Zwei Studierende im Gespräch

Personalmarketing: Wirtschaftswissenschaft-Studierende entwickelten vier konkrete Firmenkonzepte

Wirtschaftswissenschaften-Studierende arbeiteten an vier Praxisprojekten und stellten ihre Ergebnisse multimedial vor

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Schwerpunktes Personalmanagement stellten 46 Wirtschaftswissenschaften-Studierende ihre vier Projektergebnisse unter der Leitung von Professorin Dr.-Ing. Christine Wegerich vor. Das erste Team bearbeitete das Semesterprojekt „Entwicklung eines Onlinemarketing-Konzepts für die Caritas-Stellenbörsen“ (Caritasverband für die Diözese Würzburg e.V.), das zweite die „Entwicklung eines Personalmarketingkonzepts zur Gewinnung von geeigneten Auszubildenden“ (Garmin Würzburg GmbH), das dritte suchte Antworten zur Frage, wie ein umfassendes Konzept zur Förderung eines positiven und motivierten Betriebsklimas entwickelt werden kann (Franz Schuck GmbH), und das vierte beschäftigte sich mit dem Aspekt, „Verändert sich im Zuge der gewachsenen Anforderungen an Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen (DAX/MDAX) auch die Rolle und Zusammensetzung von Beiräten Familien dominierter Gesellschaften?“ (Signium International GmbH).

Das erste studentische Team entwickelte ein Onlinemarketing-Konzept für die Caritas-Stellenbörsen. Es untersuchte auf Basis einer Schüler- und Studierendenbefragung (mit 277 Teilnehmern) sowie einer Einrichtungs- und Dienstnachfrage (mit 75 Teilnehmern) die Jobbörse des Caritasverbandes für die Diözese Würzburg. Es stellte u.a. fest, daß Schüler und Studierende bei der Stellensuche vor allem das Internet sowie Print nutzen, während Einrichtungen und Dienste eher Print und Mundpropaganda wählen. Die Stellensuche erfolgt bei den Bewerbern zu 95 Prozent über den PC oder Laptop sowie zu 44 Prozent über das Smartphone; gewünscht werden für die Bewerbungen neben der Mail- und Printmöglichkeit vor allem die Bereitstellung von Online-Formularen.

Das Team empfahl der Caritas beispielsweise, auf der Homepage einen direkten Link zur Jobbörse zu schaffen, schlug die Schaffung von sinnvollen Unterkategorien sowie Filterfunktionen vor und regte eine Vereinheitlichung der Stellenanzeigen mit ansprechenden Fotos, der Nutzung der „5 Wirs“ (Wir sind, wir suchen, wir erwarten, wir bieten….) sowie eine Verlinkung bei externen Veröffentlichungen auf die Jobbörse an.

Die Teammitglieder des zweiten Teams entwickelten für die Garmin Würzburg GmbH ein Personalmarketingkonzept zur Gewinnung von geeigneten Auszubildenden. Das Würzburger Unternehmen hat 220 Mitarbeiter sowie vier Auszubildende als Fach-Informatiker und wünscht sich qualifizierte Bewerber. Die angehenden Wirtschaftswissenschaftler befragten 326 Schüler der 9. bis 13. Klasse und stellten fest, daß eine Mehrheit von ihnen (68 Prozent) das Unternehmen Garmin nicht kannte. 49 Prozent der Schulabsolventen wünschen sich eine Ausbildung und nutzten als Informationsquellen Informationstage an den Schulen, tauschten sich persönlich im Freundes- und Bekanntenkreis aus, absolvierten ein Praktikum und suchten zu 53 Prozent über Facebook.

Einige Handlungsempfehlungen des Teams: Das Unternehmen könnte seine Vorzüge, die es seinen Mitarbeitern bietet, noch offensiver bekannt machen, Probearbeitstage einführen, halbstandardisierte statt offene Interviews führen, ein „Talentpool“ bereithalten und praktische Fähigkeiten in den Bewerbungsprozess integrieren. Darüber hinaus schlugen sie vor, daß das Unternehmen Infos und Fotos über Facebook einstellt, einen Imagefilm in Youtube einpflegt und Praktika für Schüler anbietet. Zudem könnte man die IHK in den Bewerbungsbereich mit einbinden sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Ziel des Studienschwerpunkts Personalmanagements bei Professorin Wegerich ist es, den Studierenden eine fachbezogene, breitgefächerte Handlungsfähigkeit durch ein projektorientiertes Lernen zu vermitteln. Sie stellen sich aktuellen Herausforderungen aus der Wirtschaft und bearbeiten diese. Abschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse, zeigen Punkte auf, die Herausforderungen darstellen im Team als „Lessons Learned“ und geben den Projektpartnern Handlungsempfehlungen. Im Anschluss haben die Kooperationsunternehmen und interessierte Gäste die Möglichkeit zu einem informellen Austausch an den Informationsständen des „Marktplatzes“, an dem an Infowänden die Ergebnisse übersichtlich erläutert und parallel auch in einem Projekthandbuch sowie auf einer CD den Partnern überreicht werden. Interessierte Unternehmensvertreter sind eingeladen, sich an die Professorin zu wenden.