Blick in die sog. Aula, den größten Hörsaal am Standort Schweinfurt

Sozialarbeit in sozialen Brennpunkten in Südafrika – Studierende im Praktikumsfeld des HIV bei HOPE

10.11.2017 | Pressemeldung, FAS
Stefan Hippler erläuterte den angehenden Sozialarbeitern einen möglichen Einsatz in einer vielschichtigen Gesellschaft

„Wie bekommt man die Situation in Südafrika in diesen Hörsaal?“ Mit diesen Worten begrüßte Stefan Hippler, Gründer des AIDS-Hilfsprojekts HOPE Cape Town in Südafrika, die Studierenden der Sozialen Arbeit und des Pflegemanagements an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. HOPE steht für HIV, Outreach, Prevention, Education. Diese vier Säulen können, sollen dafür sorgen, mehr Lebensqualität und Zukunftsperspektiven für südafrikanische gesunde wie infizierte Bürger zu schaffen. Mit einigen Filmeinspielungen nahm Hippler die Studierenden mit in ein Land und in eine Gesellschaft, die neben aller Vielfältigkeit und Ungleichheit oft auch von Armut geprägt und gefährlich ist - wie in den Townships Blikkiesdorp oder in Manenberg.

Warum Südafrika helfen, fördern, unterstützen, ein Land mit 36 Prozent an Arbeitslosen, 75 Prozent bei den Jugendlichen, in dem HIV eine „Krankheit der Armen“ sei, so Hippler? Die Ansatzpunkte seien vielfältig, hierzu zählten das schwierige Feld der Prävention und Bildung, der Fehl- oder mangelnden Informationen im Gesundheitssektor, der früh und vielfältig gelebten Sexualität. Eine Eindämmung der Infektionen u.a. durch eine privat finanzierte Behandlung von Kindern mit antiretroviralen Therapien in einer durch die Organisation aufgebauten Klinik, der Einbeziehung und Beratung der Familien, der Gemeinde, dem Aufbau von offenen Kooperationen und Partnerschaften, der Nutzung und Stärkung bereits bestehender staatlicher Strukturen, dem Miteinander von therapeutischen medizinischen Ansätzen wie auch der Sangomas (traditionellen Heilern in Südafrika) könne dem möglichen Risiko einer aufkommenden Resistenz gegen bestehende AIDS-Medikamente entgegenwirken und erreicht werden.

Das HOPE-Projekt beschränkt auf sich auf das Westkap, das Konzept ist aber auch auf weitere Provinzen übertragbar. Es gehe darum, so Hippler, reale Bedürfnisse aufzuzeigen und zu einer Änderung von Einstellungen und Verhaltensweisen beizutragen. Da die Finanzierung der Arbeit ausschließlich über Spenden funktioniert, erläuterte Hippler den Studierenden das Fundraisingkonzept der Organisation. Ebenso erklärte er die Herausforderungen beim Aufbau und Ausbau der Organisation zu einem professionellen Träger. Im wachsenden Bereich der Sozialarbeit setzt HOPE auf eine intensivere Vernetzung der vorhandenen Angebote.

Hippler bot an, dass Studierende bei HOPE im Freiwilligendienst oder (mit einem Visum) als Praktikanten aktiv werden. Professor Dr. Gartzke, der in der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften Kontakte zu Einrichtungen und Hochschulen im südlichen Afrika aufbaut und Hippler eingeladen hatte, versprach interessierten Studierenden eine Unterstützung bei der Anbahnung von Auslandsaufenthalten. Er wies in diesem Zusammenhang auch auf die Kontakte zur Stellenbosch University sowie auf die neue Vereinbarung zum Austausch von Studierenden mit der University of Namibia sowie auf weitere Praktikumsstellen hin. Die Masterstudentinnen Lisa Haupt und Lisa Groppe, die die Veranstaltung moderierten, bedankten sich im Namen des Auditoriums bei Stefan Hippler für sein Kommen und die intensiven Schilderungen über den Kampf gegen Aids und die engagierte Unterstützung der Hilfsbedürftigen.

Weitere Infos: FB Hope Cape Town

HOPE Cape Town

Film HOPE

Film Blikkiesdorp

Film Manenberg