Studierende der FHWS an Bohrmaschine, c Stefan Bausewein

50 Jahre FHWS: Die Hochschule baut auf ein solides Fundament und blickt mit Zuversicht nach vorn

14.04.2021 | fhws.de, Pressemeldung
Mit Augenmaß, Engagement und neuen Ideen hat sich die FHWS ihren Platz erobert in Wirtschaft und Gesellschaft

Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Wissenschaft und ein Ausblick mit vielen Ideen und Innovationen: Die heutige Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt öffnete als Fachhochschule am 1. August 1971 erstmalig ihre Pforten. Von 1969 bis 1971 wurden Fachhochschulen als Antwort auf den hohen akademischen Fachkräftebedarf der 50er und 60er Jahre im Rahmen des sogenannten „Wirtschaftswunders“ und stetig steigender Studierendenzahlen an den Universitäten gegründet. Sie konnten meist auf Vorläufer-Einrichtungen wie Fach- sowie Ingenieurschulen aufbauen - so auch in Würzburg und Schweinfurt: – Die heutige FHWS entstand als Nachfolge-Bildungseinrichtung des Balthasar-Neumann-Polytechnikums (mit den beiden Abteilungen Würzburg und Schweinfurt) des Bezirks Unterfranken, der Höheren Wirtschaftsfachschule und der Werkkunstschule der Stadt Würzburg. Einschreiben konnten sich Interessierte erstmalig in Würzburg in den Studiengängen Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Elektrotechnik und Gestaltung sowie in Schweinfurt in Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen.

Über 1.500 Studierende immatrikulierten sich im Gründungsjahr im neuen Hochschultypus, an dem die Zulassungsregularien breiter und die Ausrichtung der Studiengänge praxisorientierter im Vergleich zu Universitäten konzipiert sind – damals wie heute. Die Hochschulen leisten auf diese Weise einen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer in Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Professor Dr. Dieter Simon, Vorsitzender des Deutschen Wissenschaftsrates (1989 – 1992), befürwortete diesen neuen Typus im sogenannten tertiären Bildungssektors, der auf höhere berufliche Positionen vorbereitet: „Wir müssen das Profil dieses modernen Hochschultyps stärken, nämlich berufsorientiertes Studium, kürzere Studienzeiten dank straffer Studienorganisation und Integration der Praxis in die Ausbildung.“

Erfolgsmodell Fachhochschule / Hochschule für angewandte Wissenschaften

Auch zwanzig Jahr später war der Run auf die Fachhochschulen ungebrochen: Der damalige FH-Präsident Professor Dr. Wolfgang Fechner sagte im September 1991 zum sogenannten „Erfolgsmodell FH“: „Knapp über 1.500 betrug die Zahl der Studenten an unserer Hochschule vor zwanzig Jahren. Sie stieg bis heute trotz aller Zugangsbeschränkungen auf fast 7.000 an. Ca. 2.400 ausgebaute Studienplätze stehen derzeit an unseren beiden Abteilungen in Würzburg und Schweinfurt zur Verfügung, sodass sich zwei bis drei Studenten einen Studienlatz teilen müssen, sofern sie die NC-Hürde überhaupt überspringen konnten.“

Heute zählt die FHWS kontinuierlich über 9.000 Studierende, die in mehr als 40, teilweise bilingualen Bachelor- und Masterstudiengängen sowie in dualen Studienangeboten immatrikuliert sind. Zusätzlich zum Bereich der Lehre spielt die angewandte Forschung eine immer größere Rolle in über hundert Laboren, an sieben Instituten sowie einem Technologietransferzentrum.

Lehre in einer breiten Vielfalt von Hochschulgebäuden

Um dem Wachstum der Hochschule gerecht werden zu können, verfügt die FHWS über eine breitgefächerte Vielfalt an Gebäuden. So finden Lehrveranstaltungen in Würzburg beispielsweise in historischen Gebäuden wie in der Münzstraße 1, 12 und 19 statt, auf abgetragenen Häusern wie dem neuen WiSo-Gebäude auf dem Areal der Beerschen Bierbrauerei oder auch auf einem geschliffenen Turm der Würzburger Stadtmauer. Die Weiterbildung ist in einer Villa in der Randersackerer Straße untergebracht, in der der Militärische Abschirmdienst (MAD) beheimatet war. In Schweinfurt hat die FHWS eine architektonische Besonderheit zu bieten mit dem geschwungenen Dach am Campus Ignaz Schön, einem sogenannten hyperbolischen Paraboloid. Weitere Studiengänge sind auf dem Konversionsgelände der ehemaligen US-Armeebarracken untergebracht.

Die FHWS hat sich für ihre Gebäude sehr engagiert - mit wechselnden Erfolgen. In zwei Bürgerbegehren haben sich Hochschul-Angehörige um mehr Raum bemüht: Während der beantragten Verlagerung des Röntgen-Gymnasiums an die Herieden für eine Hochschulerweiterung am Sanderring im Jahr 1997 nicht stattgegeben wurde, konnte die FHWS 2008 mit dem Neubau der Hochschule am Alandsgrund überzeugen: Am dortigen Sanderheinrichsleitenweg sind nun die Fakultäten Informatik und Wirtschaftsinformatik sowie Gestaltung untergebracht.

Auch für den Erhalt der Hörsäle und Bestuhlungen ging die FHWS einen neuen und historisch recht ungewöhnlichen Weg: Sie verkaufte die Namensrechte einiger Hörsäle und sorgte mit ihrem „Aldi-Hörsaal“ 2006 bundesweit für Aufsehen. Die Initiative regte Diskussionen an und wurde als Konzept zur Hochschul-Finanzierung vielfach nachgeahmt.

Die FHWS trug zum erfolgreichen „Aufbau Ost“ bei

Doch nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere hat sich die FHWS engagiert. Im Zuge der Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre setzte sich der damalige Präsident Prof. Dr. Wolfgang Fechner u.a. für den Aufbau der Hochschulen in Mittweida sowie Schmalkalden ein mit persönlichen, fachlichen sowie materiellen Fördermaßnahmen.

Mitgründung der Technischen Hochschule Aschaffenburg

Die Gründung der Technischen Hochschule Aschaffenburg 1995 verlief über ein halbes Jahrzehnt bis zum Jahre 2000 als Dreiergespann einer „Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg“, nachdem 1991 der Bayerische Ministerrat beschloss, neben neuen Hochschulstandorten einen weiteren in Aschaffenburg zu gründen. Im Jahr 2000 wurde die Abteilung Aschaffenburg als eigenständige Hochschule ausgegliedert.

Ausblick der FHWS: regional, international, digital

Die FHWS sieht sich heute sehr gut aufgestellt für die Zukunft. Mit ihren bilingualen TWIN-Studiengängen bietet sie regionalen, nationalen wie internationalen Studierenden, Professorinnen und Professoren ein breites Portfolio an Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Durch Kooperationen und eine enge Vernetzung mit der Wirtschaft arbeitet sie am Puls der Zeit und setzt mit ihren Schwerpunkten Robotik und Künstliche Intelligenz als Teil der Hightech Agenda eigene Schwerpunkte in Wissenschaft und Forschung. Der neueste Studiengang Wasserstofftechnik leitet den Weg in eine neue, nachhaltige Richtung ein für diese Hochschule für angewandte Wissenschaften.