Studierende vor dem Haupteingang der FHWS in Schweinfurt

Studierende des Vertiefungsmoduls Musiktherapie entwickelten Praxisprojekte und besuchten internationale Vorträge

25.01.2017 | Pressemeldung, FAS
Die Praxisprojekte stellen den abschließenden Part zum Erwerb von Handlungskompetenzen dar

Im aktuellen Wintersemester bot das Vertiefungsmodul Musiktherapie im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit Praxisprojekte mit der Kinderonkologie der Uniklinik Würzburg, mit dem Theater Augenblick der Mainfränkischen Werkstätten und mit der Alzheimer Gesellschaft Würzburg Unterfranken sowie Erasmus-incoming Lehre und internationale Gastvorträge aus Dänemark, Australien, Finnland und Großbritannien an.

Die Praxisprojekte stellen den abschließenden Part von insgesamt sieben Schritten zum Erwerb von Handlungskompetenzen im Vertiefungsmodul Musiktherapie dar. In diesem Schritt werden das zuvor erarbeitete Wissen und Kompetenzen in einer Gruppenarbeit mit realen Klienten weiterentwickelt und abgeschlossen. In diesem Semester waren dies Gruppen von Geschwisterkindern von in onkologischer Behandlung befindlichen Kindern (Krebserkrankungen), von Schauspielern des Theaters Augenblick (Menschen mit Behinderung) und von Demenzbetroffenen sowie deren pflegenden Angehörigen, die zusammen zu Hause leben.

Bei den Geschwisterkindern erarbeiteten die Studierenden ein Konzept des therapeutischen Songwriting, führten dies durch und evaluierten es, wobei erreicht werden konnte, dass die Geschwisterkinder ihre täglichen Herausforderungen, die sie nun zu bewältigen haben, artikulieren können, sich darüber austauschen und eine erste Bearbeitung und Perspektive der Bewältigung im Projekt erarbeiteten.

Mit den Schauspielern des Theaters Augenblick wurde erfolgreich ein Team-Coaching mit Instrumentalimprovisation, tänzerischer Gruppenmusiktherapie und Gruppensingtherapie durchgeführt. Mit den Demenzbetroffenen und ihren Angehörigen wurde ein ganzheitlicher Ansatz angewandt, in dem für die Demenzbetroffenen mehrere Stärken (Ressourcen) angeregt und aktiviert wurden. Für die pflegenden Angehörigen gab es einen Teil, der von Absolventen der FHWS (Master Musiktherapie) geleitet wurde, in dem zum einen das Nutzen von Musik in der häuslichen Pflege sowie zum anderen ein Austausch zu den starken Belastungen der Tag-und-Nacht-Pflege und deren Bewältigung im Mittelpunkt standen.

Im Rahmen der regulären internationalen Lehre gab Professor Stine Jacobsen von der Aalborg Universität Dänemark Input zu Musiktherapie mit Familien mit emotional vernachlässigten Kindern. Professorin Dr. Felicity Baker von der Universität Melbourne Australien erläuterte via Adobe Connect Einsatzmöglichkeiten der Musiktherapie bei Abhängigkeitserkrankungen, Professor Jaakko Erkkilä von der Universität Jyväskylä Finnland referierte zum Thema Musiktherapie bei Kindern mit ADHS sowie Musiktherapie für Menschen mit depressiven und Angststörungen; Dr. Helen Loth von der Anglia Ruskin University Cambridge Großbritannien gab Informationen zur Musiktherapie bei Essstörungen. Thematisiert wurden bei allen Beiträgen die verschiedenen nationalen Versorgungssysteme und kulturellen Grundwerte.

Darüber hinaus nutzte eine Studierende des Vertiefungsmoduls die Möglichkeit, das komplette Semester im Erasmus-Austausch an der Universität Jyväskylä Finnland zu absolvieren bei voller Anerkennung des Moduls.