Wie kann eine demokratisch fundierte, auf globaler Teilhabe ausgerichtete digitale Gesellschaft funktionieren?

07.08.2017 | Pressemeldung, FAS, FIW
FHWS startet ihre Professur „Sozioinformatik und gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung“

Die neue Professur „Sozioinformatik und gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt beschäftigt sich mit der Erforschung und Entwicklung neuer Methoden und Verfahren für die Analyse und Umsetzung einer optimalen Gestaltung der Digitalisierung im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld.

Dr. Nicholas Müller hat den Ruf der Hochschule Würzburg-Schweinfurt zum 1. August angenommen, die das Zentrum Digitalisierung. Bayern (ZD.B) zusammen mit 19 weiteren Stellen an Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften ausgeschrieben hatte. Dr. Müller, der bereits im Vorfeld im Institut für Medienforschung an der Technischen Universität Chemnitz arbeitete, wird zusammen mit einem Doktoranden die interdisziplinär angelegte Sozioinformatik in Würzburg begründen.

Im Grenzbereich der Informatik zu den FHWS-Disziplinen der Angewandten Sozialwissenschaften, Gestaltung, Wirtschaftswissenschaften, dem Institut für Design und Informationssysteme sowie dem Masterstudiengang Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation angesiedelt, beschäftigt sich die Professur mit der Frage, wie eine demokratisch fundierte, auf globale Teilhabe ausgerichtete digitale Gesellschaft funktionieren kann. „Permanently connected“ prägen und wandeln stationäre sowie mobile digitale Medien zunehmend die Bereiche des Berufes wie der Freizeit. „Die effiziente Nutzung digitaler Informationsangebote“, so der Dekan der Informatik und Wirtschaftsinformatik, Professor Dr. Peter Braun, „setzt zunehmend ein methodisches und technisches Wissen voraus, das in der notwendigen Tiefe großen Teilen der Gesellschaft unzugänglich ist. Derzeit können Anbieter digitaler Informationen dieses Vakuum mit kurzfristigen ökonomischen Motiven ausnutzen, wobei es an Erfahrungen und Erklärungsmodellen für die langfristigen Auswirkungen mangelt. „Ziel der Sozioinformatik-Forschung ist es,“ so Braun weiter, „digitale Innovationen ökonomisch effizient und gleichzeitig sozialförderlich zu entwickeln, umzusetzen und zu steuern, um somit einen Rahmen für die optimale Gestaltung der Digitalisierung im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld zu liefern.“

„Mit der Professur Sozioinformatik möchten wir fakultätsübergreifend z.B. der Frage nachgehen, wie die digitale Inklusion, also sowohl die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an allen gesellschaftlichen Bereichen durch den Einsatz digitaler Technologien, als auch die Inklusion in die digitale Gesellschaft, gefördert werden kann“, ergänzt die Dekanin der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften Professorin Dr. Dagmar Unz.

Zum Hintergrund des ZD.B: Das in Garching angesiedelte „Zentrum Digitalisierung. Bayern“ (ZD.B) ist eine Forschungs-, Kooperations- und Gründungsplattform für Wirtschaft, Wissenschaft, Verbände und öffentliche Maßnahmen mit dem Ziel, die Forschung im Bereich der Digitalisierung zu stärken und das Tempo digitaler Entwicklungen zu erhöhen. Im Rahmen dieses Vorhabens werden an den bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften jeweils zehn Professuren eingerichtet.

Weitere Informationen unter ZD.B.