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7. Altenbericht: Über die Rolle der Kommunen für eine senioren- und bürgerfreundliche Gesellschaft

05.12.2016 | Pressemeldung, FAS
Studierende der „Sozialen Arbeit in der alternden Gesellschaft“ diskutierten mit verschiedenen Bundestagsmitgliedern aus unterschiedlichen Parteien

Die Zukunftsthemen der alternden Gesellschaft diskutierte die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften mit dem Familienausschuss des Bundestags in Berlin. Der Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestags, Paul Lehrieder (CSU), lud die Studierenden des Vertiefungsbereichs „Soziale Arbeit in der alternden Gesellschaft“ zu einer Diskussion mit Mitgliedern von der SPD, der CDU und der Linken.

Gerade erschien der 7. Altenbericht der Bundesregierung und betont die wichtige Rolle der Kommunen für eine senioren- und bürgerfreundliche Gesellschaft. Doch die Kommunen sind finanziell sehr unterschiedlich aufgestellt. Gerade im Seniorenbereich gehört eine soziale Infrastruktur in den Kommunen zu den freiwilligen Leistungen. Die finanziell klammen Kommunen leisten sich hier keine Anlaufstellen für die ältere Generation. Eine kommunale Beratungs- und Vernetzungsstelle ist sehr wichtig. Gerade in Notfällen oder schwierigen Lebenslagen finden viele Bürger schwer Rat und verirren sich im Geflecht der Zuständigkeiten.

Die Absolventen des Vertiefungsbereiches signalisierten, wie wichtig flächendeckend die niedrigschwellige Beratung der Bürger, die Vernetzung der Anbieter, Bildung und Treffpunktmöglichkeiten für alle seien. Damit die Kommunen ihre wichtige Rolle erfüllen könnten, müssten sie auch befähigt werden. Dies ist im Sinne der angestrebten Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse wichtig.

Neben der wichtigen Rolle der Kommunen sind die Bereiche Pflege und Rente entscheidend für die zukunftsfähige Gestaltung der alternden Gesellschaft. Petra Crone (MdB, SPD) verteidigte den Ansatz der generalistischen Ausbildung der Pflege: Hier soll die grundsätzliche Spezialisierung der Krankenpflegeausbildung abgeschafft werden. Doch diese stieß auch auf Skepsis: Die notwendige bessere Personalausstattung in den Heimen und eine höhere Bezahlung seien nicht unbedingt an die generalistische Ausbildung gebunden.

Vielen Senioren erfahren Lebensqualität und Lebenszufriedenheit bis ins hohe Alter. Doch dieser Befund habe auch eine Kehrseite: Soziale Ungleichheit nehme im Alter eher zu. Neben den gut etablierten Senioren geraten beispielsweise viele von ihnen, die in Mietwohnungen leben in Armutslebenslagen. Eine zukunftsfähige Rentenpolitik für alle sei hier gefordert.

Die Studierenden nahmen im Zuge ihrer Exkursion in der Hauptstadt an einer Tagung des Hospiz- und Palliativverbandes über den Umgang mit suizidalem Begehren in Krankheit und Alter teil: Sie setzten sich fachlich und politisch mit dem Befund auseinander, dass die Suizidalitätsrate im Alter stark steigt. Deutlich wurde, dass eine notwendige Abhilfe die bessere Behandlung gegen die im Alter häufig vorkommende Altersdepression sei.