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Flüchtlingshilfe: Würzburger Studierende engagieren sich für ihre Mitmenschen auf der Flucht

09.03.2021 | fhws.de, Pressemeldung
Kriege können sie zwar nicht verhindern, aber zur Grundversorgung beitragen und neue Projekte anstoßen

Menschen in Notsituationen auf der Flucht und in Flüchtlingscamps sowie beim Neustart helfen – dies ist die Motivation von „HERMINE“. Der Name steht für „Hilfe zur Erstversorgung für Menschen in Not“ und ist 2015 gegründet worden von Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt sowie von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Mittlerweile zählt die Organisation über hundert ehrenamtlich Engagierte. Sie sammeln Sachspenden, die sie sortieren, verpacken, transportbereit lagern, um sie anschließend in die Zielgebiete Europas zu versenden, wo sie auf den Fluchtrouten dringend benötigt werden, z.B. in Italien, Griechenland oder Bosnien.

Die drei Mitglieder Paul Schulz, Anna Radlbeck und Valentin Stroppel, erläutern das breite Spektrum an Aufgabenfeldern. Dazu zählen direkte Hilfen wie u.a.

  • die Lebensmittelversorgung von Geflüchteten
  • die Ausgabe von Textil- und Hygieneartikeln
  • die Darbietung von kulturellen Angeboten

Darüber hinaus engagieren sich die Vereinsmitglieder, indem sie Menschen in ihren Heimatländern unterstützen und so den Fluchtursachen entgegenwirken. Sind die Personen auf der Flucht, wird versucht, sie vor menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Situationen zu schützen. Valentin Stroppel schildert, dass HERMINE mit 146 geprüften Hilfsorganisationen vor Ort kooperiert und Kenntnisse darüber hat, was genau wo benötigt wird. Hierzu tragen auch Kontakte mit Flüchtlingen über verschiedene Social-Media-Kanäle bei, die Bilder schicken, Situationen und Notlagen schildern.

Paul Schulz gibt einen Einblick, wie „viele kleine Menschen viele kleine Dinge“ tun können, die weiterhelfen: So haben z.B. Freiwillige nach Konzerten liegengebliebene Zelte, Isomatten und Schlafsäcke eingesammelt, diese gereinigt, um sie dann für die Flüchtlingshilfe bereitzustellen. Sie möchten mit ihrer Organisation auch nach der Flucht weiterhin für die Menschen da sein, wenn sie sich ein neues Leben aufbauen. Anna Radlbeck plädiert für Informationen und politische Bildung: Durch die Förderung eines toleranten, humanitären und solidarischen Weltbildes wollen sie Menschen auf ihre moralische Bindung gegenüber allen Menschen aufmerksam machen.

Die Arbeit der Teams ist aufgeteilt in die Bereiche Administration, Logistik, Marketing sowie Hilfsfahrten. An Infoständen gehen Mitglieder auf Menschen zu, geben Einblicke über ihre Aktivitäten, nutzen Mundpropaganda und Social-Media, um weitere Unterstützer*innen zu motivieren. Wichtig sei ihnen eine ehrenamtliche und transparente Tätigkeit. Sie laden an Wochenenden in ihre Lagerhallen ein, kommen mit Interessierten ins Gespräch und können so manche Wissenslücke füllen. Neben dem Warenhaus gibt es z.B. auch eine Fahrrad-Werkstatt, in der Förderer wie Flüchtlinge aktiv werden können. Neben Privatspenden engagieren sich auch Förderer aus der Wirtschaft in der mobilen Flüchtlingshilfe. Wenn die Pandemie-bedingten Verhaltensregeln enden sollten, kann die Hilfsorganisation wieder mit ihren Angeboten starten. Und wenn ihnen eine weitere freie Halle als Außenlager zur Verfügung gestellt werden würde, könnte umso mehr geholfen werden.

HERMINE e.V.

Standort Lagerhalle:

Randersackerer Straße 62

97072 Würzburg

info@hermine.global

www.hermine.global

mfh.global/hermine/

Postanschrift: Dorfäcker 28

97084 Würzburg