Zwei Studierende im Gespräch

Professor Dr. Frühbrodt erforscht erstmals den Einfluss von Unternehmen auf die öffentliche Meinung

10.06.2016 | Pressemeldung, FANG
Mediennutzung, um potenzielle Kunden mit Lifestyle-Tipps, Produkttests und politischen Botschaften zu beeinflussen

Der FHWS-Professor Dr. Lutz Frühbrodt hat eine Studie über den Einfluss von „Unternehmensjournalismus“ auf die öffentliche Meinung in Deutschland veröffentlicht. Das so genannte Content Marketing breitet sich seit einigen Jahren vor allem im Internet aus. Unternehmen betreiben Online-Magazine und Blogs, produzieren Videos und bieten kostenlose Apps an, um potenzielle Kunden mit Lifestyle-Tipps, Produkttests und teilweise auch politischen Botschaften zu beeinflussen.

In der kommerziellen Kommunikation gilt Content Marketing schon länger als großer Trend, ist bislang aber noch nicht wissenschaftlich untersucht worden. Seine Studie hat Lutz Frühbrodt, der den Master-Studiengang „Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt leitet, in Kooperation mit der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung erstellt. Das Hauptergebnis der Untersuchung lautet: Alle dreißig im Börsenindex DAX notierten Konzerne betreiben in der einen oder anderen Form „Unternehmensjournalismus“, einige wie die Deutsche Telekom, die Deutsche Post DHL, Henkel sowie die großen Autohersteller verfolgen „regelrechte Content-Offensiven“, wie es in der Studie heißt.

Frühbrodt sieht die Gefahr, dass die Wirtschaft auf diese Weise „zwar auf leisen Sohlen, aber mit aller Macht“ zunehmend Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung nimmt. Zugleich werde der unabhängige Journalismus weiter zurückgedrängt. Frühbrodts Studie mit dem Titel „Content Marketing – Wie ’Unternehmensjournalisten‘ die öffentliche Meinung beeinflussen“ hat bereits direkt mit ihrer Veröffentlichung ein starkes Medienecho erzeugt. So haben die „Süddeutsche Zeitung“ (Artikel) und „Die Zeit“ (Print-Ausgabe vom 9.6.2016) ausführlich berichtet. Einschlägige Medienportale haben das Thema ebenfalls aufgegriffen.

Weitere Informationen zur Studie bei der Otto-Brenner-Stiftung unter Otto Brenner Stiftung.