Zwei Studierende im Gespräch

DAAD-Symposium Musiktherapie und Demenz der FHWS mit der Melbourne-Universität, Australien

05.07.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FAS
Achtzig Teilnehmer besuchten die Fachtagung zur Fortbildung und zum wissenschaftlichen Austausch

Rund achtzig Musiktherapeuten und Studierende aus ganz Deutschland, der Schweiz, Slowenien, Polen und Holland besuchten das Symposium an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt zum Thema „Musiktherapie und Demenz Melbourne-Würzburg“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Unter ihnen waren auch chinesische, russische und australische Absolventen des Masterstudiengangs Musiktherapie der FHWS, die jetzt in Kliniken und Einrichtungen in Deutschland arbeiten. Das Symposium ist Bestandteil des deutsch-australischen Projektes MWD-Song (Melbourne-Würzburg-Dementia Songwriting Project) der FHWS mit der Universität Melbourne mit einer Laufzeit vom 1.1.2017 bis zum 31.12.2018. „In diesem Projekt“, so Mitorganisator und Professor Dr. Thomas Wosch von der FHWS, „wird zum einen die Methode des therapeutischen Songwriting für die Pflege von Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen sowie zum anderen Ansätze der Orff-Musiktherapie für die Altenpflege in diesem Bereich weiter entwickelt und untersucht. Die Zusammenarbeit der Universität Melbourne und der FHWS in diesem Bereich wurde seit 2009 gemeinsam entwickelt. Gemeinsam wurden theoretische Modelle weiter entwickelt, eine internationale Forschungsabteilung gegründet, in diesem Jahr in Melbourne eine große Untersuchung zu Altersdepression und Demenz gestartet und Promotionsvorhaben begonnen. Ein weiterer Fokus ist die Angehörigenarbeit und Pflege von Menschen mit Demenz.

Das Symposium gibt einen breiten Überblick, zur gemeinsamen musiktherapeutischen Arbeit mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, zu den neurowissenschaftlichen Grundlagen der musikalischen Erinnerung bei Demenz und Interventionen für Menschen mit Parkinson-Erkrankung sowie zur im Projekt entwickelten deutschen Interventionen des therapeutischen Songwritings im Alter und der `Musical Phrases` für die Altenpflege für Menschen mit Demenz.“

Die Projektleiterin der Universität Melbourne, Professorin Dr. Felicity Baker, startete die Veranstaltung mit ihrem Vortrag zum „Therapeutischen Songwriting in der Pflege von Menschen mit Demenz und für pflegende Angehörige in Australien“. Anschließend referierten Dr. Young-Eun Claire Lee und Professor Dr. Wosch zum Thema „Autobiographisch musikalisches Gedächtnis und Erinnerungen“. Dr. Imogen Clark stellte „Remini-Sing – Therapeutische Singgruppen in örtlichen Zentren der Demenzbetreuung“ für Demenzbetroffene und ihre pflegenden Angehörigen vor. Dr. Jeanette Tamplin zeigte den Symposiumsmitgliedern „ParkinSong – Therapeutische Singgruppen für Ziele der Kommunikation von Menschen mit Parkinson-Erkrankung“ auf. Das „therapeutische Songwriting im Alter und Musical Phrases als Intervention in der Altenpflege für Menschen mit Demenz“ erläuterten Jasmin Eickholt und Tabea Thurn von der FHWS.

Es folgten zwei Workshops zu den Aspekten „Therapeutisches Songwriting im Alter“ sowie „Musical Phrases als Intervention in der Altenpflege für Menschen mit Demenz“, an denen die Teilnehmer mitarbeiten konnten. Die Veranstaltung endete mit einem informellen Abschluss und einem Ausblick auf die folgende Fachveranstaltung.

Die DAAD-Broschüre “Australia-Germany Joint Research co-operation scheme” führt das Projekt “Dementia songwirting project”: „Die University of Melbourne und die Hochschule Würzburg werden gemeinsam an einem Projekt arbeiten, das mit Hilfe von Songwriting-Interventionen Menschen mit Demenz hilft. Demenz ist eine globale Gesundheitsherausforderung, von der 46,8 Millionen Menschen betroffen sind weltweit. Es führt zu einer schlechten Lebensqualität für den Menschen mit Demenz sowie zu einer finanziellen und emotionalen Belastung für die Pflegeperson. Dieses Projekt entwickelt und testet einen Gruppen-Songwriting-Ansatz, der auf die psycho-emotionalen Bedürfnisse von Demenzkranken zugeschnitten ist. Die Sitzungen werden aufgezeichnet und analysiert, um Daten über Emotionsregulation, Depression und soziale Verbundenheit zu sammeln.“ Fragebogenerhebungen prüfen Symptomänderungen. Die komplette deutsch-australische Gruppe mit ihren sieben Mitgliedern besuchte in der Woche des Symposiums die Geriatrie des Bürgerspitals Würzburg, das Demenzprogramm des Kulturspeichers Würzburg, das „Wohnheim 50plus“ der Lebenshilfe in Haßfurt, entwickelte das aktuelle gemeinsame Projekt weiter sowie weitere sich daran anschließende Perspektiven und führte ein Doktorandenkolloquium in der FHWS durch mit Doktoranden von der Universität Melbourne, vom FHWS-Erasmus-Partner Anglia-Ruskin-University Cambridge und von der FHWS.

Weitere Informationen unter Australia--Germany-Joint-Research-Cooperation