Politikern – Kordula Schulz-Asche (Mitglied des Deutschen Bundestages der Grünen), Andrew Ullmann (Mitglied des Deutschen Bundestages der FDP) und Harald Weinberg (Mitglied des Deutschen Bundestages der Linken).