Studierende vor dem Haupteingang der FHWS in Schweinfurt

Der Absolvent und Grafikdesigner Alexander Elsner stellt „Nachkriegsarchitektur“ im Rathaus aus

02.03.2016 | Pressemeldung, FG
Sieben Collagen von Würzburger Häusern erinnern an die Zerstörung im März 1945 als „Grab am Main“

Am 16. März 1945 wurden rund 75 Prozent der Gebäude der Stadt Würzburg im Zuge einer Bombennacht im Zweiten Weltkrieg durch die britische Royal Air Force zerstört. Der Hochschulabsolvent und Grafikdesigner Alexander Elsner stellt unter dem Titel „Nachkriegsarchitektur“ sieben fotografische Collagen von Häusern aus dem Stadtteil Grombühl, stellvertretend für den Wiederaufbau Würzburgs, im Rathaus aus.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt eröffnete die Ausstellung und führte ein in die Kriegs- und Nachkriegsgeschichte. Die Stadt sei geprägt durch die Nachkriegsarchitektur, man habe in den Anfangsjahren alle Überreste bisheriger Bauten genutzt, um neue Häuser zu errichten. Die Gebäude seien an den alten Stellen wiederaufgebaut worden, man habe nicht die Stadt aufgegeben oder sie nach neuen Konzepten anders konzipiert. Eine parallel laufende Ausstellung im Rathaus zeige „Würzburg in Gegenüberstellungen“ der Geschichtswerkstatt mit Fotografien, die bis zum 24. März im oberen Foyer zu sehen sind.

Alexander Elsner erläuterte seine Herangehensweise an das Thema Nachkriegsarchitektur: Als er vor fünf Jahren zum Studieren nach Würzburg gekommen sei, habe er eine schöne Stadt mit Rokoko erwartet und beim Joggen im Stadtteil Grombühl eine sehr andere Optik vorgefunden: Architektonisch interessiert, habe er es tragisch gefunden, wie sehr eine Stadt kaputt gehen könne. Ihn habe fasziniert, wie die Menschen alles, was noch irgendwie für den Wiederaufbau brauchbar war, wiederverwertet hätten. Ziel sei es in der Nachkriegszeit nicht gewesen, architektonische Meisterwerke zu erschaffen, vielmehr sei der Zweck entscheidend gewesen, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Er habe Häuser in Grombühl fotografiert mit verschiedenen Perspektiven, unterschiedlichen Zeitpunkten des Aufnehmens sowie mit variierenden Lichtsituationen und immer mit einem Menschen darauf, inspiriert durch den Kubismus. Durch das Fotografieren von unten wirkten die Darstellungen fragil, so Elsner.