Studentinnen im Gespräch

Roboter in der Altenpflege: Fluch oder Segen?

06.12.2016 | Pressemeldung, FAS, FE
3. Menschenrechtswoche mit dem Thementag „Alt und im Heim“

Im Rahmen der 3. Menschenrechtswoche der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt erläuterte Professor Dr. Walter Kullmann die Möglichkeiten des Einsatzes von Robotern in der Altenpflege. Auf Basis der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, Artikel 22, hat jeder Mensch „als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuss der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.“

Wenn Menschen nicht oder nicht mehr bestimmte Fähigkeiten beherrschen, können humaniode wie nicht-humanoide Roboter, Androiden oder Robotertiere sowie unterstützende Assistenz-Systeme zum Tragen kommen. So können Rollstuhl-Steuerungen oder Software-Programme über Biosignale – die Muskeln, Augen, Gesichtsmuskeln oder Gedanken gesteuert und eingesetzt werden, optische Kommunikationsassistenten ermöglichen die Nutzung des Internets, das Mailen, Arbeiten oder Spielen. Entscheidend sei, so Kullmann weiter, vor allem die Akzeptanz der Menschen, technische Angebote zu nutzen.

Der Referent zeigte zahlreiche positive Optionen auf an der Schnittstelle Mensch-Maschine: Technik und der Einsatz von Robotern unterstütze Menschen bei der Selbsthilfe in Pflegesituationen, z.B. bei der Stärkung ihrer Mobilität im Rollstuhl, er ermögliche eine selbstbestimmte Willensäußerung selbst bei schwerstbehinderten, gelähmten Patienten. Darüber hinaus ermöglichten sie die Teilnahme am öffentlichen Leben und am wissenschaftlichen Fortschritt, unterstützten die soziale Inklusion, auch bei vollständig gelähmten Patienten, realisiere die Anbindung des Menschen in der Pflegeumgebung an den Arzt. Zudem würden Aktivitäten des täglichen Lebens in der Pflegeumgebung unterstützt, das Pflegepersonal erhielte Erleichterungen bei schweren Pflegetätigkeiten.

Kullmanns Fazit auf die Frage, ob Roboter Fluch oder Segen seien in der Altenpflege: „Es hängt ab von den Absichten und dem Verhalten der menschlichen Anwender.“ Dem Vortrag schloss sich eine intensive Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern des Einsatzes von technischen Mensch-Maschinen-Schnittstellen in der Pflege und Altenpflege an. Ein praktischer Test eines im IMeS - Institut für Medizintechnik Schweinfurt entwickelten augengesteuerten Kommunikations-Assistenten durch Interessierte aus dem Auditorium schloss die Veranstaltung ab.

Interessierte an Themen der Menschenrechtswoche sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist die FHWS, Münzstr. 12, Aldi-Hörsaal. Weitere Informationen unter Menschenrechtswoche.