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2. Tagung für Praxisanleiter zum Thema „Scharnierstellen von Hochschule und Praxis im Praxissemester“

10.07.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FAS
Vortrag und Workshop im Rahmen der Professionalisierung der Studierenden während des Praxissemesters

Im Rahmen der 2. Tagung für Praxisanleiter in der Sozialen Arbeit an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt nahmen 35 Experten teil. Mit Blick auf die „Scharnierstellen von Hochschule und Praxis im Praxissemester“ referierte Professor Dr. Stephan Kösel von der Hochschule für Soziale Arbeit (FHNW) aus Olten, Schweiz, unter der Fragestellung: „Was kann und soll das Praxissemester für die Professionalisierung der Studierenden leisten?“. Er beleuchtete drei Schwerpunkte: die solide, breite Wissensbasis (die kognitive Identität), das situierte Erfahrungswissen (die emotional-prozessurale Identität) und die sogenannte Relationierungsfähigkeit (organisational-relationale Identität). Hierbei ging er Fragen nach, wie diese Aspekte im Praxissemester angeregt werden könnten, welche Pendelbewegungen z.B. zwischen den Lernorten Hochschule und Praxisstelle entstehen und welche Rolle Dozierende und Praktiker in diesem Professionalisierungsprozess einnehmen.

Das professionelle Handeln erfordere, so Kösel, einerseits eine solide und möglichst breite Wissensbasis, um komplexe, intransparente und vernetzte Handlungsanforderungen strukturieren und damit verbundene Zielkonflikte interpretieren und gewichten zu können. Andererseits sei der Aufbau gesetzten Erfahrungswissens nötig, um über bewährte Strategien bzw. Routinen handlungsfähig und als lebendiger, authentischer Mensch erfahrbar zu bleiben. Darüber hinaus sei eine sogenannte Relationierungsfähigkeit nötig, die die individuelle mit der organisationalen Wissens- und Erfahrungsbasis verbinde.

Im Anschluss an den Vortragspart folgte ein Workshop zum Thema: „Wie kann ich träges Wissen oder blinde Routine verhindern? - Methoden für eine konstruktive Verschränkung von Theorie und Praxis im Praxissemester“. Die Praxisanleitung, so die Dipl. Sozialpädagogin Jacqueline Poralla, stelle eine wesentliche Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis dar. Sie wirke in der direkten Arbeitsbeziehung mit dem Lernenden und vermittle zwischen diesem, dem Team bzw. der gesamten Praxisstelle und der Ausbildungseinrichtung.

Im Workshop wurden verschiedene Methoden wie z.B. der „Wissens-Kamm“ oder die „Konstrukt-Triade“ vorgestellt und erprobt, um verstehen zu können, ob und wie Studierende Wissen bisher (schon) verarbeitet haben oder nur „träges Wissen“ im Sinne eines kognitiven Ballasts mit sich herumtragen. Zudem wurde die Methode des „Werte- und Entwicklungsquadrats“ vorgestellt, um Handlungskonzepte und kritische Arbeitssituationen zu reflektieren.