Zwei Studierende im Gespräch

„Immobil Asyl“ - Masterstudierende entwickeln Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber

Grundtenor aller Konzepte: Integration statt Separation

Die Studierenden des Masterstudiengangs „Integrales Planen und Bauen“ der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen an der FHWS präsentierten ihre Konzepte zum Projekt „Immobil Asyl“. Vorgestellt wurden unterschiedliche Konzepte zur Schaffung von Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber und sonstige Leistungsberechtigte in Bayern.

Die Aufgabenstellung nimmt damit direkten Bezug auf die derzeit problematische Wohnungssituation von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Deutschland. Die Studierenden waren, unter der besonderen Berücksichtigung der etwaigen temporären Nutzung, aufgefordert, eine Projektentwicklung und eine Machbarkeits-studie durchzuführen, die für ca. 100 bis 400 Personen Unterkünfte bereitstellt.

Im Umgang mit diesem sensiblen Thema war der Grundtenor bei allen Gruppen einheitlich: Sie setzen auf Integration statt auf Separation. Die Zusammenführung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen durch bauliche Maßnahmen und die Schaffung gemeinschaftsfördernder Funktionseinheiten wurde dabei von den Teilnehmern auf sehr unterschiedliche Art und Weise umgesetzt.

Zu den Projekten:

Oberstes Ziel der Arbeit „NETZWERK – Die integrative Unterkunft“ ist die Integration und verweist auf eine ortsunabhängige und internationale Realisierbarkeit. Im Mittelpunkt steht die Schaffung von gleichen Ausgangsbedingungen für alle Menschen (Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, gegenseitige Akzeptanz, etc.). Mit Hilfe eines wandelbaren Grundmoduls ist es gelungen, auf die vielseitigen Anforderungen incl. der Drittverwendung zu reagieren.

Das Projekt „Wohne Bunt Hubland“ setzt auf das Zusammenbringen unterschiedlicher Gruppen zur Nutzung von Synergieeffekten. Senioren, Familien und Migranten leben unter der Prämisse der Vereinigung von Generationen und Nationalitäten zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Gemeinschaftsräume schaffen Orte der Begegnung. Die Erdgeschosszone dient dabei als zentrales Element des Austausches.

Die Gruppe mit dem Vorhaben „Integratives Wohnen – Ein Projekt für mehr Integration und Toleranz“ hat sich für einen Neubau auf dem ehemaligen Trassengrundstück der Bahn nahe des Berliner Rings entschieden. Unter dem Aspekt des günstigen, geförderten Wohnraums wurden von den Studierenden Gemeinschaftsunterkünfte in 87 Wohneinheiten geplant, die von Flüchtlingen und Studierenden gemeinsam bewohnt werden. Etwaige Vorbehalte und kulturelle Barrieren zwischen dem akademischen Nachwuchs und Asylbewerbern sollen mit gemeinsamen Freizeit- und Sportangeboten, einer quartiersbezogenen Kindertagesstätte, einem Beratungsbüro für Asylbewerber und dem Kultur-Cafe „Q“ abgebaut werden.

Die Arbeit „MainWohnheim“ zielt darauf, kleine Wohneinheiten zu schaffen. Das flexible Nutzungskonzept gibt den Bewohnern die Wahlfreiheit, sich zurückzuziehen oder alternativ in Gemeinschaftsräumen und Grünanlagen Kontakt mit anderen Asylbewerbern sowie mit Nachbarn aufzunehmen. Der Entwurf sieht mehrere kleine Wohnheime dezentral in diversen Stadtteilen vor. An einem zentralen Treffpunkt in der Innenstadt befinden sich ein Beratungsbüro, das bei der Stellung von Anträgen unterstützt, eine ärztliche Betreuung und die Möglichkeit zur Belegung von Sprachkursen. Sollte der Bedarf an Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber wegfallen, können die Gebäude mit geringem Aufwand zu Studentenwohnheimen umfunktioniert werden.