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Forschungs- und Lehrkooperation zwischen Würzburg und Liebenzell: Erste Früchte sichtbar

13.09.2017 | Pressemeldung, FWiWi
Abschlussarbeiten als Verbindung von betriebswirtschaftlichen, ethischen und philosophisch-theologischen Fragen

Der Ökonom und Theologe Harald Jung (Professur für Ethik und Soziallehre), Dekan für Hochschul- und Forschungskooperationen an der Internationalen Hochschule Liebenzell und der Würzburger Wirtschaftsethiker Harald Bolsinger (Professur für Wirtschaftsethik), Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) begründeten eine Forschungs- und Lehrkooperation mit dem Ziel, Studierenden einen Zugang zu interdisziplinären Abschlussarbeiten zu ermöglichen. Die beiden Wissenschaftler entdeckten im Rahmen eines Fachkongresses hohe Konvergenz ihrer Forschungsinteressen: Beide eint das Interesse an Nachhaltigkeit, Unternehmensethik und philosophisch-theologischen Begründungsmöglichkeiten unterschiedlicher Moralsysteme sowie deren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere in der Sozialen Marktwirtschaft.

Sie beschlossen, dies für ihre Studierenden fruchtbar zu machen. „Forschungsinteressen sollten immer die Lehre zum Nutzen von Studierenden befruchten können“, meint Bolsinger und vereinbarte mit Jung eine Kooperation zur fachlichen Betreuung von interdisziplinären wirtschaftsethischen Fragestellungen in studentischen Abschlussarbeiten. Gemeinschaftlich wird eine kompetente Betreuung für Studierende ermöglicht, deren Interesse in der Verbindung von volks- und betriebswirtschaftlichen, ethischen und philosophisch-theologischen Fragestellungen liegt.

Eine erste Arbeit über Herausforderungen und Möglichkeiten eines christlich-missionarischen Lebensstils in der Unternehmenskulturentwicklung liegt bereits vor. Die Absolventin A. Koch, die nach erfolgreichem Studienabschluss nun selbst gemeinsam mit ihrem Ehemann in die Führung eines erfolgreichen Familienbetriebs eintreten wird, zeigt sich ausgesprochen angetan von den vielfältigen Anregungen und den Vernetzungsmöglichkeiten in der engagierten und fachlich vielfältig fundierten Betreuung: „Es ist eine sehr schöne Erfahrung zu sehen, wie die Betreuer das eigene persönliche Engagement für die Fragestellung teilen und unterstützen. Da wird akademisches Arbeiten lebendig und faszinierend".

Wertemanagement, Entrepreneurship und christlich-theologische Aspekte zu „Business as Mission“ wurden durch gemeinschaftliche Betreuung von der Studentin in ihrer Arbeit integriert. Weitere Abschlussarbeiten folgen, wenn Studierende Interesse an interdisziplinären Fragestellungen aus Theologie, Philosophie und Wirtschaft äußern, zeigt Jung auf: „Sachlich macht es auf jeden Fall Sinn, wenn es jeweils um den ganzen und wirklichen Menschen geht, der als Wirtschaftsakteur gleichzeitig nach Ziel und Sinn seines Handelns fragt. Das Interesse daran auch aus dem unternehmerischen Alltag ist in jüngerer Zeit spürbar gewachsen."

Bolsinger und Jung sehen in der Idee etwas Besonderes, wenn Studierende durch die Verbindung von Wirtschaftswissenschaften, Ethik und Theologie spezifische Betreuung für interdisziplinäre Abschlussarbeiten in Anspruch nehmen können. Es sei für sie selbstverständlich, dass sich „die Verbindung von Forschungsinteressen direkt in Optionen für Studierende niederschlagen muss“, erläutert das Duo unisono.