Blick vom Vorplatz auf den FHWS Standort Sanderheinrichsleitenweg in Würzburg

ZAE Bayern und FHWS unterstützen mit einem gemeinsamen Forschungslabor die Industrie

21.11.2016 | Pressemeldung, FE
Gründung eines gemeinsamen Forschungslabors „Opto-thermische Sensorik“ durch das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e. V. und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Das Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern) in Würzburg und die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) bündeln ihr Knowhow im Bereich der opto-thermischen Sensorik durch die Einrichtung eines gemeinsamen Forschungslabors. Unter opto-thermischer Sensorik versteht man die Bestimmung optischer und thermischer Eigenschaften mit Wärmestrahlung. Ziel ist es dabei, die Industrie im Bereich der berührungslosen Temperaturmessung zu unterstützen und hier innovative Lösungen anzubieten. Präzise Temperaturmessungen sind notwendig für eine genaue Prozessführung in der industriellen Produktion (z. B. Additive Fertigungsverfahren wie Lasersintern) oder den zuverlässigen und effizienten Betrieb von Kraftwerken aber auch von Lichtquellen. Dabei ist die Temperaturmessung unter oftmals extremen Bedingungen, wie z. B. bei hohen Temperaturen über 1000°C, sehr anspruchsvoll. Hier möchten die Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Hartmann, für die Forschung zuständiger Vizepräsident der FHWS und vormaliger Arbeitsgruppen- und Fachbereichsleiter an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, und Dr. Jochen Manara, Leiter der Gruppe Angewandte IR-Metrologie am ZAE, hochpräzise, praxistaugliche Lösungen entwickeln.

„Mit der Einrichtung dieses gemeinsamen Labors gelingt es, unsere bestehende Forschungskompetenz im Bereich der angewandten Thermophysik sinnvoll zu ergänzen und einen besonderen Mehrwert für die Industrie zu erzielen“, so Prof. Dr. Vladimir Dyakonov, Vorstand des ZAE Bayern. Prof. Dr. Robert Grebner, Präsident der FHWS, ergänzt: „Unsere Region profitiert mehrfach von der Vernetzung der FHWS mit Forschungs- und Praxispartnern: die Partner partizipieren vom Wissen der Professoren, die Studierenden arbeiten und lernen in innovativsten Forschungsfeldern und die Arbeitgeber lernen zukünftige Mitarbeiter kennen. Die Zusammenarbeit mit ZAE Bayern zeigt, dass die FHWS neben der Internationalisierung auch die angewandte Forschung als wesentlichen Auftrag versteht.“

Beide Forschungseinrichtungen kooperieren bereits seit längerem erfolgreich in verschiedenen nationalen und internationalen Projekten. Jüngste Beispiele sind die erfolgreiche Einwerbung zweier für die Umsetzung der Energiewende wichtigen Forschungsprojekte zur Bestimmung der Haftung von Turbinenschutzbeschichtungen für die thermische Energiewandlung sowie zum Aufbau einer Experimentierplattform für dynamische Materialuntersuchung. Diese beiden Projekte werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit mehr als 1,6 Millionen € gefördert.