Eine Gruppe FHWS-Angehöriger aus der Vogelperspektive

Compliance und der Mittelstand: Die Hochschule Würzburg-Schweinfurt veröffentlicht eine Studie

12.09.2017 | Pressemeldung, FWiWi
Eine weitere Untersuchung prüft, ob das Compliance-Management-System der Wirksamkeit von Prävention dient

Im Rahmen einer Projektstudie haben Studierende des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Compliance & Datenschutz“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt in Würzburg unter der wissenschaftlichen Leitung von Professorin Dr. Angelika Kreitel und dem Wirtschaftskriminologen Uwe Dolata Umfragen mit mittelständischen Unternehmen durchgeführt. 88 Prozent der 86 teilnehmenden kleinen und mittelständischen Unternehmen verstehen unter Compliance die Einhaltung von internen Verhaltensstandards und Richtlinien sowie gesetzlicher Anforderungen.

Die Masterstudierenden haben die Ergebnisse analysiert und hinsichtlich der Umsetzung in Compliance Essentials münden lassen:

1. Haftungsvermeidung und Korruptionsprävention sind Haupttreiber für ein Compliance-Management-System (CMS).

2. Neben Datenschutz sind Bestechungsvermeidung und Bestechlichkeitsvermeidung die Themen mit der höchsten Relevanz innerhalb des CMS.

3. Einkauf und Vertrieb gehören zu den gefährdeten Organisationseinheiten.

4. Das Vorleben der Führungskräfte ist das wesentliche CMS-Instrument.

5. Primär wird eine standardisierte Vorgehensweise (z.B. Regelwerk) für den Umgang mit Verstößen angewendet.

6. Die Prozessberatung ist für KMUs eine zweckmäßige und wesentliche externe Leistung.

7. Festgestellt wurde zudem, dass klein- und mittelständische Unternehmen gegenwärtige niedrige jährliche Ausgaben für Compliance zu verzeichnen haben.

„Compliance ist noch nicht hinreichend beim Mittelstand angekommen“, resümiert Dolata, wobei Kreitel prophezeit, dass sich dies in Kürze durch die CMS-Berichtspflicht und vor allem durch das Inkrafttreten der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 massiv ändern wird. Mit einer weiteren Studie gelte es nun zu eruieren, ob das Compliance-Management-System zur Wirksamkeit von Prävention diene, so Dolata und Kreitel, wobei nach Angaben der Wissenschaftler die Frage interessant erscheine, wie das CMS in die Administration eingebunden sei. Oft handele es sich um eine Stabsstelle, einige Unternehmen setzten auf eine eigene Abteilung. Manchmal seien die Aufgaben der Rechtsabteilung oder der Revision angegliedert. Gerade kleine Unternehmen hätten jedoch weder die besagten, noch eine Personalabteilung vorzuweisen. Das Vorleben der Führungskräfte rücke hier noch mehr in den Fokus.

Nähere Informationen zum MBA-Studiengang unter http://mcd.fhws.de