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Das Ziel: Sommerach attraktiv gestalten durch nachhaltigen Wein-Tourismus und positive Ökoeffizienz

12.07.2016 | Pressemeldung, FWiWi
Sieben junge Betriebswirte präsentierten neue Mobili-tätsformen für die Gemeinde und die Bürger Sommerachs

Sieben Studierende des Studienschwerpunktes Logistik an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften haben gemeinsam mit dem Projektgeber, den Bürgermeistern des Ortes Sommerach, untersucht, mit welchen Mobilitätslösungen die Abwicklung der Mobilitätsbedürfnisse der Bürger und Gäste nachhaltig, insbesondere ökologisch abgewickelt werden können.

Im Rahmen einer Art „Bürgerlogistik“ wurden so neuartige und nachhaltige Mobilitätsformen für die Gemeinde Sommerach entwickelt. Das Vorhaben ist integriert in den Plan, Sommerach zu einem ausgezeichneten Weindorf mit neuen und nachhaltigen Selbstversorgungsdienstleistungen zu entwickeln. So sollen zudem alle Aktivitäten im Ort unter Nachhaltigkeitsgesichts-punkten bewertet und – wo sinnvoll – ausgerichtet werden. Die Ziele, die Bürgermeister Elmar Henke u.a. verfolgt, sind eine weitere Attraktivitätssteigerung des Ortes, den er neben den Auszeichnungen als „nachhaltiges Weindorf“ als erste Gemeinde in Unterfranken optimal positionieren möchte; er würde gern den Tourismus in Sommerach weiter ausbauen und einen „nachhaltigen Weintourismus“ etablieren mit einer Effizienzsteigerung der Ressourcennutzung und damit einhergehend positiven ökoeffizienten Folgen.

Um die Bedürfnisse der Bürger im Bereich ihrer Mobilität wissenschaftlich zu untersuchen und Handlungsempfehlungen aussprechen zu können, führten die Studierenden unter Leitung von Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt eine Befragung unter den Sommeracher Bewohnern durch. Die Ergebnisse zeigten, dass bei 1.400 Einwohnern 1.420 Autos zugelassen sind.

Die Sommeracher arbeiten überwiegend im Ort selbst sowie in Würzburg, als Einkaufsort fahren sie vor allem nach Volkach und Kitzingen. Als Fortbewegungsmittel ist der Privat-PKW das Mittel der hauptsächlichen Wahl mit 69 Prozent; der in den Sommermonaten angebotene Mainschleifen-Shuttle-Bus werde kaum genutzt, ebenso wenig der Bürgerbus, der nach Erhebungen der Studierenden nicht immer an den für Bürger gewünschten Tagen fahre und dessen Fahrplan schwer verständlich sei. Um den Sommerachern alternative Fahrmöglichkeiten aufzuzeigen, schlugen die jungen Betriebswirte einen „Tag der Mobilität“ vor, um den Bürgern zum einen ein umweltverträgliches, kostenverträgliches Verhalten darzustellen: Bei einer Fahrstrecke eines Autofahrers von 57,4 Kilometern fielen jährlich 2.147 kg CO2 (Kohlenstoffdioxid) an, bei gleicher Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine fast achtfach reduzierte Menge (269 kg). Zum anderen wären viele Bewohner bereit, neue, nachhaltige Verkehrsmittel zu nutzen: beim Car-Sharing 73 Prozent, bei Mitfahr-Haltestellen 52 Prozent, weitere 49 Prozent der Befragten würde Fahrgemeinschaften anbieten oder in Anspruch nehmen, 27 Prozent umsteigen auf Elektro-Fahrzeuge.

Die Studierenden präsentierten neben einer On- und Offline-Börse für Mitfahr-Gelegenheiten, bei denen gelegentliche wie regelmäßige Fahrten als Suche bzw. Angebote offeriert werden, die Option eines Mitfahr-Konzeptes vor: Dieses ermöglicht Fahrern wie Fahrgästen, sich an festen Plätzen mit grünen „M“-Symbolen über Internetplattformen, Apps oder Mitfahr-Brettern zu treffen und gemeinsam ein Ziel zu erreichen. „Gerade die privaten Bring- und Abholfahrten in Familien können hier durch gemeinsame Abwicklung reduziert werden und Zeitgewinne für die Fahrer erbringen.“ so Prof. Müller-Steinfahrt. Auch schlagen die Studierenden mit dem Motto „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ vor, Angebote des Sommeracher Einzelhandels vermehrt zu nutzen.

Elmar Henke sowie Winfried Kraus begrüßten die Vorschläge: Im September sollten die Fahrpläne des Bürgerbusses entsprechend den Handlungsempfehlungen der Studierenden aktualisiert werden; im Spätherbst werde der „Tag der Mobilität“ erstmalig angeboten werden.