Studierende der FHWS an Bohrmaschine, c Stefan Bausewein

FHWS erhält 7,3 Millionen Euro Fördergelder zur Gewinnung und Entwicklung professoralen Personals

01.06.2021 | fhws.de, Pressemeldung
Hochschule überzeugt beim bundesweiten Wettbewerb mit 5-Säulen-Konzept zur Gewinnung von Professorinnen und Professoren

Um dem Mangel an hochkarätigen Bewerberinnen und Bewerbern an Hochschulen für angewandte Wissenschaften entgegen zu wirken, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit den Ländern ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen. Von 95 Hochschulen, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben, werden 64 gefördert. Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) erhält für die Umsetzung ihres Antrags „Professorale Personalgewinnung und -entwicklung an der FHWS – ProPereFHWS“ für die nächsten sechs Jahre 7,3 Millionen Euro.

Mit der Förderung sollen langfristige Initiativen angestoßen werden, für die im normalen Hochschulalltag weder genug personelle noch finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Diese Maßnahmen sollen zum einen die Gewinnung von Professorinnen und Professoren verbessern, zum anderen das bereits bestehende professorale Personal unterstützen – im Arbeitsalltag ebenso wie bei der individuellen beruflichen Weiterentwicklung.

„Diese Förderung ist eine große Chance für unsere Hochschule. In Verbindung mit dem bayerischen Hochschulinnovationsgesetz, das in Kürze in Kraft treten soll, erlaubt sie uns, neuartige Maß-nahmen zur Gewinnung und Entwicklung professoralen Personals, wie Schwerpunktprofessuren, Tenure Track-Modelle und Tandem-Programme mit lokaler Industrie und Wirtschaft, zu pilotieren“, sagt FHWS-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele Saueressig, die Projektleiterin und Antragstellerin von ProPere. „Dadurch können neue, innovative Maßnahmen angestoßen werden, die die FHWS als Arbeitgeberin in der Hochschullandschaft, auch über die Grenzen Bayerns hinaus, noch bekannter und attraktiver machen“, führt sie weiter aus. Der Löwenanteil der Förderung fließt in Personalstellen, die nun sukzessive besetzt werden können. Insgesamt 15 wissenschaftliche und nicht wissenschaftliche Stellen werden durch den Antrag ab dem ersten Juni 2021 und über sechs Jahre gefördert.

Der Weg zur Bewilligung startete schon im Juni 2019. Die FHWS setzte sich bereits bei der ersten Ausschreibung zur Projektskizze mit ihren innovativen Ideen durch und erhielt 50.000 Euro vom BMBF, um ein Konzept für die Gewinnung und Entwicklung professoralen Personals zu erstellen, das die Basis für den ausführlichen Antrag bildete.

Im Juli 2020 reichte die FHWS schließlich den finalen Antrag ein, in dem sich das Expertenwissen von Professorinnen und Professoren und Mitarbeitenden aus Abteilungen der FHWS bündelt. „Dieser Antrag war ein Gemeinschaftsprojekt der FHWS und ich danke allen, die ihre Expertise und Zukunftsvisionen mit eingebracht haben“, resümiert Prof. Dr. Saueressig.

Am Antrag maßgeblich beteiligt war auch die Leiterin des Hochschulservice Kommunikation, Claudia Kunze, da drei der fünf Säulen auf die Sichtbarkeit der Hochschule nach außen sowie die interne und externe Vernetzung und Kommunikation ausgerichtet sind. „Durch unsere zwei Standorte Würzburg und Schweinfurt wird der interdisziplinäre Austausch zwischen Professorinnen und Professoren erschwert, deswegen ist es besonders wichtig, Tools zur interaktiven persönlichen aber auch virtuellen Kommunikation bereitzustellen und Onboarding-Prozesse attraktiv zu gestalten. Dank der BMBF-Förderung haben wir jetzt die Möglichkeit, Konzepte für die Einführung solcher Tools anzugehen und umzusetzen,“ erläutert Claudia Kunze.

Sichtbarkeit der FHWS als Arbeitgeberin

Die fünf Säulen des Konzepts adressieren spezifische Chancen und Risiken bei der Personalgewinnung, die bereits in der Projektskizze identifiziert und analysiert wurden. Unter dem Thema „Sichtbarkeit der FHWS als Arbeitgeberin erhöhen“ sind Maßnahmen zusammengefasst, um die Hochschule besser im öffentlichen Bewusstsein zu verankern und so die Position im Wettbewerb um die fähigsten Köpfe zu verbessern. Konkret bedeutet das eine aktive Personalrekrutierung, ähnlich dem Headhunting in der Privatwirtschaft, sowie neue Konzepte für das Bewerbendenmanagement und Informationskampagnen zum Leitbild und den Werten der Hochschule.

Neue innovative Professurmodelle

Um neues Personal zu rekrutieren, setzt die FHWS außerdem auf innovative Wege, die es an HAW bisher nicht gab: Unter dem Stichwort „Tenure Track“ können – zunächst befristet – Bewerbe-rinnen und Bewerber eingestellt werden, die noch nicht alle nöti-gen Qualifikationen für eine Berufung an eine HAW besitzen. Im Laufe des Tenure Tracks werden diese nachgeholt, bis eine Umwandlung in eine reguläre Professur möglich ist. Dies kann beispielsweise im Verbund mit Praxispartnern in Form eines Tan-dem-Programms umgesetzt werden. Dabei erhalten etablierte Berufspraktikerinnen und -praktiker mit fehlender Lehrerfahrung oder fehlender wissenschaftlicher Qualifikation (Promotion) über das Tandem-Programm die Möglichkeit, an der FHWS in Form einer kooperativen Promotion die wissenschaftliche Qualifikation zu er-werben. Ermöglicht wird dies mit dem für 2022 avisierten bayerischen Hochschulinnovationsgesetz. Außerdem soll es im Rahmen einer Unternehmensprofessur mit halbierter Lehrverpflichtung Professorinnen und Professoren ermöglicht werden, neben der Lehre Start-ups zu gründen oder sich daran zu beteiligen.

Für bereits bestehendes Personal werden Weiterentwicklungsmöglichkeiten durch Schwerpunktprofessuren geschaffen: Mittels einer Reduktion der Lehrverpflichtung können sich Professorinnen und Professoren zeitlich befristet beispielsweise auf Forschung oder neue Formen der digitalen Lehre konzentrieren. Diese Reduktion ist auch für familienpolitische Teilzeitstellen vorgesehen, um den Berufseinstieg zu erleichtern.

Nachwuchsförderung

Mit den Geldern des ProPere-Programms ist die FHWS außerdem in der Lage, ein proaktives Alumnimarketing an der Hochschule auszubauen – eine weitere Quelle, um potenzielle Professorinnen und Professoren für die Hochschule zu rekrutieren. Weitere Maßnahmen sind eine bessere Integration von Lehrbeauftragten sowie eine gezielte Promotionsförderung an der FHWS – damit können hochschulnahe Personengruppen den Kreis möglicher Professorinnen und Professoren vergrößern.

Personalentwicklung

Auch der Hochschulservice Personal wird in die Initiative mit einbezogen. Zusätzliche Ressourcen sollen für die Unterstützung von Professorinnen und Professoren im Hochschulalltag eingesetzt werden, für Maßnahmen zur Mitarbeitendenzufriedenheit sowie für die Personalentwicklung mit speziell auf die Zielgruppe abgestellten Angeboten.

Beruf und Familie

Für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist die Einrichtung eines Familienservice vorgesehen. Hier sollen neue Konzepte für Beratung und Unterstützung entwickelt werden, einschließlich eines Konzepts für eine dauerhafte Kinderbetreuung an beiden Hochschulstandorten.

„Wir sind sehr stolz und freuen uns, dass wir durch diese Fördermittel unseren Platz in der Region, aber auch im deutschsprachigen Raum als attraktive Arbeitgeberin festigen und ausbauen können, und hoffen, dass wir insbesondere die durch die High Agenda Bayern ausstehenden Professuren in den nächsten Jahren auch weiterhin mit hochqualifizierten Professorinnen und Professoren besetzen können“, erklärt Prof. Dr. Robert Grebner, Präsident der FHWS.

Kontakt:

Hochschule Würzburg-Schweinfurt

Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabi Saueressig

Sanderring 8a

97070 Würzburg

gabriele.saueressig[at]fhws.de

0931-3511-6020