Zwei Studierende im Gespräch

13. Wissenschaftliches Kolloquium für Elektrische Energietechnik und Elektromobilität In Bad Neustadt

17.09.2019 | fhws.de, Pressemeldung, FE
28 Doktoranden und 13 Professoren trafen sich zum wissenschaftlichen Austausch und Diskurs

Das Wissenschaftliche Kolloquium für Elektrische Energietechnik und Elektromobilität, kurz WiKE³, entwickelt sich immer mehr zu einer fest etablierten Einrichtung. Zweimal im akademischen Jahr treffen sich junge Forscher und ihre Professoren aus den vier bayerischen (Fach)Hochschulen Aschaffenburg, Coburg, Nürnberg und Würzburg-Schweinfurt zum wissenschaftlichen Austausch und Diskurs. Und es werden jedes Jahr mehr: So trafen sich im Juli 28 Doktoranden und 13 Professoren am Technologietransferzentrum Elektromobilität, kurz TTZ-EMO, in Bad Neustadt a. d. Saale zum 13ten WiKE³.

Es wurden relevante Forschungsthemen rund um die Elektromobilität, deren technologische Umsetzung und deren nachhaltige Energieversorgung wissenschaftlich diskutiert, wobei, so Professor Dr. Joachim Kempkes, eine „erfreuliche und für Hochschulen der angewandten Wissenschaften eher untypische wissenschaftliche Breite und Tiefe erreicht wurde“. Das fachlich fokussierte Graduiertenkolleg mit individueller Betreuung an jeder Hochschule und gemeinschaftlichem Coaching beim WiKE³ fügt sich in optimaler Weise in die Entwicklungspläne der beteiligten Hochschulen ein und bietet den besten Absolventen entsprechende Entwicklungs- und Promotionsmöglichkeiten. Da Hochschulen für angewandte Wissenschaften, früher Fachhochschulen genannt, in Deutschland in der Regel keine Doktortitel vergeben dürfen, da sie über kein Promotionsrecht verfügen, hat jeder einzelne Doktorand zusätzlich einen Doktorvater an einer kooperierenden Universität. Diese Kooperation erweitert den Blick für alle Doktoranden um die universitäre Sicht und schafft insgesamt ein sehr großes Netzwerk, von dem alle Teilnehmer profitieren. So übernehmen Universitätsprofessoren der Universitäten Erlangen, Ilmenau, Dortmund, München, Bayreuth, Dresden, Barcelona, Berlin, Brüssel und Clausthal diese Aufgabe.

Vertreter aus der Industrie begrüßen das WiKE³ und sind von dessen Ausrichtung und Qualität überzeugt, so berichtet Professor Dr. Ansgar Ackva über das Feedback vieler Industriepartner. Der Fachkräftemangel an Experten in diesem Fachgebiet ist enorm, geschuldet u.a. den großen Herausforderungen durch die Energie- und Mobilitätswende. Die WiKE³-Teilnehmer besuchten die Firma Valeo Siemens eAutomotive in Bad Neustadt mit einem Fertigungsrundgang und gewannen erste Eindrücke über neueste Entwicklungen und Eindrücke aus der Praxis. Dort werden modernste Antriebe für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt und produziert.

Schwerpunkte des WiKE³ waren in diesem Jahr innovative Bauformen und neue Berechnungsverfahren für elektrische Motoren u.a. für eine höhere Ausnutzung der eingesetzten Rohstoffe und neueste Erkenntnisse und Ergebnisse zu Isolationssystemen, deren Zuverlässigkeit in der Energieversorgung bei Einsätzen bis 1.000 Kilovolt eine zentrale Rolle spielt. Zudem wurden Ergebnisse zu neuartigen Batteriesystemen mit einer verbesserten Lebensdauer sowie Arbeiten aus der Leistungselektronik präsentiert und diskutiert. Zunehmend werden die Arbeiten im WiKE³ internationaler. War es bisher bereits üblich, im Ausland und in englischer Sprache zu publizieren und zu präsentieren, werden inzwischen erste Promotionen direkt im Ausland absolviert. Zudem konnten qualifizierte Absolventen aus dem Ausland als neue wissenschaftliche Mitarbeiter gewonnen werden.

Professor Dr. Ansgar Ackva, Hochschule Würzburg-Schweinfurt, freute sich über die positive Entwicklung des WiKE³ und fasste zum Abschluss zusammen: „Wir brauchen junge Forscherinnen und Forscher für eine Wissenschaft, die Wissen schafft - immer selbstreflektierend und selbstkritisch auf der Suche nach der Wahrheit, nach guten Lösungen und stets zum Nutzen für die Menschen.“