Drei Studenten stellen Augmented Reality Applikation für die Austellung der Rothenburg-Passion vor

12.10.2017 | Pressemeldung, FIW
Die Besucher haben eine neue Möglichkeit, am historischen Geschehen „teilzuhaben“ und es „mitzuerleben“

Die drei Informatikstudenten Alexander Frühwald, Matthias Kleinhenz und René Ziegler stellten eine außergewöhnliche Projektarbeit vor: Im Rahmen einer Kooperation mit dem Rothenburger Reichsstadtmuseum hat das Trio der Hochschule Würzburg-Schweinfurt eine mobile Applikation entwickelt, die die dort ausgestellte Rothenburg-Passion in einem neuen Licht zeigt.

Diese Ausstellung des Reichsstadtmuseums wurde 1494 von Martinus Schwarz angefertigt und behandelt in zwölf Gemälden den Leidensweg Jesu Christi. Diese für den Christum bedeutende Erzählung erschließt sich jedoch nicht jedem Besucher auf Anhieb: Essentielle Details, Geschehnisse und Gegenstände werden oftmals übersehen oder falsch interpretiert. Besonders jüngere Besucher tun sich schwer mit dieser Art der Bilderzählung, weshalb eine Lösung zur digitalen Informationsanreicherung sowie -darstellung gesucht wurde.

Angeregt durch den Museumsleiter Dr. Hellmuth Möhring, den wissenschaftlichen Mitarbeiter Toni Fetzer sowie Professor Dr. Frank Deinzer entwickelten sie das Konzept, den Besucher mittels Augmented Reality intensiver am Geschehen „teilhaben“ zu lassen. Die App mit dem Namen „RothenburgAR“ ermöglicht es, neben detaillierten Informationen zu den einzelnen Darstellungen auch 3D Scans der Exponate des Museums anzuzeigen. Hiermit wird eine virtuelle Verknüpfung zwischen zwei physisch getrennten Ausstellungen innerhalb des Museums geschaffen. So enthält z.B. die dort ansässige Stiftung Baumann viele der historischen Waffen, die in den Passionsbildern zu sehen sind. Diese Art der Interaktion eröffnet den Besuchern neue Möglichkeiten, Geschichte zu „erleben“.

Die Bedienung ist nutzerfreundlich und intuitiv gehalten: Durch Markierungspunkte werden sog. Points-of-Interest des Gemäldes auf dem Kamerabild des Tablets oder Smartphones angezeigt. Durch eine Berührung des Punktes oder mittels Fadenkreuzsteuerung öffnen sich entsprechende Erläuterungen innerhalb einer Infobox. Diese kann neben herkömmlichen Text auch interaktive 3D Modelle oder Grafiken enthalten. Bei der Entwicklung der Applikation wurde ein besonderes Augenmerk auf klar definierte Strukturen und Schnittstellen gelegt; dies eröffnet auch zukünftigen Studenten die Möglichkeit, dieses Projekt fortzuführen und mit neuen Funktionalitäten zu erweitern.

Weitere Details zur Applikation, dem Museum (Reichsstadtmuseum Rothenburg) und der Präsentation finden sich im Zeitungsartikel des Fränkischen-Anzeiger unter Fränkischer Anzeiger