Hochschulgebäude am Sanderring 8 a in Würzburg

Down-Syndrom: Studierende der Sozialen Arbeit besuchten die Bonner Ausstellung „Touchdown“

05.12.2016 | Pressemeldung, FAS
Studierende lernen teilnehmende, ressourcen- und zielorientierte Hilfen für geistig behinderte Menschen kennen

Unter der Leitung und Planung von Professor Dr. Dieter Kulke fuhren die Studierenden der Sozialen Arbeit im Vertiefungsbereich Soziale Arbeit und Behinderung ins Rheinland anlässlich der Ausstellung „Touchdown“ in der Bundeskunsthalle in Bonn - eine Geschichte mit und über Menschen mit Down-Syndrom.

Die für den Grimme Online Award nominierte Ausstellung versucht, ein differenziertes, einfühlsames Bild von Menschen mit Down-Syndrom zu zeichnen. Mit verschiedenen Arbeiten mit künstlerischem und dokumentarischem Charakter wird ein Blick auf die Kulturgeschichte des Down-Syndroms geworfen. Den Kontext der Ausstellung bildet eine fantastische Geschichte: Eine Second Mission von Menschen von einem Planeten, auf dem alle das Down-Syndrom haben, begibt sich auf die Erde und sucht hier nach Vertrautem, nach Spuren des Downs-Syndroms. Stationen sind u.a. künstlerisches Schaffen, das Leben von John Langdon-Down, nach dem das Syndrom benannt ist, sowie die Euthanasie in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Mission endet in der Frage: Sollen wir auf der Erde bleiben oder sie wieder verlassen, ist sie ein lebenswerter Ort für Menschen mit Down-Syndrom?

Die Hochschulbesucher aus Würzburg nutzten die Gelegenheit, an einer Redaktionssitzung von „Ohrenkuss“ teilzunehmen, einem vielfach ausgezeichneten Magazin von Menschen mit Down-Syndrom. Für diese Publikation erstellen sie mit Hilfe von Schreibassistenten Texte und arbeiten in der Redaktion mit. Gegründet wurde „Ohrenkuss“ vor siebzehn Jahren von Katja da Braganca, einer Humangenetikerin, die auch für die „Touchdown“-Ausstellung verantwortlich zeichnet. Die Studierenden konnten die Arbeit an den Texten und den Schaffensprozess sowie die Arbeit der Schreibassistentinnen mitverfolgen.

Darüber hinaus lernten die Studierenden das Haus „Müllestumpe“, ein Restaurant, Hotel und Kulturprojekt mit behinderten Menschen des Vereins „miteinander leben & gestalten“ kennen. Im Rahmen eines Integrationsprojektes arbeiten Menschen mit geistiger Beeinträchtigung mit nicht beeinträchtigten Kollegen gleichberechtigt zusammen. Herausforderungen für die alltägliche Arbeit liegen insbesondere in der Kommunikation zwischen nicht- und beeinträchtigten Kollegen und in deren Leistungsschwankungen. Zum Projekt zählen auch Angebote für den Sozialraum, so z.B. ein Repair-Café mit 3 D-Drucker oder ein Nähcafé. Zum Abschluss der Exkursion besuchten die jungen Sozialarbeiter eine Koordinations-, Kontakt- und Beratungsstelle in Trägerschaft der Lebenshilfe Bonn. In diesen Beratungsangeboten wird im Rheinland, anders als in Unterfranken, teilnehmende, ressourcen- und zielorientierte Hilfeplanung für geistig behinderte Menschen geleistet.