Blick in einen Flur am FHWS Standort Sanderheinrichsleitenweg in Würzburg

Der Schweinfurter Absolvent der FHWS Fabian Schober wurde zum Dr.-Ing. promoviert

24.02.2016 | Pressemeldung, FE
Ziel: Sicherheit und Zuverlässigkeit von Transformatoren in Anlagen der Hochspannungsgleichstromübertragung

Mit Fabian Schober wurde ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens an der Technischen Universität Ilmenau mit der Bestnote „summa cum laude“ zum Doktoringenieur (Dr.-Ing.) promoviert. Die Ergebnisse der Arbeit sollen die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Transformatoren in den Anlagen der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) weiter verbessern.

Nach dreijähriger Forschungstätigkeit am Institut für Energie- und Hochspannungstechnik IEHT der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) konnte Fabian Schober seine Dissertation mit dem Titel „Elektrische Leitfähigkeit und dielektrisches Verhalten von Pressspan in HGÜ-Isoliersystemen“ an der Technischen Universität Ilmenau einreichen und im Februar 2016 seine Erkenntnisse vor der Promotionskommission im Rahmen einer wissenschaftlichen Aussprache erfolgreich verteidigen.

Die Arbeiten von Schober fanden im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Bundesforschungsministerium, der Weidmann Electrical Technology AG in Rapperswil (Schweiz), der Siemens AG in Nürnberg, der TU Ilmenau, der Hochschule Aalen und der FHWS statt, und sie wurden von Professor Dr. Frank Berger (TU Ilmenau) und Professor Dr. Andreas Küchler (FHWS) betreut.

Fabian Schober konnte seine wissenschaftlichen Interessen bereits als Schüler im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ beweisen. Für seine Arbeit zur Messung des Magnetfeldes der Erde gewann er ein Praktikum im Hochspannungslabor der FHWS, der er bis heute eng verbunden geblieben ist. Nach dem Abitur am Celtis-Gymnasium in Schweinfurt studierte er Elektrotechnik an der FHWS und qualifizierte sich durch den Schweinfurter Masterstudiengang Elektro- und Informationstechnik für ein Promotionsvorhaben in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Ilmenau. Dabei hat er sich bereits während seines Studiums, durch das Praxissemester, die Diplomarbeit und durch ein umfangreiches Master-Forschungsprojekt gezielt auf die hochspannungstechnischen Herausforderungen seines späteren Forschungsgebietes vorbereitet. Die Arbeit des Promovenden und seines Forschungsteams beschäftigt sich mit elektrischen Isolierstoffen in Hochspannungstransformatoren, die insbesondere in den Anlagen der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) eine große strategische Bedeutung besitzen.

Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anlagen und Geräte haben die oberste Priorität. Die elektrischen Leitfähigkeiten und die sogenannten dielektrischen Eigenschaften von Pressspanmaterialien spielen dabei eine große Rolle für die elektrische Belastung, für die Zuverlässigkeit und für die Lebensdauer der gesamten Transformatorisolierung. Schober hat deshalb die Abhängigkeit dieser Eigenschaften von verschiedenen Einflussgrößen wissenschaftlich untersucht und Möglichkeiten zur gezielten Beeinflussung der Materialeigenschaften erforscht.

Fabian Schober wurde wegen seiner spezifischen Forschungstätigkeit von der internationalen Hochspannungskommission CIGRÉ in eine Arbeitsgruppe über die elektrische Isolation von HGÜ-Transformatoren berufen und hat maßgeblich an der von der Arbeitsgruppe erstellten Broschüre mitgearbeitet. Der junge Akademiker ist weiterhin Autor bzw. Mitautor nationaler und internationaler wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

An der FHWS führen z.Zt. mehr als zwanzig wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Forschungsarbeiten mit dem Ziel einer Promotion durch. Sie haben die Möglichkeit, ihre Doktorarbeit an den kooperierenden Universitäten im In- und Ausland einzureichen.