Haupteingang des Campus 1 am FHWS Standort in Schweinfurt

Von der Erstaufnahmeeinrichtung in die Aula: Studieninteressierte Flüchtlinge besuchten Infoveranstaltung der FHWS

Bildung als Integrationsmöglichkeit: “University is one place you're not labelled”

26 studieninteressierte Teilnehmer saßen im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Hörsaal. Um sprachliche Barrieren auszuräumen, wurde die Veranstaltung von den Mitarbeitern in deutscher und englischer Sprache konzipiert und zudem von fünf arabischsprachigen Austauschstudierenden der Deutsch-Jordanischen Universität unterstützt. Die jungen Flüchtlinge kommen vor allem aus Syrien, daneben aus Somalia, Afghanistan und Äthiopien.

Bildung ist eine wichtige Möglichkeit der Integration von jungen Menschen jeglicher Herkunft. Ein Studium an einer deutschen Hochschule wird daher auch von vielen Menschen mit Fluchthintergrund als Chance gesehen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen: “University is one place you're not labelled” („Die Hochschule ist kein Ort, an dem Du abgestempelt wirst“), so Aamir aus Kabul.

Aktuell leben in Unterfranken rund 15.700 Asylbewerber. Diejenigen unter ihnen, die sich für ein Studium in Deutschland bewerben möchten, müssen die gleichen Nachweise erbringen wie alle internationalen und deutschen Studienbewerber. Hierbei fällt lediglich die Hochschulzugangsberechtigung, abhängig vom Herkunftsland und dem dort erlangten Bildungsabschluss, unterschiedlich aus. Für die Bewerbung und Einschreibung sind beglaubigte Kopien der Originaldokumente erforderlich, die im Vorfeld auf die mögliche Anerkennung geprüft werden müssen. Darüber hinaus sind für bereits Studierende, die in Deutschland ihr Studium fortsetzen möchten, die Studienleistungen entscheidend: Die Anrechnungseinheiten ECTS gibt es in vielen nicht-europäischen Ländern nicht, die bereits erbrachten Leistungen müssen ebenfalls erst anerkannt werden.

Neben diesen Anforderungen muss auch gewährleistet sein, dass sie die Kosten des Studiums tragen bzw. eine finanzielle Förderung vorweisen können. Sollten die Unterlagen noch nicht vorliegen, die Sprachkenntnisse noch nicht ausreichend sein, besteht an etlichen Hochschulen die Möglichkeit, als Gasthörer die Vorlesungen zu besuchen – an der FHWS werden aktuell verschiedene Möglichkeiten geprüft. Die Hochschule hat zudem an den Ausschreibungen „Welcome“ und „Integra“ des Deutschen akademischen Austauschdienstes DAAD teilgenommen, aus denen sich verschiedene Fördermöglichkeiten und Projekte ergeben können.

Neben einer kleinen Einführung zum interkulturellen Bewusstsein und Informationen zum Hochschulzugang durch die Mitarbeiter der FHWS erläuterten Vertreter des Jobcenters Würzburg, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer weitere Möglichkeiten u.a. der (dualen) Ausbildung oder des direkten Einstiegs in das Berufsleben.