Blick in einen Flur am FHWS Standort Sanderheinrichsleitenweg in Würzburg

Erste Studierende der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften schlossen 1976 ihr Studium ab

25.10.2016 | Pressemeldung, FAS
Was bleibt, ist die Veränderung: Neue Räume und Professoren, beständige Inhalte und viel „Frauen-Power“

Elf Alumni feierten zusammen mit ihrem Professor a.D. Günter Palte, Professorinnen sowie Studentinnen einen runden Geburtstag - vierzig Jahre Studienabschluss der ersten Absolventinnen, die 1972 ihr Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule in Würzburg aufnahmen, es 1976 erfolgreich abschließen konnten.

Lydia Faul erinnert sich: „Die Studentenunruhen von 1968 sind vorbei, aber noch in den Köpfen, als in Würzburg an der Fachhochschule ein neuer Studiengang `Sozialwesen` angeboten wird. Durch die Neugründung unter Professor Dr. Wolfgang Fechner gab es viel Offenheit und Flexibilität, es wurden Exkursionen durchgeführt z.B. nach Berlin, in die Schweiz und nach Kiel zur Jahrestagung des Sozialarbeiterverbandes. Als Praktikantinnen durften einige schon neue Projekte aufbauen, an neuen Fragen arbeiten.“

Am 1. August 1971 nahm die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt mit 1.566 Studierenden in sieben Studiengängen den Betrieb auf. Am Standort Würzburg wurden die Studiengänge Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft und Grafikdesign (heute Kommunikationsdesign) angeboten. Ein Jahr später wurde das Angebot u.a. um die Soziale Arbeit erweitert: 111 Studierende schrieben sich am 1. Oktober 1972 erstmalig ein.

Die Absolventin weiter: „Es waren spannende Studienjahre, die jedoch auch schon von Platzknappheit geprägt waren. Schön waren die kleinen Studiengruppen, Dozenten und Studenten kannten sich gut, es war alles sehr persönlich. Man musste auch noch jede Menge Bücher lesen, es gab die meisten technischen Möglichkeiten noch nicht, sogar Vervielfältigungen oder Kopien waren aufwändig herzustellen, Kommunikation lief gerade mal über ein festes Telefon.“

Wenn neue Ideen auf Traditionen treffen, verläuft dieser Prozess nicht immer harmonisch ab: Lydia Faul: „Im Berufsleben trafen die frisch gebackenen Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen oft auf Fürsorgerinnen alten Schlages, die ihre althergebrachten Arbeitsweisen mit Haaren auf den Zähnen verteidigten.“ Sie fasst zusammen: „Im Allgemeinen wurde von dieser Generation viel Aufbauarbeit geleistet, viele Projekte initiiert, neue Standards geschaffen. Es gab oft viel Freiraum, viele Möglichkeiten, von fast allen wurden diverse Weiterbildungen genutzt, man hat sich viel zusätzliches Wissen erarbeitet. Schön zu sehen war, dass alle auch die heutigen neuen Kommunikationsmöglichkeiten schätzen und nutzen.“

Vieles hat sich verändert: Neue Hochschulgebäude sind hinzugekommen, statt der sieben Professoren 1972 lehren heute 26 die 1.500 eingeschriebenen angehenden Sozialarbeiter. Konnte früher gewählt werden zwischen den drei Schwerpunkten Erziehung, Jugend-, Familien- und Altenhilfe sowie Resozialisierung – Rehabilitation, werden heute zehn Vertiefungsmodule bereitgehalten. Geblieben ist der hohe Anteil an weiblichen Studierenden – früher wie heute sind 10 bis 17 Prozent Männer.

Die Dekanin Professorin Dr. Dagmar Unz lud die Anwesenden in einem kleinen Vortrag ein, sich ein Bild der heutigen Hochschule zu machen und stand für Fragen bzw. Erinnerungen gern zur Verfügung.