Hochschulgebäude am Sanderring 8 a in Würzburg

Der Einsatz der sogenannten „Leichten Sprache“ ist ein wichtiger Baustein im Bereich Barrierefreiheit

11.07.2018 | fhws.de, Pressemeldung, FANG
Leiterin des Büros für Leichte Sprache zu Besuch im Masterstudiengang Fach- und Medienübersetzen

Beate Wassermann und die Studierenden des zweiten Semesters im Seminar „Technisches Schreiben“ im Masterstudiengang Fach- und Medienübersetzen begrüßten als Gast aus der Praxis Maria Heybutzki, die das Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe Würzburg e.V. leitet.

Heybutzki, die einen Masterabschluss in Medienübersetzen absolviert hat, gab zu Beginn einen Überblick über die Regeln, den Einsatz und die Zielgruppen von Leichter Sprache sowie einen Einblick in ihre Arbeit im Büro. Die Leichte Sprache sei eine stark vereinfachte Form der deutschen Sprache, die neben der deutschen Rechtschreibung auch weiteren, festen Regeln folge. Die wichtigsten Merkmale seien folgende: Ein Satz enthält nur eine Information, es werden keine Nebensätze und Kommata verwendet, die Sätze stehen unter-, nicht nacheinander, und passende Bilder und Fotos ergänzen den Text. Geprüft werden die Texte von Experten, die zugleich auch Endkunden sind. Im Fall von Heybutzki seien diese Experten geschulte Mitarbeiter aus den Mainfränkischen Werkstätten.

Übersetzungen in Leichter Sprache bildeten Zusatzangebote, die die Originaltexte ergänzten. Die Texte seien u.a. für Menschen mit Lernschwierigkeiten, mit sensorischen Einschränkungen, Analphabeten, Deutschlerner und auch für Laien bzw. Nicht-Experten in einem bestimmten Bereich gedacht. Eingesetzt werde die Leichte Sprache auf Internetseiten, Infoheften, Aushängen, Flyern, etc. In Deutschland seien alle Behörden verpflichtet, ihre Webseiten zusätzlich auch in dieser vereinfachten Sprachform anzubieten, auch Firmen könnten sich eine neue Zielgruppe erschließen.

Im Anschluss an die Einführung konnten die Masterstudierenden selbst verschiedene kurze Texte in die Leichte Sprache übertragen: Sie merkten dabei schnell, dass die Übersetzung nicht notwendig leicht sein muss und oftmals sehr viel Diskussionsstoff bietet.

Weitere Informationen unter Büro für leichte Sprache