Abschlusspräsentation: Ziel ist die Sicherung der Versorgung und Mobilität in den ländlichen Räumen

13.06.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FWiWi
Das Institut für angewandte Logistik (IAL) an der FHWS erarbeitete Vorschläge zur Versorgung und Mobilität in der Modellregion

Obwohl der ländliche Raum viele Vorteile wie etwa günstige Lebenshaltungskosten, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum, Arbeitsplätze und ein breites Freizeitangebot bietet, verliert er an Bevölkerung. Besonders jüngere Menschen zieht es in Ballungsräume. Vor dem Hintergrund der „Landflucht“ hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein Modellvorhaben initiiert, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Unter dem Titel „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ haben sich bundesweit achtzehn Modellregionen zusammengefunden, um Lösungen für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse auch auf dem Land zu entwickeln. Vor Ort ist dies die Modellregion mit Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld.

In einer Abschlusspräsentation wurden die ersten Ergebnisse einer interessierten Öffentlichkeit erläutert. Landrat Thomas Habermann wies darauf hin, dass die beiden Themen Mobilität und Versorgung in Zukunft einen immer größeren Stellenwert einnähmen, um gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land herzustellen. Aus diesem Grund entschieden sich die beiden Landkreise, an dem Projekt teilzunehmen. Es wurden zwei Handlungsfelder bearbeitet. Das in Bad Kissingen ansässige Zentrum für Telemedizin in das Projekt zu integrieren und in einem Fokusprojekt „MONA“ (Mobile netzwerkmedizinische Assistenz) sollte die Möglichkeiten der ärztlichen Versorgung durch die Unterstützung von telemedizinischen Ansätzen prüfen, wobei der Fokus auf der Delegation ärztlicher Tätigkeiten an nichtärztliches Personal lag.

In dem umfassenden Bereich der klassischen Mobilität und Versorgung arbeitete die Modellregion mit dem Institut für angewandte Logistik an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt zusammen. Der Institutsleiter, Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, zeigte zunächst die Herangehensweise der wissenschaftlichen Untersuchung auf, die auf umfangreichen Umfragen u.a. bei den Gemeinden, der Bevölkerung, der Veranstaltung von Bürgerworkshops vor Ort, der Einbeziehung einer Bevölkerungsprognose sowie Erreichbarkeitsanalysen basierte. So wurde im Bereich der Versorgung ein Schwerpunkt auf die Möglichkeit der Versorgung durch sog. Dorftreffs (Multifunktionsläden) gelegt. Diese Möglichkeit der Versorgung wurde insbesondere als Lösung für unterversorgte, dezentrale Gebiete in den beiden Landkreisen herausgestellt.

Im Themenfeld Mobilität wurde darüber hinaus die Versorgung der Landkreis durch den öffentlichen Personennahverkehr geprüft. Es wurde festgestellt, dass die bestehenden ÖPNV-Linien oft eine unzureichende Taktung aufwiesen und die Verbindung oft nur in eine Richtung existiere. Als Lösung für diese Probleme wurde z.B. der Einsatz von flexiblen, bedarfsgesteuerten Mobilitätsangeboten wie z.B. Rufbusse aufgezeigt.

Ziel des Modellvorhabens sei es, so die Landräte, auf Grundlage des aktuellen Nutzerverhaltens und der Angebote an Mobilität und Daseinsvorsorge Konzepte für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre zu entwickeln, die Mobilität und Daseinsvorsorge zukunftsfähig miteinander verknüpften. Abschließend dankten die Landräte den Projektpartnern für die Ausarbeitungen, die nun schrittweise umgesetzt werden sollen.

Weitere Informationen unter Modellvorhaben Versorgung Mobilität