Eine Gruppe FHWS-Angehöriger aus der Vogelperspektive

Strategische Personalkonzepte: Von „Arbeit 4.0“, Landesgartenschau und Werten in Unternehmen

05.07.2016 | Pressemeldung, FWiWi
Acht Teams mit Wirtschaftswissenschafts-Studierenden präsentierten ihre Projekte und gaben Handlungsempfehlungen

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Schwerpunktes Personalmanagement präsentierten an zwei Tagen rund siebzig Wirtschaftswissenschaften-Studierende in acht Teams ihre Projektergebnisse und Handlungsempfehlungen unter der Leitung von Professorin Dr.-Ing. Christine Wegerich.

Ziel dieses Semesterprojektes ist es, den Studierenden eine wissenschaftliche, interdisziplinäre Handlungsfähigkeit durch ein projektorientiertes Vorgehen zu vermitteln. Sie nehmen aktuelle Fragestellungen der Wirtschaft auf und entwickeln im Team und unter Zeit- sowie Zielvorgaben individuelle Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus ganz Deutschland als jeweilige Projektfall-Geber. Im Anschluss haben die Wirtschaftsvertreter und die jungen Wissenschaftler Gelegenheit zum Informationsaustausch und zu Gesprächen auf dem „Marktplatz“, an dem an Infowänden die Ergebnisse übersichtlich erläutert sind und begleitende Projekthandbücher ausliegen.

Zur Themenübersicht der acht Projektgruppen:

  • Team 1: Sparkasse Mainfranken Würzburg: „Nutzung von Kompetenzklassen im Mitarbeitergespräch bei Auszubildenden“
  • Team 2: Sylvia Reckel, Coaching. Beratung. Kommunikation: „Werteorientierte Ansätze in der Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf Unternehmenskultur, Führung und Personalmanagement“
  • Team 3: Gauer Consult und Zügler B.C.T.: „Der Einfluss von Arbeit 4.0 auf die strategische Personalentwicklung in Unternehmen - Handlungsbedarf als Folge von Wandel und Veränderungen“
  • Team 4: Kuentzle, Rechtsanwälte: „Strategien für die erfolgreiche Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und Optimierung des Personalmarketings“
  • Team 5: Masterstudiengang Innovation im Mittelstand: „ Auswirkung der Digitalisierung (Industrie 4.0) auf Führungskräfte (Führungskultur) und Mitarbeiter (Gesundheit/Wohlbefinden) Analyse und Entwicklung eines Konzepts für klein- und mittelständische Unternehmen“
  • Team 6: Professor Dr. Steffen Hillebrecht: „Konzeptionierung der Attraktivitätssteigerung der FHWS anhand der Landesgartenschau in Würzburg 2018“
  • Team 7: German Law Publishers: „Karrierewege von Juristinnen in Wirtschaftskanzleien: Befragung und Konzeptentwicklung"
  • Team 8: Studie - Frauen in der Immobilienwirtschaft

Zu den einzelnen Projekten:

Das neunköpfige Team 1 mit dem Projektfall-Geber Sparkasse Mainfranken Würzburg erarbeitete einen Leitfaden im Rahmen der „Nutzung von Kompetenzklassen im Mitarbeitergespräch bei Auszubildenden“ in einer kleinen Broschüre mit den fünf Schritten: formale Rahmenbedingungen, Gesprächsleitfaden, Messbarmachung der Beurteilungskriterien, Bewertungsskala sowie FAQs / Beurteilungsgespräch.

Das Team 2 beschäftigte sich mit „werteorientierten Ansätzen in der Wirtschaft und ihren Auswirkungen auf Unternehmenskultur, Führung und Personalmanagement“ in Kooperation mit Sylvia Reckel, Coaching, Beratung, Kommunikation: Die Auswertung von sechs standardisierten Interviews mit Unternehmen sowie drei persönlichen Expertengesprächen ergab, dass in jedem Unternehmen ein Wertemanagement vorhanden und das Entscheidende dabei sei, die schriftlich fixierten Werte auch zu leben.

Team 3 untersuchte zusammen mit den Projektgebern Gauer Consult und Zügler B.C.T. den „Einfluss von Arbeit 4.0 auf die strategische Personalentwicklung in Unternehmen - Handlungsbedarf als Folge von Wandel und Veränderungen“. Auf Basis eines Fragebogens, der an 1.500 klein- und mittelständische Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im Raum Unterfranken ging, erstellten die neun Studierenden ihre Handlungsempfehlungen mit vier Schritten: 1. Zukunftsbild schaffen und Informationen geben, 2. alle Mitarbeiter ohne Ausnahme weiterqualifizieren, 3. neue Arbeitsweisen erläutern und einführen, 4. die Kommunikationskanäle erweitern.

Das Team 4 mit dem Kooperationspartner Kuentzle Rechtsanwälte erstellte „Strategien für die erfolgreiche Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und Optimierung des Personalmarketings“. Sie geben in drei Bereichen Ideen: Für das Employer Branding (die Arbeitgeber-Markenbildung) entwickelten sie u.a. die Maßnahmen Referendarfrühstücks und einem Ritual des ersten Arbeitstages, beim Recruiting (Personalbeschaffung) schlagen sie einen Bewerber-Pool „keep in touch“ vor, im Bereich des Medien- und Kommunikationsmix befürworten sie eine Homepage-Optimierung.

Team 5 beschäftigte sich mit den „Auswirkungen der Digitalisierung (Industrie 4.0) auf Führungskräfte (Führungskultur) und Mitarbeiter (Gesundheit/Wohlbefinden). Analyse und Entwicklung eines Konzepts für klein- und mittelständische Unternehmen“. Sie führten eine Online-Umfrage und Experten-Interviews durch mit Mitarbeitern sowie Führungskräften aus dem Personalbereich. Im Anschluss an die Auswertungen gaben sie als Vorbereitung der Mitarbeiter auf die zunehmende Digitalisierung die Empfehlungen, vernetzt zu arbeiten, in der Kommunikation Regeln festzulegen, Ansprechpartner zu benennen und Ziele zu formulieren, den kreativen Ideen weiterhin einen Platz einzuräumen sowie Wert zu legen auf eine gesunde Work-Life-Balance.

Team 6 hatte sich die „Konzeptionierung der Attraktivitätssteigerung der FHWS anhand der Landesgartenschau in Würzburg 2018“ zur Aufgabe gemacht. Ihr Plädoyer: Wohnort und Studienort am bisher eher unattraktiv gelegenen, ehemaligen Militärgelände am Hubland zusammenzuführen. Durch Maßnahmen wie z.B. Infostände, Gastvorträge, Ausstellungen von Projektergebnissen, Schaffung neuen, bezahlbaren Wohnraums für Studierende würden die Hochschule, die Studierenden sowie die Unternehmen gleichermaßen von- und miteinander profitieren.

Team 7 untersuchte in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Thomas Wegerich von den German Law Publishers die „Karrierewege von Juristinnen in Wirtschaftskanzleien: Befragung und Konzeptentwicklung". Die in Großkanzleien existierenden strengen Hierarchien erlauben oft nur die Variante „Up or out“ mit einem hohen Arbeitspensum auf dem Weg zwischen Kanzlei und/oder Kindern. Das Team befragte 156 Juristen, 21 Kanzleien und interviewte 16 Personen mit folgenden Trends: Kanzlei und Karriere bieten Internationalität und Themenvielfalt; Familienplanung komme immer zur Unzeit; die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei Luxus, in einem der beiden Bereiche knirsche es entsprechend immer; die Chancengleichheit von Juristinnen und Juristen sei in der Arbeit mit Mandanten nicht da, jedoch innerhalb der Kanzlei spürbar; die Zufriedenheit sei durchaus gegeben, aber man müsse sich immer mit einem Manko arrangieren.