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11. Anwenderforum Punktwolkenbasierte Auswertung: „3D-Punktwolken sind die Zukunft!“

15.11.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FKV
Absolvent für herausragende Abschlussarbeit zu Genauigkeitsuntersuchungen von UAV-Befliegungen prämiert

Der Studienbereich Geo der Hochschule Würzburg-Schweinfurt lud im November ganztägig zum 11. Anwenderforum „Projektbezogene Auswertung von Punktwolken aus Laserscanning, Photogrammetrie und Tachymetrie“ unter der Federführung von Paul Sterzik, Leiter der Fachgruppe 7 - Scan- und Bildmesstechniken des VdV-Bildungswerks, und Professor Dr.-Ing. Ansgar Brunn, dem Leiter der FHWS-Labore für „Photogrammetrie und Fernerkundung“ sowie „Laserscanning“, ein.

Das Anwenderforum, das die FHWS in Kooperation mit dem Bildungswerk des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure VDV sowie des Arbeitskreises „Aus- und Weiterbildung“ der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformation (DGPF) ausrichtet, besuchten mehr als hundert Teilnehmer.

Nach der Begrüßung durch die Organisatoren berichtete im ersten Vortrag des Tages Jürgen Selenski (Ingenieurbüro Alpha, Würzburg/FHWS) über Erfahrungen bei der Auswertung von UAV-Projekten am praktischen Beispiel der Befliegung der „Kindertagesstätte Retzbach“. Dr. Joachim Lindenberger (TopScan, Rheine) stellte systematisiert Anforderungen und Richtlinien an das mobile Laserscanning vor und konnte allen Anwesenden Hinweise für die eigene praktische Arbeit geben.

Thomas Schock (Leica Geosystems, München) zeigte in seiner Präsentation den neuen Leica RTC360 Laserscanner von der Erfassung bis zur registrierten und eingefärbten 3D-Punktwolke, und gab Erläuterungen zur verbauten Technik. Wolfgang Probst (Allterra Deutschland GmbH, Dettelbach) berichtete anhand des Trimble-Portfolios aus Projekten mit multi-sensoraler mobiler 3D-Vermessung und zeigte die hohe geometrische Absolutgenauigkeit der resultieren Modelle.

In der Mittagspause trafen sich die Mitglieder des esf-Projekts „Mobile 3D-Vermessung für kleine und mittlere Unternehmen (MV-3D4KMU)“ zu einem internen Gedankenaustausch. Die Nachmittagssession leitete Dr. Robert Roschlaub (BVV, München) mit seinem Vortrag „Nutzung und Anwendung von Punktwolken in der BVV“ ein, indem er den breiten Nutzen der Airborne Laserdaten der Landesvermessung aufzeigte. Stephan Och (TPI Vermessungsgesellschaft mbH, Dreieich) berichtete danach zum „Regelbetrieb einer Drohne am Frankfurter Flughafen“ und den dazu notwendigen organisatorischen und rechtlichen Aufwand, damit eine Drohne im geschützten Raum, in direkter Nähe zu Verkehrsflugzeugen eingesetzt werden darf.

Aus dem Projekt „Burg Bartenstein“, gemeinsam durchgeführt mit dem Spessartprojekt e.V., referierte Theresa Meyer (FHWS) und fokussierte insbesondere auf die Fragen der Kombination von Daten des terrestrischen Laserscannings mit Punktwolken aus der Drohnenvermessung. Dr. Lemonia Ragia (Forschungszentrum ATHENA, Griechenland) konnte in ihrem Vortrag “Mapping historical monuments with traditional instruments and sophisticated software“ zeigen, dass auch stark ausgedünnte Punktwolken mit modernen geometrischen Algorithmen für attraktive Visualisierungen ausreichen. Die „Waldbewertung aus terrestrischem Laserscanning“ stand im Mittelpunkt des letzten Beitrags des Tages von Annalena Gehring (FHWS). Sie zeigte, dass neben der Baumgeometrie selbst die Baumart aus den Laserscannerdaten extrahierbar ist.

Darüber hinaus konnten die Teilnehmer die Industrieausstellung besuchen und sich mit Teilnehmern und Referenten austauschen. Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete das IB-Freisinger, vertreten durch den Geschäftsführer Heinrich Freisinger, den Absolventen Patrick Fiederling mit dem IB-Freisinger-Preis für seine herausragende Abschlussarbeit aus. In seiner Bachelorarbeit untersuchte Fiederling verschiedene Flugplanungen für Unmanned Aerial Vehicles (UAV) und deren Auswirkung auf die erzielbare geometrische Genauigkeit der abgeleiteten 3D-Daten.

Das Anwenderforum bot einen breiten Überblick über die aktuellen Möglichkeiten der 3D-Punktwolken und die verbundenen Fachgebiete. Ein Teilnehmer fasste den Tag in der Abschlussdiskussion treffend zusammen: „Punktwolken sind die Zukunft!“ Das 12. Anwenderforum ist für den 11. Oktober 2019 an der FHWS terminiert. Interessenten für eigene Beiträge und eine Teilnahme an der Firmenausstellung können sich schon jetzt bei den Organisatoren anmelden.