Blick in einen Flur am FHWS Standort Sanderheinrichsleitenweg in Würzburg

Zehn FHWS-Logistik-Studierende unterstützen das Startup-Unternehmen TAF Industriesysteme

06.07.2016 | Pressemeldung, FWI
Optimiert werden im Rahmen des Industrieprojektes vor allem die Beschaffungs- und Lagerprozesse

Zehn Studierende der Hochschule Würzburg-Schweinfurt aus dem Bachelorstudiengang Logistik hatten die Möglichkeit zu einer gemeinsamen Projektarbeit mit einem Start-up Unternehmen aus der Region. Im Rahmen ihres Industrieprojektes im Sommersemester 2016 bestand ihre Aufgabe darin, unter der Anleitung des Studiengangsleiters Professor Dr. Norbert Schmidt die „Supply Chain“ (prozessorientierter Managementansatz) des im März 2014 gegründeten Technologie-Unternehmens TAF Industriesysteme zu optimieren.

Nach dem ersten Kennenlernen der beiden jungen Firmengründer stand für die Studierenden eine Vor-Ort Besichtigung auf dem Projektplan. Drei Schwerpunkte in der „Supply Chain“ wurden festgelegt: Ein Benchmark (Vergleichs- und Referenzwert) der von TAF gewählten Beschaffungs- und Einkaufskanäle, die Verbesserung der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern sowie die schlanke Gestaltung der internen Lagerprozesse. Das Ergebnis wurde am Ende des Semesters in einer Abschlusspräsentation vorgestellt und diskutiert.

Die Studierenden hatten im Bereich der Einkaufs- und Beschaffungsprozesse nationale und internationale Wettbewerber hinsichtlich ihrer Geschäftsmodelle und Internetauftritte verglichen. Bei der Zusammenarbeit mit Transportdienstleistern konnte zudem ein elektronischer Datenaustausch für die Auftragsabwicklung eingeführt werden. Besonders engagiert waren die jungen Logistiker bei der Verbesserung der Materialwirtschaft im Teilelager: Selbstentworfene Schilder wiesen jedem Artikel einen festgelegten Lagerplatz zu.

In einer Standardprozedur wurde dazu jeder Lagerzugang mit einer Artikelnummer aus einem dafür entwickelten Nummernkreis gekennzeichnet. Zudem erarbeiteten die Studierenden Verbesserungsvorschläge zur Gestaltung des Lagerlayouts nach der japanischen „5-S-Methode“ – sortieren, sichtbare Ordnung schaffen, säubern, standardisieren, ständig verbessern.

„Ein rundum gelungenes Projekt, das uns sehr in unserer Aufbauphase geholfen hat!“, so kommentierte Mitgründer Fabian Freund zusammenfassend die Leistung der Projektgruppe. Und auch für Professor Schmidt war klar: „Das ist sicherlich nicht das letzte Projekt mit TAF Industriesysteme, denn ein Start-Up zeigt den Studierenden oft viel besser als ein Großkonzern, welche Komplexität und Leistungsfähigkeit unternehmerisches Handeln in der Praxis verlangt“.

Zum Hintergrund:

Die Hauptgeschäftsfelder des Theilheimer Unternehmens umfassen Förder- und Lagertechnik, Gebrauchtteile, Industriebedarf, Beratung und Service. „Der Kunde profitiert hier besonders aus dem perfekten Zusammenspiel aus einer Hand“, so Axel Treutlein, der zweite geschäftsführende Gesellschafter. Das junge Team besteht aus acht Praktikern auf dem Gebiet der Förder- und Lagertechnik sowie der Aufbereitung und Montage von Neu- und Gebrauchtteilen. Auf Wunsch planen sie komplette, aufgearbeitete Förderanlagen, die in der hauseigenen Werkstatt generalüberholt werden. Fabian Freund erklärt das Geschäftsmodell: „Viele kleine und mittelständische Unternehmen benötigen häufig keine hunderte Meter an Förderstrecke, die es bei den großen Wirtschaftsunternehmen der Fördertechnik zu kaufen gibt. Hier kommen wir ins Spiel, indem wir dem Kunden die individuellen Band-Längen zur Verfügung stellen. Gebrauchtteile sind dabei deutlich günstiger. Außerdem unterstützt unser Geschäftsmodell so die immer bedeutender werdenden Faktoren der Nachhaltigkeit und des Recyclings – ganz nach dem Motto: Back to the Roots.“