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Pioniere des Hörfilms waren zu Gast im Masterstudiengang Fach- und Medienübersetzen

19.07.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FANG
Die Audiodeskription stellt einen barrierefreien Zugang zu Film- und Fernsehbeiträgen für Blinde dar

Im Rahmen des Seminars „Audiodeskription“ der Professorin Dr. Heike Jüngst begrüßten die Masterstudierenden des vierten Semesters im Masterstudiengang Fach- und Medienübersetzen an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt Bernd Benecke und Elmar Dosch vom Bayerischen Rundfunk. Benecke und sein blinder Kollege Dosch gelten als Pioniere der Audiodeskription in Deutschland und arbeiten seit über zwanzig Jahren beim Rundfunk in der Abteilung für barrierefreie Angebote.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gaben die beiden Experten Feedback und Tipps zu den Audiodeskriptionen, die von den Studierenden im Rahmen ihrer Hausarbeiten erstellt wurden. Im Anschluss erzählten beide Ansprechpartner Details aus ihrem Arbeitsalltag und erläuterten den Entstehungsprozess von Hörfilmen: An der Audiodeskription beispielsweise eines Spielfilms arbeiten im Normalfall drei Autoren, jeweils zwei Sehende, die sich gegenseitig ergänzen, sowie ein Blinder. Dieser fungiere als Experte, da er besser entscheiden könne, ob die Beschreibungen der sehenden Autoren ausreichend seien, um die Handlungen des Films als blinder oder sehbehinderter Zuschauer ebenfalls zu verstehen. Die zusätzlichen Beschreibungen zu Handlungen, Orten des Geschehens sowie Gestik und Mimik der Hauptdarsteller werden von einem professionellen Sprecher im Tonstudio eingesprochen und anschließend mit dem Originalton des Films abgemischt.

Zum Abschluss stellte Bernd Benecke seine Dissertation zum Thema „Audiodeskription als partielle Translation - Modell und Methode" vor. Die beiden Hörfilmmacher zeigten Ausschnitte aus verschiedenen Hörfilmen, darunter auch einige Negativbeispiele wie z.B. Personenverwechslungen und tauschten sich mit den Masterstudierenden aus.

Weitere Informationen unter Barrierefreie Angebote und unter Hörfilm