Studierende der FHWS, c Jonas Kron

Anpassung an den Klimawandel spielerisch erlernen: Neues FHWS-Forschungsprojekt MainKlimaPLUS hilft Unternehmen dabei, sich auf die Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten

27.04.2021 | fhws.de, Pressemeldung, FWI

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf produzierende Unternehmen und wie können sie sich an verändernde klimatische Bedingungen anpassen? Diese Frage stellt ein neues Projekt zur Nachhaltigkeitsforschung am Institut Digital Engineering (IDEE) der FHWS. Ziel von MainKlimaPLUS ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Herausforderungen des Klimawandels zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zur Anpassung zu entwickeln.

Eine Fragestellung von hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert das Projekt zwei Jahre lang aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit über 193.000 Euro. Die IG Metall Schweinfurt, die Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer Unterfranken (UWK) unterstützen MainKlimaPLUS als assoziierte Partner durch ihre Nähe zur Zielgruppe und als Vermittler für die entwickelten Bildungskomponenten. IDEE-Institutsleiter Prof. Dr.-Ing Jan Schmitt freut sich, „dass wir als junges Institut der FHWS bei einem Wettbewerb des Bundesministeriums erfolgreich waren und in den nächsten zwei Jahren einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Region Mainfranken liefern dürfen.“

Herausforderungen des Klimawandels

Projektmitarbeiterin Sophie Fischer betont die Herausforderungen des Klimawandels, die (produzierende) Unternehmen mittelfristig treffen werden: „Extremwetterlagen, ungünstige atmosphärische Entwicklungen und globale Auswirkungen auf das Wirtschaftsgeschehen: wir alle befinden uns inmitten eines Klimawandels, der deutliche Veränderungen in den bisherigen Denk- und Handlungsmustern erfordert“. Denn in einer globalisierten Wirtschaft befinden sich Unternehmen in starker wechselseitiger Abhängigkeit, insbesondere in Bezug auf Wertschöpfungsketten. Dadurch ist der Produktionsfluss anfällig für externe Störungen, die beispielsweise durch den Klimawandel ausgelöst werden. Hier müssen also frühzeitig Maßnahmen entwickelt werden, um die wirtschaftspolitischen Folgen des Klimawandels zu minimieren.

Klimawandel als Planspiel

MainKlimaPLUS möchte nun durch ein innovatives Bildungsprogramm für Unternehmen entscheidende Impulse setzen. So sollen Akteure aus der Wirtschaft motiviert und dazu befähigt werden, eigenständig individuelle Strategien für die Klimaanpassung zu identifizieren. Als Grundlage dient eine Regionalstudie, die aufbereitet, inwieweit Unternehmen bereits Anpassungsmaßnahmen einleiten. Bezugnehmend darauf wird anschließend ein Videoteaser realisiert. Dieses kurze Video soll die identifizierten Herausforderungen anschaulich aufarbeiten und damit der Sensibilisierung für das Themenumfeld Klimawandel und –anpassung dienen.

Hauptkomponente des Bildungsprogramms ist aber ein Planspiel: hier erleben die Spielbeteiligten verschiedene simulierte, klimatische Bedingungen und können selbst initiierte Anpassungsstrategien erproben sowie deren Wirkung erfahren. „Game based learning-Ansätze“ übertragen systemische Funktionsweisen des Spiels auf spielfremde Umgebungen. So können verschiedene Szenarien des Klimawandels „durchgespielt“ und Auswirkungen und notwendige Anpassungen miteinander in einen Dialog gebracht werden. Unternehmen können auf diese Weise für die Problematik des Klimawandels sensibilisiert und konkrete Maßnahmen anhand praxisnaher Szenarien entwickelt werden.

Über das Förderprogramm

MainKlimaPLUS ist die Abkürzung des Forschungsprojekts „Involvierende Bildungskomponenten zur Ableitung von Anpassungskonzepten für (produzierende) Unternehmen“ (Förderkennzeichen 67DAS216) an der FHWS und adressiert das Förderprogramm DAS (Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels). Mit DAS unterstützt das Bundesumweltministerium seit 2011 innovative Projekte, um beispielsweise bei regionalen Akteuren aus der Wirtschaft bezüglich der Auswirkungen und Anforderungen des Klimawandels einen Bewusstseinswandel zu bewirken. Mit dem Förderschwerpunkt 2 (Entwicklung von Bildungsmodulen zu Klimawandel und Klimaanpassung), sollen geförderte Projekte effektive Kommunikations- und Bildungskonzepte mit „Multiplikatorenwirkung“ (BMU 2021) entwickeln, die Zielgruppen befähigen, Klimaanpassungsmaßnahmen abzuleiten und diesen Bedarf fortwährend in ihre Strategien zu integrieren.

Weitere Informationen unter MainKlimaPLUS

Kontakt:

Sophie Fischer M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „MainKlimaPLUS“

Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen

Institut Digital Engineering (IDEE)

Ignaz-Schön-Straße 11

97421 Schweinfurt

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