Hochschulgebäude am Sanderring 8 a in Würzburg

Das Planspiel „Zeit.Druck“ wird im „Creative Cube“ der Hochschule Würzburg-Schweinfurt getestet

31.05.2016 | Pressemeldung, FWI
Studierende der Gutenbergschule präsentierten in besonderer Atmosphäre Arbeitsabläufe unter Zeitdruck in einem Druckbetrieb

Fachwissen, Zeitlimit sowie Kreativität waren die Rahmenbedingungen, denen sich Studierende der Frankfurter Gutenbergschule zusammen mit Wirtschaftsingenieur-Studenten der Hochschule Würzburg-Schweinfurt in einem gemeinsamen Projekt stellten: Im Planspiel „Zeit.Druck“ werden Arbeitsabläufe in einem Druckbetrieb gespiegelt.

Für Anregungen der besonderen Art sorgte vor allem die Raumauswahl für den Projekttag: Der „Creative Cube“ an der FHWS wirkt sowohl stylisch, als auch gemütlich. Er erinnert eher an ein behagliches Szene-Café, als an einen Unterrichtsraum an einer Hochschule. Die Decke besteht komplett aus einer einzigen Milchglasscheibe, hinter der 40.000 farbige LEDs angebracht sind. Diese tauchen den „Creative Cube“ auf Knopfdruck in unterschiedliche Lichtstimmungen – warmer Sonnenaufgang, kaltes Krankenhauslicht oder pulsierende Disco-Beleuchtung sind mit wenigen Mausklicks abrufbar. Die Wände sind mit einer speziellen Oberfläche beschichtet, die beschrieben werden kann. Spontane Einfälle können so ganz intuitiv skizziert werden – ganz ohne Flipchart oder Notizblock. Mitten im Raum ist eine Sitzrunde eingerichtet.

An den Lounge-Möbeln nahmen einige Studierende des Masterstudiengangs „Wirtschaftsingenieurwesen“ der FHWS Platz, Professor Dr.-Ing. Veselin Panshef begrüßte die Gäste der Gutenbergschule Frankfurt. „Ziel ist es heute, die Arbeitsabläufe in einem Druckbetrieb kennen zu lernen. Bitte denken Sie während des Spiels an die möglichen Anforderungen, die im Bereich Requirements Engineering (des Anforderungsmanagements) wichtig sind“, erläutert Professor Panshef die Aufgabenstellung.

Mit diesen Worten übergab er an die beiden Studierenden Kurt Baumgärtner und Christopher Schott. Diese haben das Planspiel „Zeit.Druck“ entwickelt: Dabei treten zwei bis vier Spieler gegeneinander an, um innerhalb eines Jahres in einem großen Druckbetrieb den höchsten Umsatz zu erwirtschaften. Dabei muss mit verschiedenen Ressourcen wie Arbeitskraft, Papier, Farbe und anderen Produktionsgütern effektiv gewirtschaftet werden. „Das Spiel ist unsere Projektabschlussarbeit. Sie wird nun zum ersten Mal von Leuten gespielt, die nicht mit uns verwandt oder bekannt sind“, so Kurt Baumgärtner. Nachdem die Studenten (der FHWS) die ersten Runden gespielt hatten, lief das Spiel flüssig, und es wurde die passende Strategie diskutiert: „Ich glaube, es ist sinnvoll, das Maschinen-Upgrade möglichst früh zu kaufen – damit bekomme ich hochwertigere Aufträge und spare an dieser Stelle Arbeitsleistung für andere Produktionen“, so einer der Spieler.

Der optimale Einsatz der Ressourcen und die zügige Abwicklung der Aufträge brachten Punkte ein, die wiederum in Ressourcen und Upgrades investiert werden konnten. Die Filmaufnahmen, die während des Spiels erfolgten, werden Teil einer Video-Spielanleitung. Die Studierenden der Gruppe „Zeit.Druck“ möchten auf diese Weise die komplexe Spielmechanik so einfach und verständlich wie möglich vermitteln. „Dazu bietet sich ein kurzer Film geradezu an. Spieler möchten nun einmal lieber spielen, als lange Anleitungen zu lesen“, erklärt der angehende staatlich geprüfte Techniker Christopher Schott.

„Wir werden diese interessante Arbeit der Studierenden weiter beobachten. Ich bin selbst sehr gespannt auf die fertige Video-Spielanleitung. Es ist eine großartige Möglichkeit, auch außerhalb des Lernorts Schule in Kontakt mit anderen Lernenden zu treten. Das Interesse der FHWS und die Chance, hier das Spiel vorstellen zu dürfen, sind hervorragend und eröffnen ganz neue Perspektiven!“, so Jan Thomczek, der die Studierenden der Gutenbergschule als Fachbereichsleiter der Fachschule an diesem Tag begleitet. Die Frankfurter Berufsschule unterteilt sich in die zwei Ausbildungsbereiche Druck- und Medientechnik sowie Farb- und Raumgestaltung.