10. Anwenderforum Punktwolkenbasierte Auswertung: 3D-Punktwolken nicht nur für Baudokumentation, Archäologie und Straßenbau

25.10.2017 | Pressemeldung, FKV
Absolventen für eine herausragende Abschlussarbeit zur Schadensdokumentation von Windkraftanalgen prämiert

Der Studienbereich Geo der Hochschule Würzburg-Schweinfurt lud am 20. Oktober ganztägig zum 10. Anwenderforum „Projektbezogene Auswertung von Punktwolken aus Laserscanning, Photogrammetrie und Tachymetrie“ unter der Federführung von Professor Dr.-Ing. Ansgar Brunn, dem Leiter der Labore für „Photogrammetrie und Fernerkundung“ sowie „Laserscanning“, ein.

Das Anwenderforum, das die FHWS in Kooperation mit dem Bildungswerk des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure VDV sowie des Arbeitskreises „Aus- und Weiterbildung“ der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation DGPF ausrichtet, besuchten rund siebzig Teilnehmer.

Den Einleitungsvortrag aus der Archäologie hielt Sabrina Geiermann vom Archäologischen Institut der Universität zu Köln zu langjährigen Ausgrabungen und der Bedeutung der Punktwolkenauswertung in einer Kampagne in Italien. Der italienische Küstenort Baiae, benannt nach Bajos, dem Steuermann des Odysseus, steht auf bewegtem Boden: Aufgrund vieler Vulkanausbrüche und einem teilweisen Absinken des Untergrunds liegen nun viele antike Häuser, Villen und historische Therme unter Wasser und stellen als „Parco archeologico Terme di Baia“ eine Herausforderung für die Über- sowie Unterwasserarchäologie. Im Rahmen des „10. Anwenderforum Laserscanning - Projektbezogene Auswertestrategien zur Verarbeitung von Punktwolken aus Laserscanning, Photogrammetrie und Tachymetrie“ präsentierte die Diplom-Ingenieurin ihre „3D Vermessung einer komplexen Baustruktur der Römischen Thermenanlage in Baiae, Italien“.

Die Ausgrabungen, so Geiermann, wurden bereits in den 50er bis 70er Jahren dokumentiert bzw. vermessen, jedoch in keinem wissenschaftlich genügenden Ausmaß. Auf Grundlage einer Dissertation seien 2017 Lehrgrabungen von Studierenden der Architektur sowie der Archäologie inklusive fotodokumentarischen Darstellungen durchgeführt worden. Innerhalb der Projektzeit von 2013 bis 2019 – angefangen mit einer Machbarkeitsstudie über die Projektförderung, die Vermessungskampagnen bis hin zur Scandaten-Auswertung – sei es vorgesehen, einen virtuellen Rundgang des historischen wie kulturellen Areals zu realisieren.

Darüber hinaus zeichnete das IB-Freisinger, vertreten durch den Geschäftsführer Heinrich Freisinger, die beiden Studierenden Anthea Ahlers und Alexander Galm mit dem IB-Freisinger-Preis aus für ihre herausragende Abschlussarbeit zum Thema „Verfahren zur 3D-Dokumentation von Windkraftanlagen mittels Tachymetrie, terrestrischem Laserscanning und Photogrammetrie“. In ihrer Bachelorarbeit entwickelten und realisierten die beiden Preisträger ein Verfahren zur berührungslosen Dokumentation von äußeren Schäden an Windkraftanlagen.

Eine Firmenausstellung sowie sieben weitere Vorträge zu Praxisprojekten wurden darüber hinaus angeboten: „Der Klöntalersee im Kanton Glarus – Hydrographie und unbemannte Luftfahrzeuge in der Anwendung“, „Mobile dynamische Erfassung raumbezogener Daten“, „Netzwerkbildung für bildbasierte Ingenieurvermessung - Was kommt nach DiPhoBi4KMU (dem ausgelaufenen Projekt zur digitalen Photogrammetrie und Bildverarbeitung für kleine und mittlere Unternehmen der FHWS)?“, „Messen in der Punktwolke, zusätzliche Wertschöpfung ohne Außendienst“, „Building Information Modelling als ganzheitliche digitale Lösung für das Baumanagement“, „Photogrammetrie in der Landwirtschaft“ und „Erste Erfahrungen mit UNDET und PointsenseHeritage“.