Der Rundbau - Erkennungsmerkmal des Campus 1 am FHWS Standort in Schweinfurt

Studentisches FHWS-Team unterstützt internationale Hilfsorganisation GHEF mit neuartigem Video

13.12.2019 | fhws.de, Pressemeldung, FWiWi
Video soll motivieren, heilsame und effiziente Gesprächstherapien für Flüchtlinge zu finanzieren

Der Schwerpunkt Betriebswirtschaft der Medien der Fakultät Wirtschaftswissenschaften präsentierte seine Video-Fundraising-Kampagne mit einem interdisziplinären Workshop auf der internationalen Konferenz „Health Diplomacy for Arabic Speaking Refugees and Migrants in Germany “ in Bonn.

Zum Hintergrund:

In Deutschland leben eine Million Syrer, insbesondere syrische Flüchtlinge, die seit 2015 nach Deutschland immigriert sind. Die internationale Entwicklungsorganisation Global Health Equity Foundation (GHEF) mit Sitz in Genf/Schweiz entwickelt mit Universitäten und Hochschulen Hilfskonzepte und Methoden, wie die Gesundheit und die Lebensbedingungen von Flüchtlingen effizient mit einfachen Gesprächsangeboten verbessert werden kann. Partner der GHEF sind u.a. die Eliteuniversität John Hopkins University Baltimore, die Montana State University Billings, die Universität Bonn und im Wintersemester 2019/2020 auch die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS).

Im Rahmen eines angewandten Forschungsprojektes entwickelten die sechs Studierenden des GHEF-Medien-Projektteams ein Fundraising-Video.Mit der Hilfe von Professorin Dr. Vathsala Aithal (Foto privat), die im FHWS-Masterstudiengang „International Social Work with Refugees and Immigrants“ lehrt, stellte das studentische Videoteam die Zusammenhänge von posttraumatischen Belastungsstörungen, postmigrantischen Stressoren und möglichen Therapiekonzepten in der Kick-Off-Präsentation dar. Das grundlegende Menschen- und Themenverständnis sei die Grundvoraussetzung, um aus Millionen von möglichen Videos das eine wissenschaftliche und künstlerische Video herauszufiltern, das dann tatsächlich produziert werde.

Zusammen mit dem Lehrbeauftragen und internationalen Video-Produktionsexperten Professor Alexander Krombholz des Studienschwerpunkts Betriebswirtschaft der Medien konzipierte das Studierenden-Team ein maximal 90-sekündiges Video, in dem

• die Lebensverhältnisse in den zerbombten Städten im Norden von Syrien

• die Flucht über das Mittelmeer und

• die ersten Gespräche in deutschen sozialen Institutionen visualisiert werden. Die audio-visuelle Lösung sieht eine Dreiteilung des Screens vor, der sich zum Video-Finale immer mehr in Richtung Gespräche in Deutschland verschiebt. Die zu Anfang westlichen Klänge werden sukzessive durch orientalische Musik zum Schluss abgelöst, komplementär zu den potentiellen Erwartungen der Zuschauer. Die Musikproduktion übernimmt Projektmitglied, DJ und Komponist Felix Scheu¬ermann. Im Filmfinale werden die Therapie-Methoden der GHEF vorgestellt, u.a. das Gesprächskonzept Let´s Talk, Storytelling- und Rollenspiel-Projekte mit Flüchtlingen. Die Kombination von „realistischem Leidensweg“ und „effizienter Hilfe“ durch „kultursensible und empowernde Sozialarbeit“ soll Zuschauer bewegen, für die internationale Hilfsorganisation GHEF zu spenden. Begleitend zum Video wird eine crossmediale Kampagne mit Newsletter, Landingpage und begleitender Promotion auf den sozialen Kanälen ausgearbeitet.

Das Video-Fundraising-Konzept konnte das Studierenden-Team, sp Professor Dr. Thilo Büsching, erfolgreich auf der internationalen Konferenz „Health Diplomacy for Arabic Speaking Refugees and Migrants in Germany“ in Bonn während eines Workshops auf Englisch realisieren. Da dieser Komplexitätsgrad für einige Studierenden des Schwerpunktes Betriebswirtschaft der Medien neu war, wurde der Workshop einen Tag vorher im Unterricht geübt. Die Studierenden sollten, wie später die Workshop-Teilnehmer in der Konferenz, analytisch und kreativ Schlüsselszenen für das Video entwickeln und ihre konzeptionellen Ideen auf Englisch begründen. Das Projektteam fungierte als Inputgeber und Moderator. Als Workshop-Coach fungierte Terri Michos, Business-Trainerin und Englisch-Lehrbeauftragte der FHWS. Mit Hilfe ihres Feedbacks optimierte sie das Englisch, die Moderation, die Video-Inhalte und die Präsentationskompetenz der Studierenden. Zehn Tipps für englischsprachige Präsentationen für non-native Speaker rundeten ihr Coaching ab.

Auf dieser Basis überzeugte das Studierenden-Team den Vorstandstandvorsitzenden der GHEF, Dr. med. Tayeb Al-Hafez aus San Francisco/Kalifornien, den GHEF Vorstand, Professorin Dr. Sarah Keller aus Billings/Montana, und den Leiter des Schwerpunktes Betriebswirtschaft, Professor Dr. Thilo Büsching, dieses Video-Fundraising-Konzept zu realisieren.

Das Projektteam wird durch den Videoforschungsassistenten des Schwerpunktes Betriebswirtschaft der Medien Jonas Blank (Foto privat) in der Motivauswahl der Archiv-Bilder, der Produktion vor Ort und im Schnitt unterstützt. Die Erstausstrahlung des Spots ist für Ende Januar 2020 geplant. Zielgruppe für diesen Fundraising-Spot sind in Deutschland etablierte Syrer und Syrerinnen, die einen ähnlichen Lebens¬weg hinter sich haben wie die Flüchtlinge im Video. Das strategische Marketing- und Medienkonzept könnte in einem angewandten Forschungsprojekt im Sommersemester erarbeitet werden. Das Team könne, so Büsching weiter, durch Professor Dr. Karsten Kilian, Studiengangleiter des Masterstudiengangs Marken- und Medienmanagement, erweitert werden, der Interesse an der internationalen Vorzeige-Kooperation angemeldet habe.

Initiator des Filmprojektes ist Professor Dr. Thilo Büsching: „Dank des GHEF-Video-Projektes verstehen die Studierenden, wie aktuelle politische Probleme Menschen und Wirtschaft beeinflussen und wie sie mit einer Videokampagne, die sie selbst umsetzen werden, konkret helfen können. Diese Mischung von Beziehungen, Erlebnissen und praktischem Do-How-Kompetenzaufbau kann theoretischer Unterricht nicht bieten.”