Eine Gruppe FHWS-Angehöriger aus der Vogelperspektive

5. „FH-Förderpreis der mainfränkischen Wirtschaft“ der IHK-Stiftung geht an Professorin Dr. Michos

15.05.2017 | Pressemeldung
Digitale Produktion: Das Projekt steigert die Effizienz von Werkzeugmaschinen an der Fakultät

Der Präsident der IHK Würzburg-Schweinfurt, Otto Kirchner, hat in Schweinfurt den mit 2.534,70 Euro dotierten FH-Förderpreis der unterfränkischen Wirtschaft an die Professorin Dr. Gordana Michos überreicht. Die Professorin für Maschinenbau forscht in der Fakultät Maschinenbau an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt im Bereich der Effizienzsteigerung von Werkzeugmaschinen.

Mithilfe der Förderung möchte Professorin Michos das eingesetzte Messsystem um ein Schnittstellenmodul erweitern. Durch das neue Modul soll eine direkte Kommunikation und ein Datenaustausch zwischen der Werkzeugmaschine und dem Messsystem ermöglicht werden. Unter der Leitung von Professorin Michos wollen die Wissenschaftler so Zusammenhänge zwischen verschiedenen Prozess- und Zustandsdaten der Werkzeugmaschine ermitteln. „Durch das neue Schnittstellenmodul erhalten wir direkt Rückmeldung von der Maschine und können diese intelligenter gestalten. Werkzeugmaschinen sollen zukünftig selbstständig Meldungen an den Maschinenbediener sowie die Fertigungsplanung und -steuerung geben“, so Professorin Michos. „Neben einer effizienteren Prozessführung sind dadurch auch Rückschlüsse zum momentanen Maschinenzustand möglich. Beispielsweise kann ein sich anbahnender verschleißbedingter Ausfall einzelner Komponenten von der Maschine frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Verantwortliche können so noch vor dem Ausfall entsprechend agieren, anstatt auf einen eingetretenen Ausfall reagieren zu müssen“, ergänzt die Professorin.

In Anwesenheit des FHWS-Präsidenten Professor Dr. Robert Grebner, des stellvertretenden IHK-Hauptgeschäftsführers Jürgen Bode sowie des Schatzmeisters der Stiftung, Dr. Rudolf Fuchs, betonte IHK-Präsident Otto Kirchner, wie wichtig praxisnahe sowie technologieorientierte Forschung für den Wissenschaftsstandort Unterfranken sei. Mit besonderer Freude vergebe er den 5. Förderpreis erstmalig an eine Wissenschaftlerin und hoffe, dass sich künftig mehr Frauen trauen, eine technische Ausbildungsrichtung zu wählen.

FHWS-Präsident Professor Dr. Robert Grebner zeigte sich erfreut, dass mit dem FH-Förderpreis das wichtige strategische Thema der digitalen Produktion deutlich unterstützt werde. Im Bereich des Technologietransfers hin von der Wissenschaft in die Wirtschaft habe sich an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften viel getan – neben der Lehre sei es nun auch möglich, anwendungsorientiert zu forschen. Das Technologietransferzentrum Elektromobilität der FHWS in Bad Neustadt habe diesen Schritt in Kooperationsprojekte gerade auch mit regionalen klein- und mittelständischen Unternehmen optimal umsetzen können. Mit vier weiteren Stellen für Forschungsprofessuren seien nun weitere Schritte eingeleitet, um den Technologietransfer im Bereich der digitalen Produktion an der FHWS auszubauen.

Stiftungsschatzmeister Dr. Rudolf Fuchs bedauerte die im Verhältnis zum Stiftungskapital von 405.000 Euro eher kleine Fördersumme; im kommenden Jahr hoffe er im Rahmen eines Unternehmensaufrufes auf eine beachtliche Aufstockung des Betrages, den die Kammer mittragen und der FHWS zur Verfügung stellen werde.

Zum Hintergrund des FH-Förderpreises:

Mit dem FH-Förderpreis unterstützt die unterfränkische Wirtschaft seit 2013 praxisnahe Forschungsprojekte der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Die jährlich ausgezahlte Summe orientiert sich an den Zinserträgen des Stiftungskapitals und variiert entsprechend je nach Zinslage. Bisher wurden rund 12.000 Euro an Fördergeldern ausgeschüttet.

Im Dezember 2010 hatte die IHK-Vollversammlung eine nicht rechtsfähige, treuhänderische IHK-Stiftung „FH-Förderpreis der Mainfränkischen Wirtschaft“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel: spezielle technologieorientierte, innovative Forschungsdisziplinen und Managementtechniken, Vorhaben und Projekte zu fördern. Somit sollen neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickelt werden, die zum Erhalt bestehender und der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Wirtschaftsregion beitragen.

Am 3. August 2011 übergab der damalige IHK-Präsident Dieter Pfister die IHK-Stiftung in feierlichem Rahmen an die Gesellschaft der Förderer und Freunde der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt e.V. Die Wirtschaft hat die Stiftung mit einem Startkapital in Höhe von 250.000 Euro dotiert. Die IHK konnte das Stiftungskapital im Februar 2013 um 100.000 Euro aufstocken. Zur Jahresabschlussvollversammlung 2015 am 10. Dezember überreichten IHK-Präsident Otto Kirchner und IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Ralf Jahn dem Präsidenten der FHWS, Professor Dr. Robert Grebner, einen Scheck in Höhe von 50.000 Euro als Zuspende zum FH-Förderpreis. Damit stockte die IHK das Stiftungskapital für den FH-Förderpreis nun auf 405.000 Euro auf.

Übersicht der bisher geförderten Projekte an der FHWS:

  • 2013: Professor Dr.-Ing. Winfried Wilke und Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt: Studie zur Optimierung der Supply Chain von verderblichen Gütern (OptiChain)
  • 2014: Professor Dr. Christoph Bunsen: Bau eines Elektrorollers
  • 2015: Professor Dr. Karsten Huffstadt: 3D-Scanner zur Echtzeiterfassung eines Modelliermasse-gestützten Designprozesses
  • 2016: Professor Dr. Arndt Balzer: Connected Home Konzept
  • 2017: Professorin Dr. Gordana Michos: PROFIBUS-Schnittstelle für ein Messdatenerfassungssystem