Studentinnen im Gespräch

Studierende lernten Facetten der Migration in Wien, Siebenbürgen/Rumänien und Berlin kennen

30.06.2016 | Pressemeldung, FAS
Thema war u.a. der Aspekt „Minderheiten und Migranten“ in Rumänien sowie in Deutschland im Rahmen der Sozialpolitik

Lehrinhalte mit internationalen Zusammenhängen zu verknüpfen war das Ziel zweier Exkursionen der Studierenden der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften mit dem Vertiefungsbereich „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Rumänien stellt zwischenzeitlich die größte Gruppe an Migranten nach Deutschland jenseits des Flüchtlingskontextes. Damit verbunden sind Herausforderungen auch für die soziale Arbeit in Deutschland.

Eine einwöchige Studienreise nach Rumänien Ende Mai 2016 sensibilisierte für die soziale Lage und kulturelle Prägung des Landes, das Miteinander von Mehrheitsbevölkerung und zahlreichen Minderheiten, die Situation der Roma und das professionelle Verständnis und die Handlungsfelder der sozialen Arbeit in Rumänien. Dabei konnte die theoretische Einführung in Geschichte und politische Situation Rumäniens mit Erkundungen von Kultur und Geschichte Siebenbürgens in Hermannstadt, Kronstadt, Tartlau, der Törzburg und Temeschwar verbunden werden.

Die Bedeutung der Religion wurde durch Besichtigungen von Kirchen verschiedener Konfessionen und eines Ikonenmuseums vermittelt. Die Minderheitensituation der Deutschen konnte mit dem Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt diskutiert werden. Im Mittelpunkt standen die drei gemeinsamen Lehrveranstaltungen mit rumänischen Studierenden der sozialen Arbeit an der Lucian-Blaga-Universität Hermannstadt. Darin wurde die soziale Arbeit in Deutschland derjenigen in Rumänien gegenübergestellt, das Handlungsfeld „Minderheiten und Migranten“ auch mit Blick auf die Roma betrachtet sowie der europarechtliche Kontext der Freizügigkeit und die damit verbundener Sozialpolitik aufgearbeitet. Praxisfelder konnten in Gestalt einer Werkstätte für behinderte Menschen, eines Frauenhauses sowie in einem Gespräch mit Mitarbeitern einer Kindertageseinrichtung erkundet werden.

Die größeren globalen Zusammenhänge des Migrationsgeschehens sowie die Bemühungen und Strukturen zur internationalen Konfliktbewältigung wurden bei dem Besuch der UNO-City in Wien deutlich. Hieran konnte im Rahmen der Tagung „Europa an der Grenze: Die Krise und die Zukunft des Flüchtlingsschutzes“ auf einer weiteren Exkursion nach Berlin im Juni 2016 angeknüpft werden. Vertreter der Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen diskutierten an zwei Tagen mit Repräsentanten der europäischen und deutschen Politik ebenso wie mit Wissenschaftlern und den Flüchtlingen selbst. Herkunftsländer, Fluchtwege- und Ursachen auf der einen und Folgerungen für die europäische und deutsche Politik und Gesetzgebung auf der anderen Seite wurden analysiert. Diskussionen mit dem Chef des Bundeskanzleramts Peter Altmaier sowie Mitgliedern des Bundestages beendeten die zweitägige Veranstaltung.

Bereits am Vortag besuchten die Studierenden im Rahmen einer interkulturellen Stadtführung u.a. die Umar Ibn Al-Khattab-Moschee und erhielten Informationen zum islamischen Glauben und Leben. Die Exkursionen wurden vorbereitet und begleitet durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Katharina Heilmann und den Leiter des Vertiefungsbereichs, Professor Dr. Ralf Roßkopf.